Fußball-Bundesliga

Kevin Stöger pokert um neuen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf

Schutz vor Sturm Sabine: Kevin Stöger (links) am Wochenanfang auf dem Trainingsgelände an der Arena in Düsseldorf.

Schutz vor Sturm Sabine: Kevin Stöger (links) am Wochenanfang auf dem Trainingsgelände an der Arena in Düsseldorf.

Foto: Frederic Scheidemann

Düsseldorf.  Die Rückrunde zeigt: Fortuna Düsseldorf braucht Kevin Stöger. Der Klub will den aus­laufenden Vertrag verlängern. Der Österreicher wartet ab.

Wer immer noch Zweifel hat, welche sportliche Bedeutung Kevin Stöger für Fortuna hat, dem seien die Aufzeichnungen der Rückrundenspiele und insbesondere des Pokalspiels beim 1. FC Kaiserslautern empfohlen. Die Klubverantwortlichen in Düsseldorf wissen freilich schon länger um Stögers Wert für die Mannschaft. „Wir versuchen alles, um ihn bei Fortuna zu halten“, sagt Sportvorstand Lutz Pfannenstiel. Das Problem: Stöger ist nicht besonders entscheidungsfreudig. Es läuft auf einen intensiven, möglicherweise langwierigen Poker hinaus.

Im Sommer 2019 kommt Stöger vom Zweitligisten VfL Bochum ablösefrei zur gerade aufgestiegenen Fortuna, um sich seinen Bundesliga-Traum zu erfüllen. Sein Start in Düsseldorf verläuft dann holprig. Stöger wird in der Rolle eingesetzt, für die er auch geholt wurde: Spielgestalter im offensiven Mittelfeld. Doch irgendetwas passt nicht. Dann entscheiden Friedhelm Funkel und sein Trainerteam, Stöger nominell etwas defensiver im zentralen Mittelfeld einzusetzen. Es ist ein Schachzug, der fruchtet.

Stöger blüht auf

Stöger blüht in seiner neuen Rolle richtig auf. Er ändert daraufhin auch seinen Spielstil, trennt sich früher vom Ball, merkt, dass er ihn auch schnell wiederbekommt. Die Mitspieler fangen im Laufe der Rückrunde an, Stöger zu suchen. Weil sie merken, dass er das Spiel verlagern, langsam oder schnell machen kann. Sieben Torvorlagen gehen am Ende auf sein Konto. Doch dann reißt er sich das Kreuzband in den letzten Minuten des letzten Saisonspiels.

Fortuna hatte schon zuvor ihr großes Interesse, den Vertrag über 2020 hinaus zu verlängern, bekundet. Vor der Verletzung streckte auch die AS Rom ihre Fühler nach Stöger aus. Während der Verletzungspause trifft sich Pfannenstiel dann mehrmals mit Stöger-Berater Karlheinz Förster. Die finanziellen Vorstellungen klaffen weit auseinander.

Durch Leistung Marktwert erhöhen

Dem Vernehmen nach will Stöger warten, bis er wieder auf dem Platz steht, durch gute Leistungen seinen Marktwert erhöhen und andere Klubs auf sich aufmerksam machen. Bisher scheint der Plan aufzugehen. Stöger ist – auch im Verbund mit Valon Berisha – in den vergangenen Partien unter dem neuen Trainer Uwe Rösler wieder Dreh- und Angelpunkt des Düsseldorfer Spiels. Klar ist: Die Fortuna hat nur eine Chance, Kevin Stöger zu halten, wenn sie den Klassenerhalt im Oberhause schafft. Zusätzlich liegt es an Pfannenstiel, einen finanziell annehmbaren Deal auszuhandeln. Dass es bisher zu keiner Einigung kam, lässt darauf schließen, dass sich Stöger bis zum Saisonende alle Optionen offenhalten will. So hat er es schließlich auch schon bei seinem Wechsel von Bochum nach Düsseldorf gemacht.

Am Samstag (18.30 Uhr) spielt die Fortuna zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach. (erer)

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