Frauenfußball

MSV Duisburg verliert standesgemäß gegen Wolfsburg

Nina Lange (Mitte), hier im Duell mit den Wolfsburgerinnen Zsanett Jakabfi (links) und Noelle Maritz, vergab die große Chance zur MSV-Führung gegen den großen Favoriten.

Nina Lange (Mitte), hier im Duell mit den Wolfsburgerinnen Zsanett Jakabfi (links) und Noelle Maritz, vergab die große Chance zur MSV-Führung gegen den großen Favoriten.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Eine Halbzeit lang mischen die Zebras gegen den großen Favoriten ordentlich mit. Nach dem Wechsel macht es der VfL dann aber deutlich.

In der Halbzeitpause zauberte der Rasensprenger, der das hitzegeplagte Geläuf im Homberger PCC-Stadion wässerte, einen Regenbogen auf den grünen Untergrund. Das war irgendwie passend, denn das Geschehen in den etwas mehr als 45 Minuten zuvor war ähnlich bunt gewesen. Die erste Hälfte im Fußball-Bundesligaspiel zwischen den Frauen des MSV Duisburg und dem Double-Gewinner VfL Wolfsburg hatte einen überaus hohen Unterhaltungswert besessen – weil beide Seiten vor dem gegnerischen Tor teilweise Spektakuläres zu bieten hatten. Im zweiten Durchgang ging es dann mehr oder weniger nur noch in eine Richtung; aus den Farben des Regenbogens dominierte nun eindeutig das Grün des VfL, der sich letztlich standesgemäß mit 6:1 (3:1) durchsetzte.

Mit 537 Zuschauern war die kleine Arena am Rheindeich immerhin fast doppelt so gut gefüllt wie tags zuvor das Dietmar-Hopp-Stadion ins Sinsheim, wo nur 280 Besucher das 4:0 von Spitzenreiter 1899 Hoffenheim gegen den 1. FC Köln verfolgten. Für den Zuspruch sorgte auch die sehr lautstarke Fankolonie aus Wolfsburg, die – wenig erfreulich – inzwischen das „Ecke, Ecke, Ecke, Tor, Tor, Tor“ des Frankfurter Anhangs adaptiert hat. Dieser Umstand besaß vor allem deshalb einen recht hohen Nervfaktor, weil sich die Wölfinnen in den ersten acht Minuten schon vier Eckbälle erspielten.

Mehr als eine Randnotiz: Die verpufften allesamt. Die Offensivbemühungen des großen Favoriten waren in der Anfangsphase von wenig Zielstrebigkeit geprägt, wenn auch den Großteil der Zeit 21 von 22 Spielerinnen sich in der Duisburger Hälfte aufhielten. Defensiv agierte der MSV mit einer Fünferkette, die manchmal wie eine Neunerkette aussah. Nur – und das war der zuvor angekündigte Trick – Lisa Makas wartete als einzige Spitze an der Mittellinie. Das sorgte gleich dreimal bei Kontern für gefährliche Situationen mit dem Höhepunkt in der 18. Minute, als Nina Lange nach Makas-Pass den Außenpfosten traf.

Popp trifft doppelt für Wolfsburg

Die Dinge nahmen aber ihren gewohnten Gang, als die Ex-Duisburgerin Alexandra Popp mit einem satten 22-Meter-Flachschuss ins Eck Caro Härling zum 0:1 überwand. Wenig später skandierten die VfL-Fans wieder „Alex Popp, Fußballgott“, nachdem sie per Kopfball nachgelegt hatte. Aber: Der MSV, vor allem Lisa Makas, ließ nicht locker. Die Österreicherin düpierte in der 34. Minute gleich zwei Wolfsburger Abwehrspielerin und tunnelte dann auch noch Keeperin Rut Hedvig Lindahl zum 1:2. Unglücklich, dass mit dem Pausenpfiff Dominique Janssen einen Freistoß zum 1:3 versenkte.

Der Einbahnstraßen-Fußball nach Wiederbeginn mit drei weiteren Gegentoren war für Trainer Thomas Gerstner verschmerzbar. „Die Art und Weise, wie wir es insgesamt gemacht haben, war gut. Vor allem haben wir gesehen, dass wir eine Chance haben können, ein solches Spiel zumindest mitzugestalten.“

MSV: Härling – Angerer, O’Riordan, Hochstein, Harsanyova (84. Hilbrands), Fürst – Lange, Zielinski, Radtke, Halverkamps (48. Morina) – Makas (89. Günster).

Tore: 0:1, 0:2 Popp (27., 31.), 1:2 Makas (34.), 1:3 Janssen (45./+1), 1:4 Pires Neto (48.), 1:5 Härling (74., Eigentor), 1:6 Pajor (83.).

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