Fußball-Bundesliga

Wie es mit Fortuna Düsseldorf weitergehen kann

Geht es weiter in der Fußball-Bundesliga – und wenn ja: wie? Fortunas Trainer Uwe Rösler mit Valon Berisha und Kevin Stöger (v.re.).

Geht es weiter in der Fußball-Bundesliga – und wenn ja: wie? Fortunas Trainer Uwe Rösler mit Valon Berisha und Kevin Stöger (v.re.).

Foto: Christian Schroedter / imago

Düsseldorf.  Die Bundesliga überlegt sich Szenarien für diese Saison: Diese reichen von Nachholpartien über Geisterspiele bis hin zu einem Saisonabbruch.

Am Montag sitzen die Vertreter der 36 Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga zusammen, um eine Lösung für die unterbrochene Saison zu finden. Auch bei Fortuna weiß zur Stunde niemand, ob und wie es in der Liga weitergeht. „Vom Gefühl her ist es wie eine dritte Saisonvorbereitung“, sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Röttgermann. „Wir müssen ein gesundes Anspannungslevel finden. Das wiederum ist schwierig, weil wir kein Datum haben, auf das wir hinarbeiten.“ Dennoch ist er zuversichtlich: „Trainer Uwe Rösler und sein Team werden das sicher gut hinkriegen.“ Fünf Szenarien scheinen denkbar.

1. Kurze Pause. Die Optimisten behalten Recht, und es kann noch im April ganz normal weitergespielt werden, weil die Infektionsgefahr deutlich gesunken ist. Bewertung des Szenarios: Es wäre für Fortuna und alle anderen Klubs das Beste und Einfachste, allein ist die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens äußerst gering. Denn so viel haben alle Fußballfans anhand der bereits absolvierten Geisterspiele festgestellt: Eine Fortführung des Spielbetriebs ist nur dann sinnvoll, wenn auch Zuschauer in die Stadien dürfen. Und das scheint derzeit nahezu ausgeschlossen.

2. Längere Pause. Die Unterbrechung wird verlängert, bis wieder vor Zuschauern gespielt werden kann. Das ist selbstverständlich nur möglich, wenn die Saison bis tief in den Juni verlängert werden kann, indem die EM verschoben wird. Bewertung des Szenarios: Sportlich wie wirtschaftlich die fairste Lösung, aber noch kann niemand sagen, ob sie realistisch ist. Fortuna hat noch neun Spiele auszutragen, Bremen und Frankfurt sogar zehn. Hinzu kommen Pokal- und Europapokalspiele. Da am 30. Juni viele Verträge enden, bei Fortuna nur als Beispiele die von Kevin Stöger, Valon Berisha oder Erik Thommy, muss die Saison spätestens dann beendet sein. Das wird sehr eng, und niemand kann das garantieren.

3. Play-off-Runde. Die ersten vier der aktuellen Tabelle spielen, notfalls ohne Zuschauer, den Meister aus, die letzten vier zwei Absteiger, analog dazu läuft es in der 2. Liga. Fortuna hätte in diesem Fall ein oder zwei Play-off-Partien gegen Werder Bremen, Mainz ebenso gegen Paderborn, die Verlierer steigen ab. Bewertung des Szenarios: Die Saison könnte zwar schnell zu einem Ende gebracht werden, aber die wirtschaftlichen Probleme eines Abbruchs wären nicht gelöst. Sportlich wäre eine solche Variante grotesk, da die Paarungen nach nur 25 Spieltagen völlig willkürlich sind und das Play-off-System im deutschen Fußball überhaupt nicht verankert ist.

4. Annullierung. Alle Ligen werden abgebrochen, die Saisons beendet und in der gleichen Zusammensetzung von Vereinen im August neu begonnen. Bewertung des Szenarios: Sportlich unfair, denn wie wollte man zum Beispiel der mit besten Aufstiegschancen ausgestatteten Bielefelder Arminia erklären, dass alle ihre Bemühungen in der 2. Liga umsonst waren? Fortuna hätte so zwar den Klassenerhalt geschafft, aber zu einem hohen Preis: Wirtschaftlich wäre es eine Katastrophe für alle Vereine, da sowohl die Zuschauer- als auch die letzte Tranche der Fernseheinnahmen ausblieben. Zudem gäbe es Regressforderungen der Sponsoren.

5. Abbruch mit Aufstockung. Die Saison ist sofort beendet, Fortuna Düsseldorf bleibt ebenso in der Bundesliga wie Mainz 05, Werder Bremen und der SC Paderborn, die ersten Vier der 2. Bundesliga steigen auf. Es wird ab August mit 22 Teams gespielt, die Liga dann in zwei Jahresstufen durch erhöhten Abstieg wieder auf 18 Klubs zurückgeführt. Bewertung des Szenarios: Sportlich ist es – sollte nicht mehr vor Zuschauern gespielt werden können – die fairste Lösung von allen, ein echter Solidarpakt, mit dem auch Fortuna sehr gut leben könnte. Der große Haken ist die finanzielle Seite, denn wie bei Szenario vier fehlen wichtige Einnahmen durch Zuschauer und Fernsehgeld. Das können die Klubs nicht alleine stemmen. (jol/erer)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben