Fußball

Es gibt viele Dinge, die dem VfB Homberg Mut machen

Na also, es geht doch: Hombergs Trainer Stefan Janßen (rechts) freute sich mit Koray Kacinoglu über den unerwarteten 1:0-Sieg des VfB gegen Spitzenreiter SC Verl.

Na also, es geht doch: Hombergs Trainer Stefan Janßen (rechts) freute sich mit Koray Kacinoglu über den unerwarteten 1:0-Sieg des VfB gegen Spitzenreiter SC Verl.

Foto: Stefan Rittershaus / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Durch den 1:0-Sieg über Spitzenreiter SC Verl haben die Duisburger in der Regionalliga Kontakt zu den rettenden Tabellenplätzen hergestellt.

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Die Durststrecke in der Regionalliga war lang, doch sie hat die Kicker des VfB Homberg nicht in die Knie gezwungen. Und hungrig ist die Truppe von Stefan Janßen dabei auch geblieben – hungrig auf Punkte. Dass der Aufsteiger ausgerechnet gegen den bisherigen Spitzenreiter SC Verl zum erst dritten Mal in dieser Saison die volle Ausbeute einfuhr, war die Sensation am 17. Spieltag. Unter anderem daraus schöpfen die Gelb-Schwarzen neuen Mut, der am Rheindeich nicht nur greifbar, sondern auch sichtbar ist.

Sichtbar zum einen mit Blick auf die Tabelle, in der die Homberger nur noch drei Punkte von einem sicheren Nichtabstiegsplatz trennen. Sichtbar zum zweiten, da mit Patrick Dertwinkel und Ferdi Acar zum ersten Mal in dieser Saison wieder zwei lange verletzte Leistungsträger von Beginn an spielen konnten und auf Anhieb länger durchhielten, als es selbst Stefan Janßen erwartet hatte. „Dass sie bereit sind, wusste ich“, sagt der Coach, „aber dass sie direkt so lange durchhalten können, hat mich arg begeistert.“

Begeistert war der Trainer auch von einem weiteren Fakt, der den neuen Mut am Rheindeich sichtbar macht – dem Blick auf den Spielerbogen. 21 Mann standen zur Verfügung, Janßen musste somit sogar Spieler auf die Tribüne setzen. „Das war, glaube ich, das letzte Mal am dritten Spieltag so“, erinnert sich der Coach. Mut macht auch, dass auf diesem Spielerbogen sogar schon wieder der Name Danny Rankl auftauchte. Nach acht Spielen Verletzungspause kam der Torjäger der letzten Saison am Samstag auch gleich wieder zu seinen ersten acht Spielminuten. Und Mut macht auch, dass sich Cagatay Kader in Rankls Auszeit mit fünf Toren bei neun Startelfeinsätzen zu mehr als einem würdigen Vertreter entwickelt hat.

Kücükarslan und Kayaoglu fehlen noch

Zwei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde kann der VfB die vierthöchste Spielklasse fast mit der kompletten Kapelle angehen – und mit Metin Kücükarslan und Nurettin Kayaoglu brennen noch zwei weitere wichtige Spieler auf ihre Rückkehr vom Lazarett auf den Rasen.

„Wir haben auch während der Verletzungsmisere immer eine schlagkräftige Truppe auf die Beine gestellt“, betont Justin Walker, der mit seinem Treffer in der 88. Minute den SC Verl in die Knie zwang. „Aber dass jetzt fast alle Verletzten wieder zurückkehren, ist enorm wichtig. Und so haben wir auch die Möglichkeit, ein Spiel mal von der Bank aus zu entscheiden.“

Sein Trainer sieht es genauso. „Konkurrenz belebt das Geschäft und treibt zur Leistungssteigerung an“, so Janßen, „einige Spieler, die zuletzt öfter auf dem Platz standen, mussten nun die Kröte schlucken, nicht im Kader oder in der Startelf zu stehen. Aber das machen sie ohne Einschränkung.“

Auf den Teamgeist kann sich der Trainer verlassen. „Keiner war beleidigt, und alle, die von der Bank rein gekommen sind, haben alles gegeben“, sagt Ferdi Acar. Und Kollege Walker ergänzt: „Wir haben einen ganz starken Teamspirit, der uns immer wieder auf die Beine hilft und uns dann auch mal so ein Spiel gegen den Tabellenführer gewinnen lässt.“

Mut macht neben dieser Stärke auch, wie der VfB die vielen Stolpersteine, die ihm das Leben in der Regionalliga anfangs schwer gemacht und viele Punkte gekostet haben, inzwischen umgeht. Das Team hat aus vielen Fehlern gelernt, sich zunehmend an das Tempo in der vierthöchsten Spielklasse gewöhnt, präsentiert sich taktisch diszipliniert und macht Nachteile, die in der individuellen Klasse gegenüber den zahlreichen professionellen Spielern der anderen Klubs oft nicht von der Hand zu weisen sind, durch mannschaftliche Geschlossenheit und einen aufopferungsvollen Kampf füreinander wett. „Die Mischung aus agieren und reagieren, angreifen und verteidigen, die Kommunikation und wie eng die Mannschaftsteile beieinander waren, das alles hat gegen Verl gepasst“, so Janßen.

So ist auch die Entwicklung des Aufsteigers sichtbar – hält der VfB daran fest, ist der neue Mut nach dem Ausrufezeichen gegen Verl durchaus berechtigt. Oder wie es Wolfgang Graf ausdrückt: „Der Abstiegskampf ist ja jetzt nicht erledigt, nur weil wir den Tabellenführer geschlagen haben. Jetzt fängt es erst richtig an“, sagt der Abteilungsleiter. „Entscheidend ist, dass die Jungs aus diesem Ausrufezeichen neue Nahrung ziehen.“

Hungrig sind sie jedenfalls . . .

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