Kanurennsport

Der Duisburger Tom Maaßen ist Kanu-Weltmeister

Tom Maaßen (Duisburg), Moritz Florstedt (Magdeburg), Jochen Wiehn (Karlsruhe) und Jack Gries (Essen, von links) auf dem Weg zum WM-Titel.

Tom Maaßen (Duisburg), Moritz Florstedt (Magdeburg), Jochen Wiehn (Karlsruhe) und Jack Gries (Essen, von links) auf dem Weg zum WM-Titel.

Foto: Ute Freise

Duisburg.  Der 17-Jährige vom WSV Niederrhein holt bei der Junioren-WM erst Silber im Einer über 200 Meter und legt im Vierer über 500 Meter Gold nach.

André Brendel ist begeistert. Im Jahresaufbau ging es für Tom Maaßen vom WSV Niederrhein in ein Trainingslager nach Florida. Danach wurde im Bundesleistungszentrum an der Duisburger Regattabahn weiter geübt. Und dem damaligen Stützpunkttrainer des Deutschen Kanu-Verbandes, der inzwischen Para-Bundestrainer ist, war „im April oder Mai klar, dass Tom noch viel stärker ist als im vergangenen Jahr“ – und 2018 hatte er bei der Junioren-Weltmeisterschaft immerhin Bronze im Einerkajak über 200 Meter geholt.

Das hat der 17-Jährige nun getoppt – und wie. Bei der Junioren-WM im rumänischen Pitesti holte der Duisburger Silber und schnappte sich im Viererkajak über die 500 Meter zusammen mit Moritz Florstedt (Magdeburg), Jochen Wiehn (Karlsruhe) und Jack Gries (Essen) sogar den Weltmeistertitel. „So etwas hatten wir in Duisburg schon lange nicht mehr“, freute sich Brendel, der Maaßen fünf Jahre lang trainiert hatte.

Podium war das Ziel

„Das Podium war schon das Ziel“, sagte Maaßen, der nach langer Zeit mal wieder eine trainingsfreie Woche genießt. „Zumal ich ja nun ein älterer Jahrgang war.“ Das klingt selbstbewusst – was der junge Duisserner aber auch mit einem Maß Bescheidenheit verbindet. „Ich habe das große Glück, in Duisburg zu wohnen. Die Regattabahn ist eine Topstrecke und das neue Bundesleistungszentrum ist hervorragend“, sagt Maaßen. So hat der 17-Jährige nicht nur bei den Trainingslagern in Florida, Kienbaum und Duisburg überzeugt, sondern konnte auch sechsmal pro Woche auf einer der renommiertesten Strecken der Welt trainieren – und das quasi direkt vor der Haustür.

„Ich hatte mit Felix Gries einen sehr starken Trainingspartner“, berichtet der frisch gebackene Weltmeister. So deutete sich auf den Sichtungen und internationalen Regatten an, wie gut der Duisburger ist. Sowohl im Vierer als auch im Einer landete er stets ganz vorne.

Brendel erklärt: „Wir wussten, dass Tom in herausragender Form ist. Auf den Regatten konnten wir dann sehen, wo er im internationalen Vergleich steht.“ Und dort bestätigte sich schließlich: Er steht ganz weit vorne.

Erst Spannung, dann ein klarer Sieg

Die Rennen selbst – die den jungen Mann erst zum Vizeweltmeister, dann zum Weltmeister machten – waren bemerkenswert. Über die 200 Meter im K1 „ist mir fast das Herz stehen geblieben“, berichtet Brendel. Denn nach Rennbeginn „brauchte Tom eine gefühlte halbe Sekunde, ehe er los fuhr“, so Brendel. „In Wirklichkeit war das weniger, aber so etwas passiert Tom sonst nie. Und nervös war er sicher nicht, dafür ist er schon Profi genug.“ Zur Mitte des Rennens lag Tom Maaßen auf Rang acht – und zündete schließlich den Turbo. „Er hatte ganz klar die höchste Geschwindigkeit“, war Brendel begeistert. Schließlich musste ein Zielfoto Aufschluss darüber geben, wer gewonnen hatte – und tatsächlich hatte Maaßen den Weltmeistertitel nur um sechs Hundertstel verpasst.

Im K4 über 500 Meter ließ sich das deutsche Boot aber nicht mehr stoppen. „Das war ein Start-Ziel-Sieg. Schon nach dem Start waren die Jungs eine Bootsspitze vorne – und das ist auf der Distanz sehr viel“, schildert Brendel das Rennen. Die vier Jungs behielten das Tempo bei und kamen nach 500 Metern mit einer Bootslänge Vorsprung ins Ziel. „Das sind elf Meter!“, betont Brendel.

Und nun? „Bald stehen die Deutschen Meisterschaften an“, berichtet Maaßen. Danach wird der Youngster in die Leistungsklasse, also den Herrenbereich, wechseln. Im kommenden Jahr ist das Abitur am Landfermann-Gymnasium wichtig. Danach aber will Tom Maaßen angreifen. „Ich will ganze vorne dabei bleiben.“

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