Fußball-Bundesliga

Kelvin Oforis Zeit bei Fortuna Düsseldorf ist gekommen

Kelvin Ofori freut sich über sein Tor zum 2:1 im Juli gegen den RSC Anderlecht in Maasmechelen.

Kelvin Ofori freut sich über sein Tor zum 2:1 im Juli gegen den RSC Anderlecht in Maasmechelen.

Foto: Frederic Scheidemann

Düsseldorf.  Der 18-jährige Angreifer steht am Samstag im Kader von Fortuna Düsseldorf. Er soll dabei helfen, sein Team torgefährlicher zu machen.

Bisher ist die Geschichte von Kelvin Ofori und Fortuna Düsseldorf eine reine Pokalgeschichte. Zwei Mal durfte der 18-Jährige bisher in Pflichtspielen ran, zwei Mal im Pokal, zwei Mal zeigte er gute Leistungen. Unter Friedhelm Funkel stand der Ghanaer auch sechs Mal im Bundesliga-Kader, auf den Rasen schickte ihn der Ex-Trainer aber nie. Das könnte sich nun am Wochenende ändern. Ofori wird mit dem Fortuna-Tross ins Breisgau zum Spiel gegen den SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr) reisen. Und der neue Trainer Uwe Rösler hat dem Vernehmen nach keine Hemmungen, das große Talent auch einzusetzen.

Ein Rückblick: In der ersten Pokalrunde liefert Fortuna beim Fünftligisten FC Villingen eine richtig schlechte Partie ab, muss in die Verlängerung. Der eingewechselte Ofori erzielt mit einem schönen Schlenzer das 2:1 beim 3:1-Sieg. Im Achtelfinale muss Fortuna dann beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern ran. Die Düsseldorfer liegen zur Halbzeit 1:2 hinten. Rösler bringt Kevin Stöger und Ofori. Beide beleben die Partie, Fortuna zieht mit einem 5:2 ins Viertelfinale ein.

Sperre im Regionalliga-Team abgesessen

Wenn sich der Fortuna-Tross am Freitag auf den Weg nach Süddeutschland machen wird, wird auch Ofori im Bus sitzen. Er hat gerade seine Sperre nach einer Tätlichkeit bei Fortunas Zweitvertretung in der Regionalliga abgesessen und ist nun wieder spielberechtigt. Und Uwe Rösler schließt nicht aus, dass Ofori am Samstag sein Bundesliga-Debüt geben wird. Das unterscheidet den Trainer von seinem Vorgänger. Funkel sah ebenfalls das große Talent des Angreifers, betonte aber stets, dass Ofori noch einiges fehlen würde, um in der Bundesliga bestehen zu können.

Rösler sieht nicht das Risiko, der 51-Jährige sieht vielmehr die Chance, dass die Unbekümmertheit und die Unbekanntheit Oforis dem Team in dieser entscheidenden Saisonphase, in der in den nächsten fünf Spielen zwingend Siege her müssen, helfen kann. Der Trainer hofft vor allem, dass Ofori Eins-gegen-Eins-Situationen lösen und auch kluge Pässe hinter die Abwehrkette spielen kann. Deshalb sieht Rösler das Talent, das noch Vertrag bis 2022 hat, am ehesten als Zehner auf der Spielmacherposition.

Neues Standardsystem

Der Coach verankerte seit Amtsantritt das 3-5-2 als neues Standardsystem. In Kaiserslautern stellte er mit Ofori auf ein 3-4-1-2 um. Für die Position hinter den Spitzen hat Rösler noch einen anderen Spieler im Sinn: Kenan Karaman. Auch er wird am Samstag im Kader stehen. Dabei kehrte der türkische Nationalspieler erst in dieser Woche nach vier Monaten Pause wieder ins Mannschaftstraining zurück.

„Kenan ist physisch sehr gut drauf. Er hat gut gearbeitet“, sagt Rösler. „Er ist ein erfahrener, intelligenter Spieler. Seine Qualitäten tun uns als Mannschaft gut.“ Der Trainer glaubt auch, dass der 25-Jährige seine schwere Lungenentzündung mental gut weggesteckt hat.

Gefährliche Viren

Karaman hatte Ende November Viren im Körper, die selten, besonders hartnäckig und gefährlich sind. In der ersten der beiden Wochen im Krankenhaus durfte er gar keinen Besuch empfangen, kam in Quarantäne, damit sich sein geschwächter Körper nicht zusätzlich infiziert. Er musste in dieser Zeit um sein Leben fürchten. Mitte Dezember fing Karaman mit Atemübungen an. „Das war mein Training“, sagte er. „Ich handle nun viel bewusster im Alltag. Zudem habe ich meine Ernährung komplett umgestellt, esse nun gar kein Fleisch mehr.“ Die professionelle Einstellung ist das, was Rösler an ihm schätzt. „Ich habe den Ehrgeiz bei ihm gesehen. Er hat, seit ich hier bin, fast jede taktische Einheit als Zuschauer verfolgt. Das musste er nicht machen. Das zeigt mir, dass er brennt“, sagt Rösler, der aber auch einschränkt: „Wir wissen alle, dass er noch keine 90 Minuten volle Power geben kann.“

Dass seine Mannschaft generell voll belastbar ist, steht für den Coach aber außer Frage. Auch die überraschende Vertragsauflösung von Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zum Saisonende habe keinen Einfluss auf die Leistung der Mannschaft. Für Rösler, der von Pfannenstiel geholt wurde, ändere sich auch nichts: „Ich spüre weiter das hundertprozentige Vertrauen des Vereins in mich.“ (erer)

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