Rhein-Ruhr-Marathon

Heimatläufer retten den Duisburger Marathon

Der Schotte Nikki Johnstone, Vorjahressieger beim Duisburger Marathon, will am Sonntag in Edinburgh laufen.

Der Schotte Nikki Johnstone, Vorjahressieger beim Duisburger Marathon, will am Sonntag in Edinburgh laufen.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Duisburger Rhein-Ruhr-Marathon geht am Sonntag als individueller Homerun über die Bühne. Damit ist die Zukunft des Laufes gesichert.

Die Starterpistole bleibt im Koffer. Gelaufen wird dennoch: Am Sonntag sorgt der #RRMHomeRun für Bewegung in Duisburg. Die Alternative zum 37. Rhein-Ruhr-Marathon bringt mehr als 2100 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke. Mit dabei sind die Marathon-Siegerin des Vorjahres, Annika Vössing aus Oberhausen, der Sieger des Vorjahres, Nikki Johnstone aus Düsseldorf, die Handbike-Weltmeisterin Annika Zeyen aus Bonn sowie Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Veranstalter ist der Stadtsportbund zusammen mit dem LC Duisburg.

Der Lauf, bei dem jeder Starter seine Strecke selbst wählen kann, trägt entscheidend dazu bei, dass es in Duisburg 2021 wieder über die vollen 42,195 Kilometer gehen kann. SSB-Geschäftsführer Uwe Busch: „Als wir den 37. Rhein-Ruhr-Marathon wegen der Corona-Pandemie absagen mussten, waren wir bereits finanzielle Verpflichtungen von über 100.000 Euro eingegangen. Das Geld hätte uns bei der Vorbereitung für 2021 gefehlt. Damit war die Zukunft unseres Marathons gefährdet.“

Nikki Johnstone: Edinburgh statt Duisburg

Die Organisatoren „erfanden“ deshalb den #RRMHomeRun. Für 30 Euro konnten die Läuferinnen und Läufer eine persönliche Startnummer buchen. Nach Rückmeldung über das offizielle Zeitmessungssystem MikaTiiming erhalten alle Starter das offizielle Finisher-Shirt, die Finisher-Medaille und eine Teilnehmerurkunde. Zehn Prozent der Einnahmen gehen als Spende an die Arbeitsgemeinschaft der Hilfsorganisationen, die den Rhein-Ruhr-Marathon seit Jahrzehnten medizinisch unterstützt.

Die Veranstalter nennen das Meldeergebnis „überwältigend“. Zudem begeistert, mit welchen Enthusiasmus die Läuferinnen und Läuferinnen dabei sind. Nikki Johnstone kann aufgrund der Reisebeschränkungen derzeit seine schottische Heimat nicht verlassen. Der Dauerläufer, der zusammen mit Annika Vössing Werbung für den Lauf machte, teilte jetzt mit: „Ich werde alles geben, am Sonntag trotzdem eine Strecke laufen zu können. Wenn möglich, laufe ich dann in unserer schottischen Hauptstadt Edinburgh. Ich werde online berichten!“

Vössing will in Duisburg laufen

Der Duisburger Jürgen Wöhrmann, der derzeit für ThyssenKrupp in Singapur tätig ist, hat derweil einen Fernstart angekündigt. Wöhrmann schrieb Uwe Busch: „Wir dürfen nur in Wohnungsnähe laufen, aber da wir zentral und direkt an der Küste wohnen, passt das. Ist nicht die Regattabahn, aber immerhin.“

Annika Vössing hat sich vorgenommen, mit Freunden einen Halb-Marathon durch Duisburg unter die Füße zu nehmen. Der Stadtsportbund arbeitet noch daran, für sie die Strecke freizumachen. Frühstart um Andreas Lindermann verzichtet auf solche Unterstützung. Der Duisburger will am Sonntag die kompletten 42,195 Kilometer laufen. Um sich jeden Gegenverkehr zu ersparen, startet er bereits um 5:30 Uhr. Das Laufteam von Karsten Kruck hat ebenfalls Pläne für die ganz große Runde in Duisburg.

Fotos und Videos im Internet

Stefan Wlach, der am Sonntag Nachrichten, Fotos und Videos über die Plattformen des Stadtsportbunds Duisburg und des Rhein-Ruhr-Marathons online stellt, hofft auf viele solcher Geschichten und Eindrücke. Die Alternative zum Rhein-Ruhr-Marathon soll und wird (hoffentlich) ein einmaliges Ereignis sein und bleiben. Stefan Wlach: „Jeder, der nicht dabei war, soll sehen können: Da hast du echt was verpasst.“

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