Judo

Das Judoturnier des PSV Duisburg war erneut ein Erfolg

331 Teilnehmer aus 145 Vereinen maßen sich in der Walter-Schädlich-Halle.

Foto: Fabian Strauch

331 Teilnehmer aus 145 Vereinen maßen sich in der Walter-Schädlich-Halle. Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Der war zum 20. Mal Gastgeber. Ex-Weltklassekämpfer Alexander von der Groeben führte trotz Knieoperation souverän durch das Programm.

Alexander von der Groeben und Seid Vejzovic haben zwei Gemeinsamkeiten. Beide lieben den Judo-Sport. Und beide wollten beim Internationalen Turnier der männlichen U-16-Jugend, das der PSV Duisburg am Samstag zum 20. Mal ausrichtete, unbedingt dabei sein. Von der Groeben, einst Judoka von Weltklasse-Format, heute Sportjournalist und Schauspieler, ist nach einer Knieoperation zurzeit an Krücken unterwegs. Absagen wollte der 62-Jährige seinen Kommentatoren-Einsatz in der Walter-Schädlich-Halle aber nicht. Gewohnt nonchalant führte der frühere Europameister durch das Wettkampf-Programm.

Seid Vejzovic nahm darin einen ganz kleinen Part ein. Handgestoppte 24 Sekunden dauerte sein Kampf gegen Kevin Gajt. Dann legte ihn sein Kontrahent aus Schwäbisch Gmünd gekonnt flach. Ippon, Ende, aus. In der teilnehmerstärksten Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm bedeutete die Auftaktniederlage sogleich das Ausscheiden.

PSV-Talente sammelten Erfahrung

Schade, aber nicht schlimm. Schließlich war der Zwölfjährige nur zum Reinschnuppern da. „Für Seid kam die Teilnahme an unserem Turnier eigentlich zu früh. Aber er wollte sich die Gelegenheit, hier zu starten, einfach nicht entgehen lassen. Und jetzt weiß er, was ihn in den nächsten beiden Jahren erwartet“, meinte PSV-Trainer Maurice Nuckelt.

Nuckelt schickte neben Seid Vejzovic drei weitere Talente ins Rennen, für die es als jüngere Jahrgänge in erster Linie darum ging, Erfahrungen auf hohem Niveau zu sammeln. Am besten schnitt Anton Serdyuk (Jg. 2005, bis 40 kg) ab. Nach verlorenem Auftaktkampf gelangen ihm in der Trostrunde zwei Siege, im Endklassement stand so ein starker neunter Platz zu Buche. Yunus Vural (Jg. 2005, bis 37 kg) gewann gegen den Briten Lewis Mersini und unterlag dann zweimal. Für Soufien Manai (Jg. 2004, bis 50 kg) war in der ersten Runde Endstation. „Wichtig ist, dass die Jungs Wettkampf-Praxis gegen starke Konkurrenten sammeln und miterleben, wie ein Turnier dieser Größenordnung abläuft“, so Nuckelt.

Das Meldeergebnis bewegte sich auf Rekordniveau. 331 Teilnehmer aus 145 Vereinen und fünf Nationen duellierten sich in zehn Gewichtsklassen. Für internationales Flair sorgten die rund 50 Starter aus Großbritannien, Slowenien, Belgien und den Niederlanden. In der Mannschaftswertung hatte, wie schon im Vorjahr, der Landesverband Berlin die Nase vorn.

Talentsichtung des DJB

Der Deutsche Judo-Bund nutzte das Traditionsturnier einmal mehr zur Talentsichtung. Den Preis für den besten Techniker verlieh Bundestrainer Bruno Tsafack an den Bottroper Bastian Sauerwald. „Es waren wieder einige Jungs dabei, die national, vielleicht auch international ihren Weg gehen werden“, befand Erik Gruhn.

Der Judo-Abteilungsleiter des PSV sorgt mit seinen Mitstreitern seit 1999 dafür, dass sich der Nachwuchs in Duisburg wohlfühlt. Erst jahrelang in der Sporthalle an der Großenbaumer Allee, seit 2016 in Hamborn. In der Walter-Schädlich-Halle finden die jungen Herren in den weißen und blauen Judogi auf und neben den sechs Wettkampfflächen ideale Bedingungen vor.

Der Veranstaltungsort ist freilich nur ein Grund für die ungebrochene Beliebtheit des Talente-Treffens. Mindestens ebenso sehr zieht das Trainingscamp, das der PSV Duisburg gestern und heute in der Sportschule Wedau durchführt. Auch viele Teilnehmerinnen des weiblichen U-16-Turniers, das am Samstag in Bottrop stattfand, sind dort mit von der Partie. „Das Paket aus sportlichem Vergleich und Training mit anderen Landesverbänden macht einfach Sinn. Mittlerweile bleiben immer mehr Auswahlmannschaften drei Tage in Duisburg“, freut sich Erik Gruhn. Die Frage, ob es 2019 die 21. Auflage des Internationalen U-16-Turniers geben wird, stellt sich also nicht. „Wir müssen in den Tagen nur noch den genauen Termin festzurren“, so Gruhn.

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