Fußball-Bundesliga

Warum Fortunas Ordnung beim 1:4 gegen Gladbach verloren ging

Frust nach dem Schlusspfiff (v. li.): Kaan Ayhan, Erik Thommy, Jean Zimmer, Rouwen Hennings und Adam Bodzek.

Frust nach dem Schlusspfiff (v. li.): Kaan Ayhan, Erik Thommy, Jean Zimmer, Rouwen Hennings und Adam Bodzek.

Foto: HORSTMUELLER GmbH/Schröder / Ja

Düsseldorf.  Nach einer starken ersten Hälfte unterliegen die Düsseldorfer gegen Gladbach 1:4. Auf die Systemänderung der Gäste hat Fortuna keine Antwort.

Auf den ersten Blick scheint die Erklärung für Fortunas 1:4-Niederlage im Derby gegen Borussia Mönchengladbach recht einfach. Da macht der erklärte Favorit nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte nur fünf Minuten nach Wiederbeginn das Führungstor – und dann nehmen die Dinge eben ihren Lauf.

Ganz so einfach war es am Samstagabend jedoch nicht. Natürlich spielte der Zeitpunkt des 1:2 durch Borussen-Kapitän Lars Stindl eine Rolle, es war jedoch nicht die entscheidende. Zwei andere Faktoren standen im Vordergrund: Die Gladbacher System-Umstellung zur Pause und die Tatsache, dass Fortuna laut Trainer Uwe Rösler „nicht die Laufleistung auf den Rasen brachte, die uns in den vergangenen Spielen ausgezeichnet hat“.

Virusinfekt bei Hennings

Zweiteres hatte natürlich Gründe, wobei Rösler die gesundheitliche Beeinträchtigung von Rouwen Hennings durch einen Virusinfekt und die fehlende Spielpraxis von Innenverteidiger Kasim Adams nannte: „Das war meine Entscheidung, deshalb trage ich die volle Verantwortung.“ Doch machen Hennings’ schwere Grippebeine, die ihn im Übrigen nicht daran hinderten, trotzdem einige gefährliche Situationen zu kreieren, und Adams’ im Vergleich zu seinem Vorgänger Markus Suttner seltenere Vorstöße wirklich acht Kilometer Unterschied aus? „Wir sind als Team nur 110 statt zuletzt 118 Kilometer gelaufen“, berichtete der Coach, doch man darf darüber streiten, ob diese Differenz wirklich zum 1:4 führen musste.

Eher schien doch der Grund zu sein, dass Fortuna keine Antwort auf die taktische Umstellung des Gladbacher Trainer Marco Rose fand. „Fortuna hat richtig stark gespielt und uns vor einige Probleme gestellt“, sagte Rose, „da mussten wir uns etwas einfallen lassen.“ Er stellte von Dreier- auf Viererkette um, ließ Stindl zwischen Mittelstürmer- und Zehnerposition pendeln und beorderte den zuvor zentral stürmenden Marcus Thuram auf den linken Flügel.

Ex-Fortune Neuhaus überragte

„Damit hat Gladbach unseren Spielaufbau über Kaan Ayhan und mich lahmgelegt“, erklärte Matthias Zimmermann, der Fortunas rechte Seite beackerte, enttäuscht. Doch nicht nur das. Da Borussias Mittelfeldzentrale um den überragenden Ex-Fortunen Florian Neuhaus die Düsseldorfer Achse Kevin Stöger/Valon Berisha in den Griff bekam, war Fortuna ihrer größten Stärke beraubt. Wenn dann auch noch in Kasim Adams eine permanente Schwachstelle auszumachen ist, die man bei Gladbach vergeblich suchte, ist der Verlauf der zweiten Hälfte nicht mehr verwunderlich.

Rösler forderte dennoch, „das Positive aus diesem Spiel mitzunehmen“, und das ist fraglos auch die einzig richtige Sichtweise. Festzuhalten bleibt dennoch, dass Erik Thommy derzeit der einzige ist, der Hennings beim Toreschießen ein wenig entlastet, und Hennings hat in diesem Jahr noch keinen Ligatreffer erzielt. Immerhin ist die Sperre von Innenverteidiger Andre Hoffmann nun abgelaufen; er kann der Abwehr deutlich mehr Stabilität verleihen. (jol)

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