Skandalspiel

Nach Attacke auf Schiedsrichter: Kreisliga-Kicker gesperrt

Beim Spiel des TuS Asterlagen waren es am vergangenen Samstag zu regelrechten Jagdszenen auf den Schiedsrichter gekommen.

Beim Spiel des TuS Asterlagen waren es am vergangenen Samstag zu regelrechten Jagdszenen auf den Schiedsrichter gekommen.

Foto: FUNKE Foto Services / FUNKE Foto Services

Moers/Duisburg.  Nach dem Gewaltausbruch beim Spiel des TuS Asterlagen aus Duisburg hat der Fußballkreis Moers harte Strafen gegen die Verantwortlichen verhängt.

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Vier Tage nach der wegen Tätlichkeiten gegen zwei Schiedsrichter abgebrochenen Kreisliga-A-Begegnung zwischen dem TuS Asterlagen und dem Büdericher SV hat die Spruchkammer des Fußball-Kreises Moers harte Urteile gefällt. Der Vorsitzende Heinz Kremers (SV Viktoria Birten) verhängte nach zweieinhalb Verhandlungsstunden am Mittwochabend gegen einen Asterlager Spieler eine Sperre über fünfeinhalb Jahre und gegen einen Mannschaftsbetreuer eine Sperre über sieben Jahre, diese gilt für Tätigkeiten im Vereinssport. Der Verein TuS Asterlagen muss eine Strafe von 750 Euro an den Fußballverband Niederrhein zahlen. Der Spieler darf für ein Jahr lang keine Spiele seines Vereins besuchen, für den Betreuer gilt das für die Dauer von 18 Monaten.

Die Partie auf dem Platz an der Essenberger Straße im Duisburger Westen war am Samstagabend zwölf Minuten vor Schluss abgebrochen worden. Der Asterlager Spieler hatte nach einer Roten Karte dem erfahrenen Schiedsrichter Samet Alpaydin einen Schlag gegen den Hals versetzt und auch getreten. Der Referee flüchtete in den Heizungsraum des Klubheims und schloss sich dort ein.

Dazu wurde sein Schiedsrichter-Assistent Tobias Koch (Rot-Weiß Moers) von dem Betreuer mit einem Tritt in den Rücken zu Boden gestreckt und am Boden liegend erneut getreten. In der Verhandlung am Mittwochabend zeigten die Asterlager Reue. „Wir können uns nur bei allen Beteiligten entschuldigen“, erklärte die Vereinsseite. „Ich erwarte eine gerechte Strafe, vor der ich nicht weglaufen kann“, sagte der Spieler, der den Unparteiischen über den Platz gejagt hatte.

Vorfall sorgte bundesweit für Schlagzeilen

Der Zwischenfall in dem Relegationsspiel hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und eine neue Debatte um die Gewalt auf Fußballplätzen ausgelöst. Erste Schiedsrichter aus dem Fußballkreis Moers haben bereits angekündigt, keine Spiele mehr von Vereinen pfeifen zu wollen, deren Akteure für Spielabbrüche verantwortlich waren. Auch der Fußballverband Niederrhein betrachtet die Situation kritisch. Insgesamt wurden im Kreis Moers in der abgelaufenen Saison drei Amateurpartien wegen eines gewalttätigen Vorfalls abgebrochen.

TuS Asterlagen entschuldigte sich nach Vorfall bei Facebook

Bei dem Vorfall vom vergangenen Samstag hätte Asterlagen die Partie gegen den Büdericher SV aus Wesel für den erhofften Wiederaufstieg mit 8:0 gewinnen müssen. Beim Stand von 3:0 kam es in der Schlussphase zu regelrechten Jagdszenen auf dem Platz. Nach ihrer Flucht nach den Attacken brachen die Unparteiischen die Partie vor dem eigentlichen Spielende ab. Vier Streifenwagen und ein ziviles Fahrzeug der Polizei, von einem neutralen Zuschauer herbeitelefoniert, riegelten kurzerhand die Platzanlage ab.

Auch die Spieler des Gegners aus Büderich konnten nach dem Spielabbruch nur unter Polizeischutz in ihre Kabine, wie Trainer Stefan Tebbe erzählte. Der TuS Asterlagen entschuldigte sich am Sonntag bei Facebook für den Eklat und „das unkontrollierbare Fehlverhalten eines Spielers“. Ihr Trainer Tugay Yilmazer fand klare Worte: „Diejenigen, die das alles zu verantworten haben, sollten die härteste Strafe bekommen. Ich fordere lebenslänglich.“

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