Fußball

Der Trainer des MSV Duisburg kann nicht fünfmal wechseln

Drei Monate nach dem Duell mit dem FC Bayern geht es für Toni Halverkamps (Mitte) und den MSV wieder um Punkte.

Drei Monate nach dem Duell mit dem FC Bayern geht es für Toni Halverkamps (Mitte) und den MSV wieder um Punkte.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Nach drei Monaten Zwangspause geht es in der Frauen-Bundesliga wieder um Punkte. Am Samstag muss der MSV bei Bayer Leverkusen antreten.

Fast genau drei Monate ist es her, dass die Fußballerinnen des MSV Duisburg letztmals in der Bundesliga um Punkte gekämpft haben. Am 1. März gab es ein erstaunliches 2:2 gegen den FC Bayern München. Eine Saisonunterbrechung später geht der Kampf gegen den Abstieg für die Zebras nun weiter. Nach einer knappen Woche Hotel-Quarantäne reisen Thomas Gerstner und sein Team an diesem Samstag nach Köln, wo sie um 14 Uhr im Jugendfußballzentrum Kurtekotten auf Bayer 04 Leverkusen treffen.

Die Gefühlslage ist beim MSV-Coach nach sechs Tagen der Quasi-Abschottung zwiespältig: „Irgendwie war es ja schon wie ein Trainingslager, aber andererseits war es dann doch wieder keine richtige Vorbereitung. Schließlich hatten wir in der ganzen Zeit ja keine Testspiele.“ Es ist also schon ein bisschen wie ein Blindflug, den der Tabellenzehnte da in den noch ausstehenden sieben Partien unternimmt.

VfL Wolfsburg war auch noch nicht in bester Verfassung

Dass selbst die Großen der Liga mit der Situation ihre Probleme haben, glaubt Gerstner am Freitag beobachtet zu haben, als er sich die Übertragung des ersten Nach-Corona-Spiels zwischen Spitzenreiter VfL Wolfsburg und MSV-Hauptkonkurrent 1. FC Köln angeschaut hat. Dieses ging zwar standesgemäß mit 4:0 an die Niedersächsinnen, die mit dem gleichen Ergebnis auch die Zebras bezwungen hatten, aber: „Wolfsburg hat in manchen Bereichen schon Fehler gemacht, die man so von der Mannschaft nicht kennt.“

Auf der Gegenseite dürfte Gerstner zumindest nicht negativ zur Kenntnis genommen haben, dass sich Kölns Irin Amber Barrett kurz vor Schluss für ein überhartes Einsteigen die Rote Karte abgeholt hat und dadurch am kommenden Donnerstag beim Nachholspiel gegen den MSV in der Schauinsland-Reisen-Arena fehlen wird.

Vier Spielerinnen mussten das Hotel verlassen

Aus eigener Erfahrung weiß der Duisburger Coach, dass in diesen Tagen jede fehlende Alternative zum Problem werden kann. Er steht nämlich vor der kuriosen Situation, dass es ihm die Regeländerung erlauben würde, erstmals in einem Pflichtspiel fünfmal auszuwechseln – er kann es aber nicht. Nachdem Paula Radtke und Pia Rybacki gar nicht erst in die Quarantäne mitgegangen waren, verließen am Mittwoch die ohnehin schon angeschlagenen Lucia Harsanyova, Emma Hilbrands, Laura Radke und Vanessa Fürst das Hotel, um im Vita-Gesundheitszentrum an ihrer Fitness zu arbeiten. Sie sind damit allesamt am Samstag nicht einsatzberechtigt.

Der MSV-Kader umfasst folglich nur 15 Spielerinnen – darunter die beiden Ersatztorhüterinnen Caro Härling und Ena Mahmutovic, die beide mit Feldtrikots ausgestattet werden. Zumindest Härling hat bereits in unteren Klassen als Stürmerin ihren Wert bewiesen; insgesamt ist die Personaldecke aber extrem dünn. Gegenüber der Startelf aus dem Bayern-Spiel fehlt neben Paula Radtke die in ihrer kanadischen Heimat festsitzende Danica Wu. Auf der Bank saßen seinerzeit noch Meret Günster, Yvonne Zielinski und Alina Angerer; hinzu kommt die damals verletzt fehlende Kristina Maksuti.

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