Deutsche Eishockey-Liga

Justin Kelly bei DEG: Nach 37 Tagen ausgeflittert

Foto: Uwe Schaffmeister

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Düsseldorf. Las Vegas ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada. Sie ist vor allem wegen ihrer großen Anzahl an Kasinos bekannt. Und der dazu gehörigen Superhotels. Der dunkelgrüne 5000-Zimmer-Klotz „MGM Grand“ etwa, wo so oft große Profiboxkämpfe ausgetragen wurden. Oder das verspielt-hektische „New York, New York“ mit der vor bunte Glitzerhochhäuser gebaute Looping-Achterbahn.

Eine maximale Durchschnittstemperatur im Jahr von 26,9 Grad Celsius macht Las Vegas zu einem Ganzjahresziel. Winter wird es selbst nachts selten. Und an Eishockey denkt man rund um den Strip, die berühmteste Hotelstraße der Erde, wohl als allerletztes.

Doch genau in diese bunte Glücksspielmetropole, in der 24 Stunden am Tag die Automaten bimmeln, zog es zur Pucksport-Saison 2003/04 den DEG-Neuzugang Justin Kelly. Die Las Vegas Wranglers sind ein us-amerikanisches Team aus der East Coast Hockey League. Sie sind als Farmteam Teil der Organisation der Phoenix Coyotes (National Hockey League), wurden erst 2003 gegründet und spielen in der 7773 Fans fassenden Orleans Arena.

„Der erste Eindruck war umwerfend. Am Anfang genießt man natürlich das schöne Leben, die Abende in den Kasinos und die zahlreichen Shows. Aber ganz ehrlich: Nach einer Weile war es für mich das Normalste der Welt. Und für Eishockey war es dort eigentlich viel zu warm“, so Justin Kelly im NRZ-Gespräch.

Bis Mai 2006 tingelte der 1,93 Meter große Stürmer durch Nordamerika, ehe es den 84 Kilogramm schweren Angreifer ein zweites Mal nach Europa verschlug. 2002/03 hatte Kelly für den schwedischen Zweitligist IF Troja Ljungby gespielt.

Spieler des Jahres 2010

In der Saison 2006/2007 stand der Kanadier für den EHC Olten, EHC Linz und HC Pustertal in drei europäischen Ligen auf dem Eis. Von 2007 bis 2010 spielte Kelly für den SC Bietigheim-Bissingen in der 2. Eishockey-Bundesliga. Wurde 2009 mit dem „Porsche“-Team Meister und war bester Torschütze der Liga in den Play offs. Die Auszeichnung zum besten Center der Saison ließ nicht lange auf sich warten. Im folgenden Jahr gab es sogar noch den Titel als Spieler des Jahres 2010 hinzu. Die Krefeld Pinguine sicherten sich die Dienste des Eishockeycracks für die DEL.

„Schon da habe ich meine Freizeit aber sehr gern in Düsseldorf verbracht. Ich stamme aus der Nähe von Vancouver und liebe große Städte“, betont der 30-jährige Kanadier, der in seiner Freizeit ansonsten gern Gitarre spielt, in Cafés sitzt oder sich Sport im Fernsehen ansieht.

Zumal der sanfte „Riese“ derzeit auf seine frisch angetraute Frau Tanja verzichten muss, die der Stürmer mit der Trikotnummer 27 am 30. Juni in der Heimat geheiratet hat. Doch schon nach 37 süßen Tagen hatte es sich ausgeflittert. Am 7. August stand das erste Treffen bei der DEG auf dem Kalender. „Natürlich vermisse ich sie sehr. Aber Mitte Oktober kommt Tanja endlich nach. Sie hofft, hier irgendeine Arbeit zu finden und ist für alles offen“, so Kelly.

Die volle Aufmerksamkeit gilt ohnehin den Rot-Gelben, bei denen der Angreifer mit Adam Courchaine und Jeff Ulmer derzeit die gefährlichste Sturmformation bildet. „Das ist eine perfekte Kombination. Ich werde nie der Schnellste sein, aber verteile gern den Puck. Dazu haben wir einen schnellen Adam und den Knipser Jeff. Die Mischung ist super“, schwärmt Kelly.

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