DFB-Pokal

Der BVB war mehrere Nummern zu groß für den MSV Duisburg

Der Anfang vom Ende: MSV-Neuzugang Max Sauer (links) spielte den Ball im Strafraum mit der Hand. Den fälligen Elfmeter verwandelten die Dortmunder zum 0:1. Der MSV Duisburg fand kein Mittel, um noch einmal zurück in die Partie zu kommen.

Der Anfang vom Ende: MSV-Neuzugang Max Sauer (links) spielte den Ball im Strafraum mit der Hand. Den fälligen Elfmeter verwandelten die Dortmunder zum 0:1. Der MSV Duisburg fand kein Mittel, um noch einmal zurück in die Partie zu kommen.

Foto: Lars Baron / Getty Images

Duisburg.  Der MSV Duisburg war im DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund chancenlos und verlor 0:5. 100 Fans feierten die Rückkehr in die Duisburger Arena.

Drittligist MSV Duisburg kassierte gegen Bundesligist Borussia Dortmund eine 0:5 (0:3)-Packung und ist schon in der ersten Runde aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Trotzdem war es ein schöner Fußball-Abend an der Wedau, der sich nicht über das Ergebnis definiert. Die Seele des Spiels kehrt zurück. 100 Fans hauchten der Duisburger Arena wieder Leben ein.

Auf den letzten Metern hatte der MSV dieses schöne Signal möglich gemacht. Ursprünglich hätten nur 300 Sponsoren dem Spiel beiwohnen dürfen, letztlich gingen dann 100 Tickets in die Hände der Fans. Einige Karten aus dem Bereich der Geldgeber kamen erst über dem Umweg von Versteigerungen im Internet beim Zuschauer an.

Die Fans, die auf der Haupttribüne saßen, machten von Beginn an Stimmung, die Arena-Regie leistete vor dem Anpfiff mit einer Lichtershow einen beeindruckenden Beitrag. Die Stimmung wäre noch deutlich besser gewesen, wenn es denn mit der dicken Pokalüberraschung geklappt hätte. Doch der BVB war für die Zebras mehrere Nummern zu groß. Da war für den Underdog nichts drin.

Zum Thema Überraschungen: MSV-Trainer Torsten Lieberknecht wählte zum Ende der partiellen Geistervorbereitung eine Aufstellung, die so nur wenige erwartet haben dürften. Mit Max Sauer, Dominic Volkmer, Niko Bretschneider und Wilson Kamavuaka standen vier Neue in der Startelf. Bret­schneider konnte den Trainer in der Vorbereitung nachhaltig überzeugen und durfte zur Belohnung auf der linken offensiven Außenbahn von Beginn an kicken.

Mit Innenverteidiger Dominik Schmidt und Mittelfeldmann Mirnes Pepic saßen zwei Zugänge mit dem Anspruch, Führungsspieler zu sein, auf der Bank. Beim BVB fielen Stammkeeper Roman Bürki (Hüftprobleme) und Raphael Guerreiro (Zerrung) kurzfristig aus. Marco Reus saß beim Anpfiff auf der Bank.

Sauer verursacht Elfmeter

Der MSV begann forsch und mutig. Das will Torsten Lieberknecht auch in der Liga gegen Verl und Rostock sehen: Die Meidericher begegneten dem Vizemeister mit einem aggressiven Pressing. Allerdings ließ sich Dortmund davon nicht beeindrucken und schüttelte die Zebras wie lästige Fliegen ab.

Der Traum von der Sensation lebt in solchen Spielen so lange, bis die Null nicht mehr steht. Das war bereits nach 14 Minuten der Fall – auf denkbare ärgerliche Weise. Max Sauer ging im eigenen Strafraum mit dem ausgestreckten Arm an den Ball. Schiedsrichter Robert Kampka entschied zurecht auf Elfmeter. Jadon Sancho verwandelte sicher zum 0:1.

Nun blieb noch die Hoffnung auf einen Gegenschlag. Ahmet Engin (23.) und Sinan Karweina (29.) verbuchten aussichtsreiche Schüsse, die aber nicht zum Erfolg führten. In der 30. Minute erzielte Jude Bellingham nach einer brillanten Kombination das 0:2. Da war klar: Der MSV würde die Segel streichen.

MSV Duisburg verlost drei Trikots

In der 38. Minute war das Spiel für Dominic Volkmer vorbei. Er holte BVB-Stürmer Erling Haaland an der Strafraumgrenze per Notbremse von den Beinen und kassierte die Rote Karte. Das war im Kampf um einen Stammplatz in der Innenverteidigung keine gute Werbung.

Das Verteidigen von Freistößen müssen die Zebras noch üben. Thorgan Hazard düpierte die Duisburger Mauer beim folgenden Freistoß und traf zum 0:3 (39.). Auch beim 0:4 in der 50. Minute war die Defensivleistung der Meidericher armselig. Giovanni Reyna knallte den Ball per Freistoß in die Duisburger Mauer. Dort stand BVB-Mann Axel Witsel, der den Ball zum 0:4 abfälschte.

In der 58. Minute folgte noch der Auftritt von Marco Reus, der erstmals nach seiner langen Verletzungspause wieder ein Pflichtspiel betritt. Reus war erst wenige Sekunden auf dem Platz, als er in Anschluss an einen Freistoß das 0:5 markierte.

Am Montagvormittag hatte der MSV die Duisburger Hafen AG als Trikotsponsor für den DFB-Pokal präsentiert, die Zebras kickten folglich mit dem Duisport-Schriftzug auf der Brust gegen den BVB. In der Pressemitteilung hatte der MSV den Plural gewählt: „Duisport ziert die Trikot-Brust des MSV Duisburg in den DFB-Pokalspielen in der Saison 2020/21.“ Doch nun verschwinden die Shirts bis auf drei Exemplare als „One-hit-wonder“ im Schrank. Diese drei Trikots wird der MSV unter den Geisterticket-Kunden verlosen.

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