Frauenfußball

Nina Lange macht für den MSV Duisburg kurzen Prozess

Nina Lange (links) erzielte beide Tore zum MSV-Sieg in Leverkusen.

Nina Lange (links) erzielte beide Tore zum MSV-Sieg in Leverkusen.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg/Leverkusen.  Die Duisburger Bundesliga-Fußballerinnen holen beim Re-Start in Leverkusen drei wichtige Punkte. Die Personalsituation bleibt aber angespannt.

Ihre wohl bislang beste Saisonleistung hätten die Fußballerinnen des MSV Duisburg zu kaum einem besseren Zeitpunkt auf den Rasen bringen können. Nach dreimonatiger Zwangspause gewannen die abstiegsbedrohten Zebras das erste Spiel unter Corona-Bedingungen bei Bayer 04 Leverkusen mit 2:0 (2:0) und sammelten so drei überaus wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Dabei waren die personellen Bedingungen noch ein bisschen problematischer, als sie sich ohnehin schon dargestellt hatten, denn neben den bekanntermaßen ausfallenden Pia Rybacki, Paula Radtke, Vanessa Fürst, Lucia Harsanyova, Laura Radke, Emma Hilbrands und Danica Wu musste auch noch ausgerechnet Top-Offensivkraft Lisa Makas passen. Gegenüber dem 2:2 gegen Bayern München, dem letzten Spiel vor der Saisonunterbrechung, rutschten Alina Angerer, Yvonne Zielinski und Meret Günster in die Startelf. Auf der Bank saßen nur noch Kristina Maksuti sowie die beiden Torhüterinnen Caro Härling und Ena Mahmutovic. Leverkusens Coach Achim Feifel konnte mit sieben Ersatzspielerinnen derweil aus dem Vollen schöpfen.

MSV Duisburg führt schon nach drei Minuten

Für das, was sich nach dem Anpfiff von Schiedsrichterin Kathrin Heimann auf dem Platz des Kölner Sportzentrums Kurtekotten abspielte, war dieser Umstand allerdings nicht von Belang – im Gegenteil. Das Duisburger Rumpfteam agierte von Beginn an beherzt und mutig und wurde dafür auch schnell belohnt. Nach einer Ecke von Geldona Morina bekam Leverkusen die Kugel nicht weit genug geklärt, woraufhin Nina Lange mit einer Direktabnahme aus 13 Metern sehenswert zum 1:0 einschoss (3.).

Leverkusen versuchte zwar, darauf zu antworten, fand aber nie ein Mittel gegen die sicher stehende MSV-Defensive. Stattdessen setzten die Gäste vor der Pause sogar noch einen drauf. Geldona Morina erkämpfte den Ball mit beherztem Einsatz an der Mittellinie und passte in den Lauf von Antonia Halverkamps, die wiederum in die Mitte zu Nina Lange spielte – und diese hatte keine Mühe, ihr zweites Saisontor nachzuschieben (30.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte mussten die Duisburgerinnen dann tief durchatmen, als Milena Nikolic mit einem Distanzschuss den Pfosten traf. Dies blieb aber tatsächlich die einzige gefährliche Torannäherung der Werkself im kompletten Spiel.

Beide Ersatztorhüterinnen kommen aufs Feld

Dementsprechend blieben Höhepunkte nach dem Seitenwechsel Mangelware. Der MSV konzentrierte sich darauf, den Vorsprung ins Ziel zu bringen, und erledigte diese Aufgabe vorbildlich. Kapitänin Meike Kämper musste keinen Schuss parieren. Warum die Unparteiische fünf Nachspielminuten draufpackte, blieb unklar; MSV-Coach Thomas Gerstner nutzte dies freilich, um seine beiden Ersatzkeeperinnen aufs Feld zu schicken und die Uhr damit herunterlaufen zu lassen.

„Ich bin superzufrieden“, meinte Gerstner nach der Partie. Er attestierte seinem Team, es „sensationell gut“ gemacht zu haben, warnte aber vor zu großer Euphorie: „An der Situation hat sich nichts geändert.“ Am Donnerstag geht es mit dem Nachholspiel gegen den direkten Rivalen 1. FC Köln weiter, das um 18 Uhr in der Schauinsland-Reisen-Arena beginnt. Dann dürfte zumindest Paula Radtke wieder dabei sein, doch viel größer wird der Kader dadurch nicht. Isabel Hochstein könnte nämlich ihren letzten Saisoneinsatz absolviert haben, wie Thomas Gerstner erklärte: „Sie ist Polizistin und wird nicht in den Innendienst versetzt. Laut der Bestimmungen kann sie, wenn sie auf Streife eingesetzt wird, nicht für uns spielen.“

MSV: Kämper – Hochstein, Debitzki, O’Riordan – Angerer, Moore, Zielinski – Günster (90./+5 Mahmutovic), Morina, Lange (90./+3 Härling) – Halverkamps (69. Maksuti).

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