Fortuna bleibt selbstkritisch

Noch steigern für den Aufstieg

Fortuna-Torschütze Benito Raman (l) jubelt mit Coach Friedhelm Funkel (r), und seinen Mitspielern Florian Neuhaus sowie Rouwen Hennings (2.v.r).

Foto: Roland Weihrauch

Fortuna-Torschütze Benito Raman (l) jubelt mit Coach Friedhelm Funkel (r), und seinen Mitspielern Florian Neuhaus sowie Rouwen Hennings (2.v.r). Foto: Roland Weihrauch

Die Fortuna grüßt von der Spitze der zweiten Liga. Das Ziel ist der Aufstieg, doch bis dahin fehlt den Düsseldorfern noch einiges.

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Es war eine sinnbildliche Szene für Fortuna Düsseldorfs momentane Situation: In der 53. Minute sah Torhüter Raphael Wolf am Boden liegend nur noch zu, wie der Ball viermal (!) an den Düsseldorfer Pfosten prallte, bevor er ins Toraus rollte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt haderten wohl die meisten Fans des Gegners MSV Duisburg mit dem Schicksal. Zuvor wurde bereits ein Freistoß der Zebras durch Wolfs Fingerspitzen über die Latte gelenkt worden, und auch ein Elfmeter landete nicht im Düsseldorfer Kasten.

Diese und viele weitere Torchancen auf beiden Seiten machten das Spiel am Montagabend zur attraktivsten Begegnung der 2. Fußball-Bundesliga dieser Saison, legten aber auch Fortunas eklatante Schwächen offen. 26 Torschüsse, neun Ecken und zwölf Flanken aus dem Spiel ließen die Rheinländer zu. Bei diesen Zahlen bleibt es fraglich, ob Fortuna sich noch länger an der Tabellenspitze behaupten kann. Das blieb bei den Akteuren auf dem Feld nicht unbemerkt. „Wir haben uns nach dem Spiel gegen St. Pauli vorgenommen, auch nach der Führung vorne anzulaufen. Das ist uns wieder nicht gelungen“, analysierte Düsseldorfs Niko Gießelmann: „Wir müssen die Ruhe bewahren.“

Mehr Punkte als gerechtfertigt

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass Düsseldorf mehr Punkte aus einer Partie holt, als es die Leistung gerechtfertigt hätte. Mit Duisburg, St. Pauli und Regensburg gewann die Fortuna gegen drei Mannschaften, die mit ihrer Chancenverwertung haderten. Denn Tormöglichkeiten liefern die Rot-Weißen ihrem Gegner zur Genüge. Nach Angaben des Datendienstleisters „Opta Sports“ bekommt keines der ersten zehn Teams der zweiten Fußball-Spielklasse so viele Schüsse aufs Tor wie der Tabellenführer.

Fortunas Cheftrainer Friedhelm Funkel sprach davon, dass „taktische Fesseln abgelegt wurden.“ Mit anderen Worten: Die Defensive konnte ihren Plan nicht einhalten, Führungen können bisher nicht souverän verteidigt werden. Funkel ist das durchaus bewusst, gerne hätte er mehr Spielkontrolle, auch nachdem Düsseldorfer Tore gefallen sind. Seine Mannschaft zieht sich nach Toren gerne zurück, defensive Akteure von der Bank bringt der Trainer deswegen schon nicht mehr: „Ich wollte, dass wir noch weitere Tore schießen. So eine Einwechslung wäre ein falsches Signal an die Mannschaft gewesen.“ Fortunas Jean Zimmer mahnte, dass die Punkte so nicht ewig gewonnen werden können. „Wir erarbeiten uns das Glück, dass wir momentan haben, doch wir dürfen uns nicht auf dem Erfolg ausruhen“, so der Flügelspieler: „Die Saison ist noch lang und es werden Rückschläge kommen.“

Zumindest bei der Gesundheit des Kaders hält das Glück der Rheinländer noch ein wenig an. Torhüter Raphael Wolf musste nach zwei Schlägen auf den Kopf gegen Tim Wiesner ausgewechselt werden, zeigte nach der Partie aber keinerlei Anzeichen einer Gehirnerschütterung. Ein Sprecher des Vereins teilte mit: „Bei dem Wechsel handelte es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, Raphaels Sicht war beim Spiel eingeschränkt, er wird die nächsten Tage ruhen und dann wieder ins Training einsteigen.“

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