2. Fußball-Bundesliga

So laufen die Auswärtsfahrten von Fortuna Düsseldorf

So sieht der Mannschaftsbus von Fortuna Düsseldorf aus.

So sieht der Mannschaftsbus von Fortuna Düsseldorf aus.

Foto: Frederic Scheidemann

Düsseldorf.  Sascha Rösler ist als Teammanager für die Organisation der Auswärtsfahrten verantwortlich. Der 42-Jährige beschreibt, worauf er achten muss.

Sascha Rösler ist schon viel ruhiger geworden. Viel, viel ruhiger. Als Spieler lief er in der Regel so aufgestachelt über den Platz, als hätte er eine Überdosis Koffein intus. Ein unfassbar unangenehmer Gegenspieler. Einer, den man sich nicht als Kontrahenten wünscht, ihn aber liebt, wenn er in den eigenen Reihen steht. Nur noch ganz gelegentlich blitzt der „alte“ Rösler in ihm durch. So wie vor knapp zwei Jahren, als ihn das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro belegte. Kurz nach dem Halbzeitpfiff im Bundesligaspiel bei Werder Bremen am 7. Dezember 2018 gab es ein Wortgefecht zwischen Bremer und Düsseldorfer Verantwortlichen, „wobei sich auf Düsseldorfer Seite insbesondere Rösler hervortat“, wie es in der Urteilsbegründung heißt, „indem er impulsiv und in unsportlicher Weise auf Bremer Beteiligte einredete.“

Wie gesagt: Er ist viel ruhiger geworden. Denn mittlerweile ist er 42 Jahre alt und als Teammanager von Zweitligist Fortuna Düsseldorf derjenige, der im Hintergrund die organisatorischen Fäden zieht. Und da sind in den Zeiten der Pandemie einige zusätzliche Aufgaben dazugekommen. Rösler muss das alles beachten, Vorschriften penibel einhalten, immer versuchen, einen Schritt weiter zu sein als die aktuelle Lage. Und dabei immer schön genau und ruhig bleiben.

Die Pandemie im Auge

Sascha Rösler gibt Einblicke in seinen Arbeitsalltag und erklärt in der Rubrik „Wie geht das eigentlich“, wie er die Auswährtsfahrten von Fortuna organisiert: „Selbstverständlich halte ich derzeit das aktuelle Pandemie-Level in Deutschland im Auge. Es ist einfach wichtig für mich und meine Arbeit, einschätzen zu können, wie die Gegebenheiten sind. An unseren Vorkehrungen ändert sich dadurch allerdings nicht so viel, weil wir mit Blick auf Hygiene und Infektionsschutz schon enorm hohen Standards folgen“, erzählt er. „In der aktuellen Zeit fahren wir nicht alle in einem Mannschaftsbus, sondern wir reisen in der Regel mit zwei Bussen an. Sonst könnten die Abstände nicht eingehalten werden. Wenn wir fliegen, dann buchen wir statt eines Charterfliegers für 32 Personen, einen mit 100 Sitzplätzen.“

Und auch bei den Übernachtungen gibt es nun deutlich mehr Platz. „In den Hotels haben wir eine ganze Etage für uns und nur Einzelzimmer. In Ingolstadt hatten wir sogar einen eigenen Fahrstuhl, den nur wir benutzen durften. Das ist schon ein erheblicher Mehraufwand, der natürlich auch einiges kostet. Wir haben uns deshalb und aus ökologischen Gründen auch eine Grenze gesetzt, ab wann wir erst auf das Flugzeug umsteigen“, verrät der ehemalige Profi, der auch für Aachen und Gladbach auflief. „Bis 400 Kilometer Anfahrt benutzen wir den Bus. Nach Hamburg reisen wir zum Beispiel mit dem Bus. Man muss ja auch sagen, dass unsere Busse schon richtig komfortabel sind und die Jungs sich durchaus entspannen können.“

„Lerne jeden Tag dazu“

Rösler ist derzeit nachdenklich. „Ich mache mir derzeit viele Gedanken über den Fußball und auch die Gesellschaft. Es sind natürlich schwierige Zeiten. In unserer Branche hat sich einiges verändert. Ich hätte mir als Spieler nicht ausgemalt, nun in so einer Position zu arbeiten. Ich lerne jeden Tag dazu. Als ich meine Profikarriere begonnen habe, gab es einen Trainer, einen Assistenten, der oft auch noch die Torhüter betreut hat, den Physio und den Zeugwart“, sagt er. „Das Trainer- und Funktionsteam ist jetzt viel größer, für fast alle Bereiche gibt es Spezialisten. So eben auch für alles rund um das Team. Ich versuche, in der Planung ganz genau auf alles zu achten. Nicht, dass durch einen Fehler von mir irgendetwas passiert. Dementsprechend sorgsam gehen wir alle gemeinsam mit den Vorgaben der DFL und der städtischen Behörden um und versuchen, sicher durch diese Zeit zu kommen.“ (gic)

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