Fußball

Justin Walker ist beim VfB Dauerläufer im Standby-Modus

Justin Walker (links) – hier gegen Chris Führich (BVB II) – verpasste noch keine Partie.

Justin Walker (links) – hier gegen Chris Führich (BVB II) – verpasste noch keine Partie.

Foto: Thorsten Tillmann

Duisburg.  Der Außenspieler verpasste mit Homberg noch keine Partie. Den Klassenerhalt am grünen Tisch würde er mitnehmen, lieber würde er aber spielen.

Bei Justin Walker ist der Name Programm. Der 27-Jährige läuft und läuft und läuft. Als einziger Kicker aus dem Regionalliga-Team des VfB Homberg bestritt der Außenspieler in dieser Saison bislang alle 26 Spiele von Beginn an – ganze 24 Minuten stand die Nummer 19 nicht auf dem Feld. Doch seit Mitte März ist auch der Dauerläufer der Homberger im Standby-Modus.

„Nun auf der Couch zu sitzen und WM-Spiele von 2006 zu gucken, ist da um so ungewohnter“, hofft Justin Walker auf ein baldiges Ende der Corona-Krise und wieder auf dem Feld auflaufen zu können. Der zweifache Vater war auf dem Weg, eine komplette Startelf-Saison hinzulegen. „Das habe ich bislang noch nie geschafft“, sagt er „bislang sind mir immer Sperren oder Verletzungen dazwischen gekommen.“

Erst eine gelbe Karte in 26 Spielen

Bei nur einer gelben Karte in den 26 Partien würde ihm diesmal bei noch neun ausstehenden Spielen da aus statistischer Sicht zumindest keine Sperre mehr dazwischen kommen. Fraglich ist nur, ob diese neun Spiele noch stattfinden werden. Die nächste Regionalliga-Konferenz an diesem Mittwoch wird womöglich weiteren Aufschluss geben, ob und wie es nach der bislang bis Ende April anberaumten Aussetzung der Saison weitergehen könnte.

Walker und Co. glauben nicht mehr an eine Fortsetzung. „Der Tenor in unserer Whatsapp-Gruppe ist, dass die Saison ohne Absteiger abgebrochen wird, die Teams auf den Aufstiegsplätzen aufsteigen, und es dann in der nächsten Saison eine aufgestockte Liga mit vermehrten Abstieg geben wird.“ Mit einem Zwinkern gesteht er, dass da bei den abstiegsbedrohten Hombergern wohl auch ein wenig Wunschdenken mitspiele: „Bei unserer Tabellenlage käme uns das natürlich ganz gelegen.“

Lieber sportlich die Klasse halten

Entscheidungsträger wolle er aber auch nicht sein, versichert der Außenspieler – und auch wenn sich alle im VfB-Team der Schwierigkeit bewusst seien, würden die Gelb-Schwarzen gern den sportlichen Weg zum Klassenerhalt gehen, versichert Walker: „Wir haben eine ganze Saison lang auf diese Liga hingearbeitet. Sie im ersten Jahr nicht zu Ende spielen zu können, wäre schon bitter. Wir würden noch gegen den Tabellenführer spielen und gegen den Zweiten, an den wir und vor allem ich noch sehr gute Erinnerungen haben“, läuft Justin Walker beim Gedanken an sein Siegtor zum 1:0 gegen den damaligen Ligaprimus SC Verl ein Grinsen übers Gesicht.

Nach aktuellem Stand wäre der SC Verl der nächste Gegner der Homberger. Da aber ohnehin eine zweiwöchige Vorlaufzeit vorgesehen ist, ist nicht davon auszugehen, dass die Partie in Verl am 2. Mai steigen kann. So heißt es für Walker und Co., sich weiter im Individualtraining auf den Tag X vorzubereiten. Walker: „Wir wissen nicht, ob es in zwei Wochen oder in drei Monaten weitergeht. Aber wenn es weitergeht, müssen wir auf den Punkt fit sein.“

Die Trainingspläne, die Coach Stefan Janßen dazu jeden Sonntag für die anschließende Woche ausgibt, würden von allen Kickern beherzigt, versichert Walker. „Es geht dabei hauptsächlich um Kraft, Ausdauer und Koordination. Mit dem Ball machen wir nichts“, berichtet die Nummer 19 des VfB. „Das macht natürlich nicht so viel Spaß wie im Mannschaftstraining, krankheits- oder berufsbedingt geht es natürlich auch manchmal nicht. Aber jeder Spieler weiß, dass er für sich und seine Fitness selbst verantwortlich ist. Der Trainer kann sich darauf verlassen, dass wir die Pläne einhalten.“

Die Nähe zum Team fehlt

Die fehlende Nähe zum Team ist für die Homberger Kicker eine zusätzliche Herausforderung: „Es ist schon anspruchsvoll, sich an die ganzen Vorgaben zu halten und die Kollegen nicht sehen zu können. Ich habe mir den Fußball ja auch ausgesucht, weil ich das Mannschaftliche mag.“ Ähnlich anspruchsvoll sieht Justin Walker die Aufgabe an, nach kurzer Vorbereitungszeit womöglich wieder in einem Meisterschaftsspiel funktionieren zu müssen: „Aber wir spielen auch alle seit vielen Jahren Fußball. Das Ballgefühl wird da schnell wieder zurückkommen.“

Und das hofft der Dauerbrenner der Homberger auch bald wieder unter Beweis stellen zu können. Denn wenngleich sein Name bei ihm Programm ist – nur noch laufen möchte Justin Walker dann doch nicht...

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben