Regionalliga

Der VfB Homberg meldet sich auf dem Trainingsplatz zurück

Chefcoach Sunay Acar (links) und Torwarttrainer Oliver Adler nehmen am Dienstag beim VfB Homberg das Mannschaftstraining wieder auf.

Chefcoach Sunay Acar (links) und Torwarttrainer Oliver Adler nehmen am Dienstag beim VfB Homberg das Mannschaftstraining wieder auf.

Foto: Thorsten Tillmann

Duisburg.  Die Regionalliga-Fußballer des VfB Homberg nehmen am Dienstag das Training wieder auf. Abteilungsleiter Wolfgang Graf hat eine düstere Vision.

Das Warten beim VfB Homberg hat erst einmal ein Ende. Die Quarantäne, in die ein Großteil des Fußball-Regionalligisten nach dem am 6. Oktober bekannt gewordenen Corona-Infektion eines Spielers versetzt worden war, ist weitestgehend ausgestanden. „Wir gehen davon aus, am Dienstag wieder mit Mannschaftsstärke trainieren zu können“, sagt Wolfgang Graf, „dann absolvieren wir drei Einheiten und hoffen, am nächsten Sonntag bei Wegberg-Beeck bestehen zu können.“

Die Voraussetzungen für das Duell beim Aufsteiger sind nach der zweiwöchigen Spielpause nicht die besten, wie der Abteilungsleiter betont. „Es ist natürlich ein Nachteil für uns“, sagt Graf mit Blick auf die kurze Vorbereitung. Zudem werden auch noch nicht alle Spieler zur Verfügung stehen – teilweise noch in Quarantäne, mit leichten Symptomen oder schlicht angeschlagen. Auf „70 bis 80 Prozent“ der Kaderstärke beziffert Graf die Anzahl der Kicker, die Coach Sunay Acar bei der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs zur Verfügung stehen werden.

Training im Risikogebiet Duisburg

Wie lange dieser Trainingsbetrieb im Risikogebiet Duisburg uneingeschränkt fortlaufen kann, steht auf einem anderen Blatt. „Noch sollte es problemlos möglich sein“, sagt Graf. „Wir halten uns möglichst kurz in den Umkleiden auf, achten auf die Abstandsregeln und die Desinfektion und lüften die Räume“, erklärt der Abteilungsleiter und hofft, dass Einschränkungen auf dem Spielfeld, wie es sie zu Beginn der Pandemie gab, nicht erneut folgen werden. „Da hat aber scheinbar jede Gesundheitsbehörde eine eigene Meinung zu. Und das finde ich schon besorgniserregend“, sagt Graf.

Seine eigene Meinung: „Die steigenden Zahlen sind nicht wegzudiskutieren. Aber man muss sich auch fragen, wo diese Zahlen herkommen. Ich habe noch nicht davon gehört, dass sie durch Sport an der frischen Luft gesteigert werden. Die Frage ist, wie man mit mit der Entwicklung umgeht. Wichtig ist ein zielgerichteter Umgang – und nicht, mit der Bazooka darauf zu feuern.“

B-Jugend des VfB Homberg in Quarantäne

Doch dieses Gefühl überkommt die Verantwortlichen derzeit. So auch Rainer Vervölgyi, der es nicht nachvollziehen kann, dass ein komplettes B-Jugend-Team des VfB bis nächsten Samstag unter Quarantäne gestellt wurde, weil es vor einer Woche gegen den MSV Duisburg gespielt hat, der einen Coronafall in seinen Reihen hatte. „Das Amt hat die Spielerliste angefordert und alle Spieler, gleich ob Symptome oder Testergebnisse vorlagen, sofort unter Quarantäne gestellt. Was will man damit erreichen?“, fragt der Jugendleiter des VfB. „Unabhängig von den Einnahmen eines Vereins muss man sich da fragen, wie der Sport und ein normales Leben für die Kids weiter gehen sollen.“

Die Einnahmen wiederum interessieren Wolfgang Graf freilich schon. Nach zwei Heimspielen vor erst 300, dann einem mit bis zu 500 zugelassenen Zuschauern, ehe beim letzten aufgrund gestiegener Fallzahlen in Duisburg wieder nur 300 Leute ins PCC-Stadion durften, richtet sich der Abteilungsleiter mit Blick auf die aktuellen Zahlen wieder auf düstere Zeiten ein. „Unser nächstes Heimspiel ist erst in einer Woche. Ich habe aufgehört, von irgendetwas auszugehen“, sagt Wolfgang Graf sarkastisch.

Fest aber steht für den Abteilungsleiter: „Wenn wir nur noch vor maximal 100 Zuschauern spielen dürfen, werden wir den Winter finanziell nicht überleben.“

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