Fußball-Oberliga

SC Düsseldorf-West: „Laufen uns nach Sponsoren Füße wund“

Mann der klaren Worte: Vorstandsvorsitzender Wolfgang Prager am Trainingsgelände des SC West.

Mann der klaren Worte: Vorstandsvorsitzender Wolfgang Prager am Trainingsgelände des SC West.

Foto: Baczyk

Düsseldorf.  Der SC-West-Vorsitzende Wolfgang Prager macht bei der Suche nach Geldgebern zwei große Probleme aus: Corona und Fortuna Düsseldorf.

Die Amateurvereine leiden weiterhin unter den Folgen der Corona Krise. Auch der SC Düsseldorf-West hat finanzielle Sorgen. „Während des Lockdowns sind uns Sponsoren abgesprungen. Außerdem war das Klubhaus lange geschlossen, und wir konnten keine Einnahmen generieren“, sagt der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Prager. Die Suche nach neuen Sponsoren gestaltet sich aktuell sehr schwierig. Viele Firmen wissen nicht, wie es in diesen ungewissen Zeiten weitergeht, und sagen ab. Wolfgang Prager zeigt dafür Verständnis. Er ist selber in der Messebranche tätig und weiß, wie hart die Zeit für viele Firmen ist.

Eine Sache bringt Prager aber trotzdem auf die Palme: „Alle Firmen rennen zur Fortuna. Sie schmeißen dem Verein das Geld nur so hinterher, und wir als lokaler Stadtteilverein laufen uns auf der Suche nach Sponsoren die Füße wund.“ Prager wünscht sich mehr Unterstützung von lokalen Firmen: „Ich würde mir wünschen, dass die Firmen noch mehr in ihre eigenen Stadtteile gucken. Wir haben als Verein auch eine hohe soziale Verantwortung für die Stadtteile Oberkassel, Niederkassel und Lörick und die Menschen, die hier wohnen“, so Prager.

Große soziale Bedeutung

Die soziale Bedeutung des Vereins für den Stadtteil zeigt sich schon durch die Lage des Sportplatzes. Das Gelände des SC West an der Schorlemerstraße ist umringt von vier Schulen. Dementsprechend kommen viele Kinder mit ihren Schulfreunden in den Verein. Knapp 500 Kinder und Jugendliche verteilen sich auf die Abteilungen Fußball, Handball, Gymnastik und Boule. Der SC West tut alles dafür, um alle Kinder aufnehmen zu können. „Bei uns im Verein werden alle gleich behandelt, wir sind eine große Gemeinschaft“, sagt Prager. Die Betreuung der Kinder funktioniert im Amateursport nur mit genügend ehrenamtlichen Helfern. „Wir haben viele Eltern, die ehrenamtlich helfen und zum Beispiel Jugendmannschaften trainieren. In Zukunft möchten wir den Trainern auch Trainerfortbildungen ermöglichen. Dafür benötigen wir aber auch die finanziellen Mittel“, sagt Pressesprecherin Karoline Haller.

Neben dem normalen Vereinsleben engagiert sich der SC West auch so in den umliegenden Stadtteilen. Seit ein paar Wochen hat der Verein eine Kooperation mit dem frisch eröffneten internationalen Kindergarten in Niederkassel. Mitglieder aus dem Verein sollen dort mit den Kindern Sport machen. Im Herbst (19. bis 22. Oktober) bietet der SC West zudem ein Fußballcamp an, an dem jeder, egal ob Vereinsmitglied oder nicht, teilnehmen kann. „Viele Familien können in diesem Jahr nicht wegfahren. Bei uns können die Kinder dann, natürlich unter strengen Hygienebedingungen, den ganzen Tag Fußball spielen“, erzählt Haller.

Albtraum 44 Spiele

Die erste Herrenmannschaft des SC West ist vorige Woche in die Oberliga-Saison gestartet. Mit 23 Teams ist die Liga in diesem Jahr so groß wie noch nie. „44 Spiele pro Team ist ein Albtraum. Du musst theoretisch einen riesigen Kader haben, aber wer kann sich das leisten?“, sagt Wolfgang Prager und bekräftigt sein eingangs erwähntes Anliegen noch einmal: „Wir Amateurvereine sind genauso wie die Bundesligisten auf Sponsoren angewiesen“.

Für die Mannschaft geht es in dieser Saison sportlich nur um den Klassenerhalt und das wird bei fünf Absteigern schwierig genug. Der Saisonstart ist mit einem Sieg und einer Niederlage zumindest schon einmal gut gelungen (cb)

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