Fußball-Bezirksliga

Kunstrasen und Defensive sind Meiderichs Baustellen

Der Kader von Meiderich 06/95: (hinten von links) Ceyhun Kavak, George Michael Wiedemann, David Schulz, Karl Christian Merks, Riccardo Nitto, Dennis Freikamp, Veli Taner, Cihad Saral, Trainer Oliver Bähr; (Mitte von links) Co-Trainer Thomas Heck und Dirk Kahle, Aron Kazimierczak, Mirko Schwenke, Kayhan Erol, Andrees Minta, Marcel Schuppan, Marcel Gesemann, Abteilungsleiter Michael Herbertz; (vorn von links) Pascal Ostrowski, Tunahan Celik, Tahir Ferdi Güclü, Mike Klöpper, Julian Meyer, Dominik Winsberg, Tim Munnes, Kevin Syperrek, Tim Kaiser, Kassierer Christian Schmitt.

Foto: Udo Gottschalk

Der Kader von Meiderich 06/95: (hinten von links) Ceyhun Kavak, George Michael Wiedemann, David Schulz, Karl Christian Merks, Riccardo Nitto, Dennis Freikamp, Veli Taner, Cihad Saral, Trainer Oliver Bähr; (Mitte von links) Co-Trainer Thomas Heck und Dirk Kahle, Aron Kazimierczak, Mirko Schwenke, Kayhan Erol, Andrees Minta, Marcel Schuppan, Marcel Gesemann, Abteilungsleiter Michael Herbertz; (vorn von links) Pascal Ostrowski, Tunahan Celik, Tahir Ferdi Güclü, Mike Klöpper, Julian Meyer, Dominik Winsberg, Tim Munnes, Kevin Syperrek, Tim Kaiser, Kassierer Christian Schmitt. Foto: Udo Gottschalk

Duisburg.  Der eigene Platz bleibt für Bezirksligist Meiderich 06/95 ein Handicap. Trainer Oliver Bähr will trotzdem an die starke Rückrunde anknüpfen.

Mit Blick auf die Heimstärke und die Auswärtsschwäche seines Teams mutmaßte Oliver Bähr am Ende der vergangenen Bezirksliga-Saison, dass die Kicker von Meiderich 06/95 „womöglich den Schimmel an den Wänden brauchen, um zu gewinnen.“ Was da dran ist, wird der Coach in der anstehenden Spielzeit sehen können. Denn das Problem der modrigen Kabinen hat sich an der Honigstraße mit dem Neubau eines Kabinentrakts, der im September beginnen soll, bald erledigt. Unverändert bleibt das Ziel des Trainers, der seit einem halben Jahr das Steuer an der Honigstraße in der Hand hält: „Dass es für uns nur um den Klassenerhalt gehen kann, ist klar.“

Schimmel hin, Schimmel her – ein anderes infrastrukturelles Thema könnte die 06-Kicker bei dieser Zielsetzung definitiv vor Probleme stellen und die Heimstärke beeinträchtigen. Die teilweise tennisballgroßen Granulatknubbel, die sich auf dem Kunstrasenplatz häufen, stellen nicht nur eine Verletzungsgefahr dar. „Sie behindern auch unseren Spielfluss“, weiß Stürmer Riccardo Nitto, dem in der Vorbereitung schon mancher Pass vor dem Tor versprang. „Von Duisburg-Sport haben wir diesbezüglich noch immer nichts gehört“, so Geschäftsführer Thomas Heck. „Und der Super-GAU wäre, wenn der Platz zu Saisonbeginn gesperrt wäre“, schiebt Co-Trainer Dirk Kahle nach.

Zum Auftakt gleich zwei Heimspiele

Denn in der direkt anstehenden Englischen Woche beginnen die Meidericher mit zwei Heimpartien gegen Aufsteiger VfB Lohberg und den TuS Bergeborbeck, der das Heimrecht tauschte – weil er einen neuen Platz bekommt. Gefolgt vom nächsten Auswärtsspiel bei RWS Lohberg geht es somit für Oliver Bähr „direkt gegen drei Teams, die ich im Kampf um den Klassenerhalt sehe“, sagt der Coach. Und gegen diese direkte Konkurrenz möchte der Trainer den Heimvorteil für den „doppelt wichtigen Start“ dann auch voll auskosten können.

Um auf eine „etwas entspanntere Saison“ hoffen zu können, wie es Stürmer Tim Kaiser im Vergleich zum Vorjahr ausdrückt, als 06 am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt eintütete, müssen die Meidericher freilich auch auswärts ihre Hausaufgaben machen. Unverändert ist auch die Baustelle in der Defensivarbeit. Schon einige von Bährs Vorgängern bissen sich daran die Zähne aus, dass 06 sowohl vorne wie auch hinten stets für viele Tore gut ist. „Und das ist auch weiterhin der Fall“, weiß Bähr. „Ein 4:3 war ja zu Hause fast schon unser Standardergebnis.“

Cihad Sarals bittere Verletzung

Die Abgänge von Verteidiger Malte Wissen und Torwart Stefan Minz haben es nicht einfacher gemacht. Zudem fällt Andrees Minta vorerst verletzt aus, und Dennis Freikamp zieht es ab Oktober für zwei Monate nach Namibia. „Dafür haben wir einige junge Neuzugänge dazu bekommen, die sich natürlich teilweise noch etwas finden müssen“, hofft Bähr auf eine schnelle Eingliederung. Mit Tim Munnes, Pascal Ostrowski und Cihad Saral sind gleich drei dabei, die sich und ihren Co-Trainer Dirk Kahle bereits vom DSC Preußen kennen. Saral zog sich in der Vorbereitung jedoch eine Schulterverletzung zu, die den Spielgestalter bis zur Rückrunde außer Gefecht setzen könnte. „Das ist bitter für ihn und für uns. Er ist ein richtig guter Kicker“, weiß Kahle zu berichten.

Um die Eingliederung macht sich das Trainerteam aber keine Sorgen. George Michael Wiedemann ist ein Rückkehrer vom VfvB – und der größte Trumpf der Meidericher sei ohnehin „seit jeher die Gemeinschaft“, sagt Oliver Bähr. „Wir brauchen keine Einzelspieler herauszuheben. Wir haben auch keine Kohle und rennen nicht mit dem Geldbeutel rum, um 15 neue Spieler zu verpflichten. Bei uns funktioniert es nur über das Kollektiv“, sagt der Coach über die von Kapitän Marcel Gesemann angeführte Truppe. Und die wird seiner Meinung nach in der neuen Essener Gruppe vor eine noch schwierigere Aufgabe gestellt. Duisburger Teams sieht der Trainer keine im Titelkampf – nicht einmal den letztjährigen Vizemeister Vierlinden und den hochgehandelten SV Genc Osman.

Wenn es 06 gelingt, an die starke Rückrunde anzuknüpfen, will Bähr im Winter schauen, ob auch ein einstelliger Tabellenplatz drin ist. Dabei baut er weiter auf die Heimstärke — ob mit oder ohne Schimmel. Und was den Platz angeht, müssen sich die Jungs notfalls mit der bisherigen Extra-Ausrüstung behelfen. „Wir haben alle einen Spachtel in der Tasche, mit dem wir das Granulat aus den Schuhen kratzen“, nimmt’s Tim Kaiser mit Humor.

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