Fußball-Bundesliga

Lutz Pfannenstiel arbeitet bereits an Fortunas Zukunft

Den nächsten Transfer, zumindest aber den nächsten Tweet schon im Visier: Lutz Pfannenstiel.

Den nächsten Transfer, zumindest aber den nächsten Tweet schon im Visier: Lutz Pfannenstiel.

Foto: Maiwald / imago

Düsseldorf.  Der Sportvorstand hat die härteste Arbeitsphase erst einmal hinter sich. Doch richtig zur Ruhe kommt er nie. Am Sonntag geht es nach Frankfurt.

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Für die Profis von Fortuna Düsseldorf und ihren Trainer Friedhelm Funkel geht es gerade erst so richtig los. Am Sonntag um 18 Uhr absolvieren sie bei Eintracht Frankfurt ihren dritten Saisonspieltag in der Bundesliga, und das ist mit Blick auf die Vorsaison ein ganz besonderes Spiel: Seinerzeit verloren die Düsseldorfer im Waldstadion mit 1:7 – eine große offene Rechnung mit der Eintracht.

Doch während Funkel und sein Team jetzt die Ärmel aufkrempeln, hat Lutz Pfannenstiel den Löwenanteil seines Jobs erst einmal erledigt. „Jetzt kann ich mal ein bisschen durchschnaufen“, sagte der Sportvorstand, nachdem er eine der wichtigsten Vertragsverlängerungen in Fortunas jüngerer Geschichte unter Dach und Fach gebracht hatte: Abwehrchef Kaan Ayhan, um den selbst Champions-League-Teilnehmer Atalanta Bergamo geworben hatte, unterschrieb bis 2022. Nicht zuletzt ein Resultat von Pfannenstiels Hartnäckigkeit – einem seiner wesentlichen Wesenszüge.

„Froh, dass Lutz so hartnäckig war“

„Ich bin sehr froh, dass Lutz so hartnäckig war und Zack Steffen zu uns gelotst hat“, sagte auch Funkel nach dem starken Debüt des US-Nationaltorhüters beim 3:1 in Bremen. Ein dickes Lob aus dem Munde des Trainer-Routiniers, der zu Beginn der Zusammenarbeit mit dem Manager-Rookie noch skeptisch wirkte, inzwischen aber voll des Lobes über den 46-Jährigen ist. Vor allem, weil Pfannenstiel ein Arbeitstier ist, das sich mit seinem Engagement Funkels Respekt verdient hat.

Durch diesen Einsatz hat der gebürtige Zwieseler der nach wie vor im untersten wirtschaftlichen Segment der Bundesliga angesiedelten Fortuna über den Sommer einige interessante und vielversprechende Transfers beschert. So gingen zwar die besten Torschützen Dodi Lukebakio (zu Hertha BSC) und Benito Raman (zu Schalke) von der Fahne, doch Pfannenstiel landete dafür mit der Verpflichtung des polnischen Riesentalents Dawid Kownacki von Sampdoria Genua einen bemerkenswerten Coup.

Zunächst ist dessen Leihe für ein weiteres Jahr verlängert, doch nach wenigen Einsätzen greift die Kaufoption in Höhe von 7,5 Millionen Euro – ein echter Schnapper, hatte Genua doch ursprünglich zwölf Millionen festschreiben lassen. Ebenso wichtig waren die Vertragsverlängerungen der Korsettstangen Ayhan, Matthias Zimmermann und Andre Hoffmann, sind sie doch mit ihren 24, 27 und 26 Jahren im besten, aber auch wechselgefährlichsten Alter.

Kein Zurücklehnen

Zurücklehnen wird sich Pfannenstiel deshalb nicht – das ist in seiner DNA nicht angelegt. In der Länderspielpause, die nach dem Frankfurt-Spiel ansteht, wird er die Vertragsverlängerungen von Rouwen Hennings, Niko Gießelmann und den anderen Profis angehen, deren Kontrakte 2020 auslaufen. Der Bayer baut schon jetzt die Fortuna der Zukunft, die die Krisen der Vergangenheit nicht mehr erleben soll.

Und Pfannenstiel ist ein Mann für alle Kanäle. Mit seinen Postings bei Instagram und Twitter treibt er mitunter den Spezialisten von Fortunas Medienabteilung die Schweißperlen auf die Stirn, weil er nach einer Vertragsunterschrift mit den Worten „to be continued“ (wird fortgesetzt) schon die nächste ankündigt. Der frühere Torhüter, der auf allen Kontinenten als Profi arbeitete, spielt mit den Medien und den Fans, mischt Fortuna so richtig auf.

Dazu passt auch sein neuestes Projekt. „Rot & Schweiß“ heißt es und ist der erste offizielle Fortuna-Podcast. Zum Auftakt trifft er sich mit dem derzeit verletzten Düsseldorfer Torhüter Michael Rensing und verrät, warum er als junger Keeper ein Angebot aus der Bundesliga ausschlug und stattdessen nach Malaysia ging. Zwischendurch wird er sich zudem um sein Projekt Global United FC kümmern, mit dem er durch spektakuläre Fußballspiele auf den Klimawandel aufmerksam machen will. Und wie immer wird er jeden Tag vor Morgengrauen aufstehen. Lutz Pfannenstiel nennt das Durchschnaufen. (jol)

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