Fußball-Niederrheinpokal

Dem FSV fehlt noch ein Sieg bis zur TV-Liveübertragung

Im November bejubelten Anil Yildirim (l.) und Ali Basaran den Einzug ins Halbfinale durch ein 7:6 nach Elfmeterschießen gegen den SV Scherpenberg.

Im November bejubelten Anil Yildirim (l.) und Ali Basaran den Einzug ins Halbfinale durch ein 7:6 nach Elfmeterschießen gegen den SV Scherpenberg.

Foto: Lars Heidrich

Duisburg.   Der FSV Duisburg spielt am Dienstagabend im Halbfinale des Niederrheinpokals bei Rot-Weiß Oberhausen. Der Aufstieg hat allerdings Priorität.

Fred Bockholt, ehemaliger Trainer der MSV-Amateure, nahm am vergangenen Mittwoch als Scout in Diensten des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen die Landesliga-Nachholpartie zwischen dem FSV Duisburg und dem SV Hönnepel-Niedermörmter unter die Lupe. Einen besseren Termin hätte sich der frühere Bundesligatorhüter nicht aussuchen können, findet FSV-Trainer Denis Tahirovic. „Hoffentlich nimmt er dieses Spiel als Maßstab“, sagt er augenzwinkernd in der Gewissheit, dass jenes 0:0 gegen die abstiegsbedrohten Kalkarer beim besten Willen nicht die beste Saisonleistung seines Teams war.

Die RWO-Verantwortlichen werden freilich professionell genug sein, sich über einen längeren Zeitraum einen Eindruck von jener Mannschaft gebildet zu haben, auf die sie am Dienstag um 19.30 Uhr in ihrem heimischen Stadion Niederrhein im Halbfinale des Niederrheinpokals treffen.

Historisches ist greifbar

Mit einem Sieg könnte der FSV Historisches leisten und gleichzeitig die Voraussetzung für den nächsten Eintrag in die Vereinsannalen schaffen. Der Einzug in das Endspiel, wo der Gegner am 21. Mai Rot-Weiß Essen heißen wird, würde eine Live-Übertragung in der ARD beim „Finaltag der Amateure“ nach sich ziehen – und mit einem weiteren Coup ginge es dann sogar in die erste Runde des DFB-Pokals. Die letzte Duisburger Mannschaft abseits des MSV, die das geschafft hat, war 1988 Hamborn 07. In der ersten Runde, die seinerzeit den Amateurteams nicht automatisch einen Gegner aus dem Profibereich bescherte, gab es für den damaligen Oberligisten eine 1:2-Niederlage beim SSV Reutlingen.

Trotz dieser großen Chance hält sich die Euphorie rund um die Warbruckstraße aber in Grenzen. „Der Pokal ist sicher ein Traum, aber wichtiger ist die Meisterschaft. Wir dürfen uns ein Jahr Arbeit jetzt nicht kaputt machen“, sagt Klubchef Erol Ayar angesichts des momentanen zweiten Platzes in der Landesliga und fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger SV Scherpenberg. Sein Trainer stößt ins gleiche Horn. „Priorität hat ganz klar die Meisterschaft. Den Pokal nehmen wir aber gern mit. Wir freuen uns schon auf die Atmosphäre“, sagt Denis Tahirovic, der den letzten Satz durchaus mit etwas Sarkasmus auf den Umstand lenkt, dass dem FSV das Heimrecht abgenommen wurde, weil der Klub keine aus Sicht des Verbandes geeignete Anlage bieten konnte. Das unerwünschte Auswärtsspiel hat merklich an der Motivation geknabbert.

Kein kampfloses Abschenken

Das heißt aber nicht, dass mit der Außenseiterrolle gleichzeitig ein kampfloses Abschenken verbunden sein soll. „Ich glaube nicht, dass wir chancenlos sind. RWO ist natürlich ein Regionalliga-Verein mit großer Tradition, hatte aber zuletzt in der Liga auch so seine Schwierigkeiten. Wir spielen da jetzt nicht gegen den KFC Uerdingen oder Viktoria Köln“, meint Coach Tahirovic, der die Oberhausener seinerseits auch zweimal beobachtet hat. Offen ist, ob er wie am Sonntag beim 1:0 gegen Arminia Klosterhardt wieder auf Kapitän Bora Karadag, Ibrahim Bayraktar und Ali Basaran verzichtet. Seinen Platz sicher haben dürfte derweil der nach Verletzung hoffnungsvoll zurückgekehrte Rechtsverteidiger Enes Bayram.

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