Stolz auf das Erreichte

Puh! Eigentlich ist das Ding doch schon durch. Aber weil es doch noch einmal so eng und spannend wird, hält es René Witte nicht auf mehr auf seinem Platz ganz außen auf der Bank, mit dem er doch eigentlich immer fast fest verwurzelt ist. Der Geschäftsführer des HC Rhein Vikings steht plötzlich auf, geht hinter die Bank, stützt sich auf dieser ab und zittert. Doch dann die Erlösung: Christian Hoße trifft von der Siebenmeter-Marke zum 22:20, zur Entscheidung. Am Ende feiern die Vikings, für die auch noch Torwart Vladimir Bozic einen Siebenmeter-Treffer markiert, einen 23:20 (11:9)-Sieg über den Wilhelmshavener HV und haben erstmals seit dem vierten Spieltag wieder ein ausgeglichenes Punktekonto in der 2. Handball-Bundesliga: 15:15 Zähler.

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Puh! Eigentlich ist das Ding doch schon durch. Aber weil es doch noch einmal so eng und spannend wird, hält es René Witte nicht auf mehr auf seinem Platz ganz außen auf der Bank, mit dem er doch eigentlich immer fast fest verwurzelt ist. Der Geschäftsführer des HC Rhein Vikings steht plötzlich auf, geht hinter die Bank, stützt sich auf dieser ab und zittert. Doch dann die Erlösung: Christian Hoße trifft von der Siebenmeter-Marke zum 22:20, zur Entscheidung. Am Ende feiern die Vikings, für die auch noch Torwart Vladimir Bozic einen Siebenmeter-Treffer markiert, einen 23:20 (11:9)-Sieg über den Wilhelmshavener HV und haben erstmals seit dem vierten Spieltag wieder ein ausgeglichenes Punktekonto in der 2. Handball-Bundesliga: 15:15 Zähler.

Aber wo war er denn nun, der René Witte? Die Pressekonferenz war ja schon längst startklar. „Der ist bestimmt noch eine rauchen“, sagte der schmunzelnde Vikings-Trainer Ceven Klatt, der auch ohne seine verletzten Rückraum-Strategen Alexander Oelze, Daniel Pankofer und Thomas Bahn den siebten Saisonsieg geschafft hatte. René Witte kam dann, entschuldigte sich für seine Verspätung und strahlte – auch über ein Werk, das doch vor allem seines ist. Nämlich das Werk, neben Eishockey, Fußball und Tischtennis auch Handball auf Spitzenniveau in Düsseldorf zu etablieren.

Der Vikings-Geschäftsführer freute sich, dass am Samstagabend 909 Zuschauer ins Castello gekommen waren. „Ich finde, dass die Stimmung immer besser wird und hier langsam was entsteht“, sagte er. Stolz war er aber auch auf seine Handballer. „Was wir da abwehrtechnisch hinstellen, ist schon aller Ehren wert“, sagte René Witte. „Ich bin hochzufrieden. Die Mannschaft hat wieder viel Leidenschaft gezeigt.“ Und sie hatte gegen den ehemaligen Erstligisten vom Jadebusen (2002 bis 2008) einen ausgezeichneten Start hingelegt. „Wir sind so ins Spiel gekommen, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagte Trainer Ceven Klatt. „Wir wollten kompakt stehen und Wilhelmshaven zeigen, dass es hier schwierig wird.“

Das Rezept: ein konsequenter Doppelwechsel. Miladin Kozlina und Heider Thomas bildeten in der 6:0-Abwehr den starken Innenblock vor dem sehr starken Vladimir Bozic, und dafür kamen im Angriff Christian Hoße sowie Christopher Klasmann im zentralen beziehungsweise im linken Rückraum und somit zwölf der 23 Vikings-Treffer. „Wir schaffen es 13 Minuten ohne Gegentor und führen mit 5:0. Das war die Basis für unseren Sieg.“, sagte Trainer Ceven Klatt, der wegen vieler gelungener Aktionen in schöner Regelmäßigkeit strahlte, während er vor seiner Bank reichlich Meter, ja vielleicht sogar Kilometer machte und immer wieder Schlucke aus seiner Cola-Flasche nahm.

Eines wusste er nämlich: Das Ding ist trotz des Traumstarts und trotz des ersten Saisontores von Bennet Johnen, das der Vikings-Kapitän nach seiner langen Verletzungspause (Rücken-Operation) zur 21:16-Führung erzielt hatte, noch lange nicht durch. Und schließlich wurde es tatsächlich noch einmal eng – was auch daran lag, dass die Wilhelmshavener, die nur mit neun einsatzfähigen Feldspielern nach Düsseldorf gekommen waren, ihre schrecklich hohe Fehlerzahl aus der Anfangsviertelstunde um einiges reduzierten.

„Wir haben unseren Vorsprung bis zum 21:16 transportiert“, formulierte Ceven Klatt, „uns dann aber zu viele einfache Fehler erlaubt und im Angriff zu schnell abgeschlossen.“ Bis auf 20:21 verkürzte die Mannschaft von Trainer Christian Köhrmann. Und dann? „Dann beweist Christian Hoße Nervenstärke“, sagte Ceven Klatt und strahlte mal wieder. Der 27-Jährige verwandelte auch seinen fünften Siebenmeter an diesem Abend und entschied die Partie. Eiskalt und endgültig.

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