Kanu

Corona: Weltcup-Absage bedroht Duisburger Regatta-Verein

Die Rennen der internationalen Top-Kanuten im Rahmen des Weltcups in Duisburg fallen aus.

Die Rennen der internationalen Top-Kanuten im Rahmen des Weltcups in Duisburg fallen aus.

Foto: Joerg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Weltverband sagte den für Mai in Duisburg geplanten Kanu-Weltcup mit der Olympia-Qualifikation ab. Ein Desaster für den Kanu-Regatta-Verein.

Jürgen Joachim, Präsident des Kanu-Regatta-Vereins Duisburg, spricht von einem „Desaster“. Der Internationale Kanu-Verband ICF sagte am Mittwoch die internationale Regatta, die vom 21. bis zum 24. Mai in Duisburg über die Bühne hätte gehen sollen, aufgrund der Corona-Krise ab. Der Ausfall dieser Regatta gefährde die Existenz des ehrenamtlichen Vereins, befürchtet Joachim den finanziellen Knockout.

Zum Regattaprogramm gehörten der Weltcup, die Rennen um die letzten Tickets für die Olympischen Spiele in Tokio und die Weltmeisterschaften der Para-Kanuten. Somit fällt auch der Heimstart der Duisburger Para-Kanutin Katharina Bauernschmidt ins Wasser. Die Sportlerin des WSV Niederrhein hatte noch in der letzten Woche im Rahmen einer Pressekonferenz gesagt, dass sie hoffe, dass ihr Traum von Tokio aufgrund der Corona-Krise nicht platzen würde.

Zum letzten Meldeteam am 3. März hatten 882 Kanuten aus 47 Nationen ihr Kommen angesagt. „Zuletzt sind wir aber von 1200 Aktiven aus 60 Ländern ausgegangen“, sagt Regatta-Chef Jürgen Joachim.

Aussichten für den Sommer sind trübe

Die Entscheidung des Weltverbandes habe ihn nicht überrascht. Er stehe auch „voll hinter der Entscheidung. Die Gesundheit der Menschen muss Vorrang haben“, betont Joachim.

Die ICF behält sich noch vor, einen Ersatztermin für den Sommer anzusetzen, falls die Ausbreitung des Corona-Virus bis dahin abebben sollte. Der Kanu-Regatta-Verein stünde zwar bereit, die Rennen dann zu organisieren, doch unterstreicht Jürgen Joachim, dass derzeit nicht absehbar sei, ob dies realistisch ist: „Wir wollen nicht spekulieren.“ Die Aussichten, dass im Sommer im Sportpark Wedau gepaddelt werden könnte, sind trübe. Auch die Junioren-Weltmeisterschaften, die vom 16. bis zum 19. Juli in Brandenburg stattfinden sollten, fallen aus. Das Land Brandenburg hat alle Sportanlagen bis Ende Juli gesperrt.

Hoffen auf Bund, Land und Stadt

Die Absage für die Wettkämpfe in Duisburg bringen den Regattaverein nun in Schwierigkeiten. „Die Absage trifft uns ins Mark. Das ist für einen ehrenamtlichen Verein eine prekäre Situation“, sagt Jürgen Joachim. Der Verein musste in Vorleistung treten, rund 130.000 Euro Ausgaben stehen bereits in den Büchern. Große Hotelkontingente – rund 7000 Betten – Anzahlungen für Caterer und Security – schlagen ins Kontor. Im Gegensatz zu Privatreisenden, die in Internetportalen kurzfristig Hotels kostenfrei stornieren können, gibt es diese Möglichkeit für Buchungen in dieser Größenordnung nicht.

Der Kanuregatta-Verein ist gemeinnützig und darf weder Vermögen noch Rücklagen bilden. Im schlimmsten Fall bleiben die Duisburger Paddler auf ihren Kosten sitze, Dann drohe die Insolvenz – und internationale Regatten seien „in Duisburg auf Jahre nicht mehr denkbar“, so Joachim.

Der Präsident hofft auf Hilfe der öffentlichen Hand durch Bund, Land und Stadt. Joachim verweist nicht nur auf drohende rote Zahlen, sondern auch auf vergangene schwarze Zahlen. Jürgen Joachim rechnet vor: „Wir sind für Duisburg ein Wirtschaftsfaktor. Mit einer internationalen Kanu-Regatta bringen wir bis zu 700.000 Euro in die Stadt.“

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