Hockey

Bewegender Abschied für die Duisburgerin Pia Maertens

Bewegender Abschied für Pia Maertens: Die Raffelberger Spielerinnen standen Spalier.

Bewegender Abschied für Pia Maertens: Die Raffelberger Spielerinnen standen Spalier.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Hockey-Nationalspielerin Pia Maertens verlässt den Club Raffelberg. Ihr Verein bereitete der Duisburgerin einen bewegenden Abschied.

Einen solchen Abschied zu beschreiben, fällt immer schwer. Schön ist er, weil der Verein seine Wertschätzung zeigt. Traurig bleibt er, weil es eben ein Abschied ist. „Ich habe sehr viel geweint“, sagt schließlich Pia Maertens in einem Tonfall, der dennoch die Freude über das Erlebte zum Ausdruck bringt. „Es war eine riesige Überraschung“, betont sie. Dass sie verabschiedet werden soll, wusste die Hockey-Nationalspielerin des Club Raffelberg zwar. Dass es ein Abschiedsspiel sein würde, hatte ihr Team erfolgreich geheimgehalten.

Entscheidung bis zum 22. Juli

Viele alte Weggefährtinnen waren gekommen, um Maertens tschüss zu sagen. „Das waren sehr viele Freundinnen“, sagt die 20-Jährige. Dass sie gehen würde, dass sie gehen muss – das stand schon lange fest. Bundestrainer Xavier Reckinger hatte sie als Zweitliga-Spielerin in den A-Kader der Nationalmannschaft berufen, wo sie in ihrem Premierenjahr zur Stammspielerin in der Pro League wurde. Er hatte aber auch klargemacht, dass er im vorolympischen Jahr von ihr erwarte, bei einem Erstligisten zu spielen.

„Ich drücke Raffelberg die Daumen, dass der Erstliga-Aufstieg gelingt“, hatte Reckinger vor Beginn der Rückrunde gesagt, weil „ich kein Freund davon bin, dass Führungsspielerinnen ihren Heimatverein verlassen“. Doch im Zweikampf setzte sich Flottbek durch. Raffelberg blieb Zweitligist – und Pia Maertens nichts anderes übrig, als zu wechseln.

Wohin? „Das weiß ich noch nicht“, sagt sie. „Aber ich werde mich bis zum 22. Juli entschieden haben.“ Der Termin ist gut gewählt. Aktuell hat sie einige Klausuren und Prüfungen vor sich – am 23. Juli steht der nächste Lehrgang mit der Nationalmannschaft an. „Und bevor das losgeht, werde ich die Entscheidung treffen“, erklärt sie. „Ich kenne schließlich alle Fakten.“

Olympische Spiele in Tokio im Blick

Wohin sie auch geht, Raffelberg wird sie im Herzen tragen. Maertens: „Dieser Abschied hat mir noch einmal gezeigt, was für ein besonderer Verein das für mich ist und immer sein wird.“ Ihr sportliches Zuhause eben. Als das Spiel der ersten Raffelberger Damen-Mannschaft gegen „Pias Freundinnen“ zu Ende war, sie selbst auf beiden Seiten gespielt hatte, wurde sie schließlich ausgewechselt – und das Spiel dann auch beendet.

„Es kamen ganz viele Spielerinnen aus den Mädchen-Mannschaften. Alle möglichen Altersklassen, einfach alle, die ich mal trainiert habe“, beschreibt Pia Maertens die Szene. Sie stellten sich zu einem Spalier auf, durch das sie zum vorerst letzten Mal ein Hockey-Spielfeld im Dress des Club Raffelberg verließ.

Dass dies eine der Szene war, als ihr die Tränen kamen, versteht sich beinahe schon von selbst.

Nun geht es aber auch weiter. Denn die Chance auf Großes ist da. Noch erfolgte keine finale Nominierung, aber in diesem Jahr stehen noch die Europameisterschaft und die Olympia-Qualifikation an -- und 2020 die Olympischen Spiele in Tokio selbst. Egal, bei welchen Turnier Pia Maertens auflaufen wird – der Club Raffelberg wird ihr die Daumen drücken.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben