Landesliga

Hamborn 07 auf dem Boden der Tatsachen gelandet

Tim Keinert (rechts) im Testspiel in Königshardt, Trainer Michael Pomp (links) schaut genau hin.

Tim Keinert (rechts) im Testspiel in Königshardt, Trainer Michael Pomp (links) schaut genau hin.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Landesliga-Aufsteiger Hamborn 07 lieferte enttäuschende Testspiel-Ergebnisse ab. Trainer Michael Pomp betreibt Fehler-Analyse.

Die Sätze, die Jahr für Jahr in der Zeit der Vorbereitung auf eine neue Fußballsaison fallen, gleichen sich. Ergebnisse in Freundschaftsspielen dürften nicht überbewertet werden, heißt es da stets seitens der Trainer – zweitrangig, ob es nun gerade einen zweistelligen Sieg oder eine überraschende Niederlage gegeben hat. Michael Pomp mochte es sich am Wochenende nicht so einfach machen. „Die Resultate von Tests sind mir nicht egal, höchstens etwas egaler als die in der Meisterschaft“, sagte der Trainer von Landesliga-Rückkehrer Hamborn 07.

Und Pomp ergänzte: „In jedem Testspiel steckt eine Menge Wahrheit.“ Vor diesem Hintergrund hat der Aufgalopp in die Spielzeit 19/20 die durch die Rückrunde der Bezirksliga marschierten Löwen ganz fix auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das 6:1 beim Kreisliga-Nachbarn Union am vergangenen Samstag mal ausgenommen, fiel die Bilanz der ersten Vorbereitungsduelle eher ernüchternd aus.

Erkenntnisreiche Woche

Vier Tore gegen Bezirksligist Viktoria Buchholz zu erzielen, ist sicher okay – aber auch gleichzeitig vier Tore zu kassieren, schon eher nicht. Das 2:7 beim Oberligisten 1. FC Kleve tags darauf war schon ein deftigeres Warnzeichen. Sicher lässt sich in dieser Phase der Vorbereitung vieles noch mit schweren Beinen erklären. Allerdings weiß jeder Trainer: Die hat der Gegner naturgemäß irgendwie auch.

Das 0:3 am Sonntag schließlich bei den Sportfreunden Königshardt, die durch den Abstieg aus der Landesliga die Klassen mit den Löwen getauscht haben, beendete dann eine Woche, die – mal positiv gesprochen – äußerst erkenntnisreich war. Michael Pomp gestand nach dieser Partie ein: „Da fange ich an, mich zu ärgern.“

Diesen Umstand bezog er speziell auf die beiden ersten Treffer der Oberhausener, die mehr oder weniger exakte Kopien von Gegentoren aus dem Buchholz-Spiel gewesen seien. Der Lerneffekt, den solche Partien bringen sollen, war also nicht unmittelbar zu erkennen. Der Trainer betont: „Ich erwarte mehr.“

Pomp verfällt nicht in Panik

Da wird er nicht der Einzige sein, denn alle, die es mit den Löwen halten, dürften sich wünschen, dass nicht dasselbe passiert wie vor zwei Jahren nach dem letzten umjubelten Aufstieg aus der Bezirksliga, als es einen fatalen Fehlstart in die Landesliga setzte und am Ende der erneute Absturz stand. Vorstand und Umfeld träumen im Holtkamp von einer Renaissance besserer Zeiten, doch dafür muss erst einmal die Konsolidierung in der sechsthöchsten Spielklasse gelingen.

Michael Pomp, der studierte Spielanalyst, ist nun freilich nicht der Typ, der aufgrund einer Momentaufnahme in sofortige Panik verfällt. Der 35-Jährige hat einen festen Plan für die Vorbereitung, an dem auch nicht plötzlich gerüttelt werden soll. „Wir haben eine schöne To-do-Liste, da kommen die Dinge, die wir in den Testspielen ausgemacht haben, drauf. Sie werden aber auch auf jeden Fall im Training am Dienstag angesprochen werden“, kündigt er an.

Nach der intensiven Phase mit fünf Testkicks innerhalb von sieben Tagen geht es nun erst am 25. Juli im Holtkamp mit dem Gastspiel von Bezirksligist SV Schwafheim weiter.

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