Skaterhockey-Nationalteam

Platz zwei statt EM-Titel Nummer elf für Deutschland

Bundestrainer Manfred Schmitz mahnte für die Zukunft mehr Disziplin an.

Bundestrainer Manfred Schmitz mahnte für die Zukunft mehr Disziplin an.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Die Schweiz war diesmal stärker als die deutsche Nationalmannschaft. Zu viele Strafzeiten im Finale. Lob für Paul Fiedler und Dustin Diem.

Dreimal in Folge hatte Deutschland den großen Konkurrenten aus der Schweiz distanziert und die Europameisterschaft im Skaterhockey gewonnen – doch aus dem insgesamt elften EM-Titel für die ISHD-Auswahl wurde nichts. In Rosse­maison setzten sich die gastgebenden Eidgenossen im Finale gegen die vom Duisburger Bundestrainer Manfred Schmitz betreute Mannschaft überdeutlich mit 10:4 (0:0, 3:2, 7:2) durch. „Die Schweizer haben sich in einen Rausch gespielt und dabei viele Überzahltore erzielt“, sagte Schmitz. Aufgrund der Absage der Inder, durch die das Turnier zu einer offenen EM geworden wäre, wurde auch die Spielzeit auf dreimal 15 Minuten gestoppte Zeit festgesetzt, was zu zum Teil haushohen Ergebnissen führte.

„Extrem hohes Tempo“

„Wir sind gut ins Finale gekommen“, sagte Schmitz. „Das war ein extrem hohes Tempo. Unsere Jungs haben richtig viel Druck gemacht – aber leider keine Tore.“ Das machten die Gastgeber im zweiten Drittel besser. Zweimal Powerplay, 2:0 für die Schweiz. „In Überzahl waren die brutal stark“, so Schmitz. Umso bitterer, dass es die deutsche Mannschaft nach 30 Minuten so richtig hart traf – denn Sebastian Schneider, Duisburger in Diensten der Rockets Essen, sah zunächst sogar die schwarze Karte (Spielausschluss mit langer Sperre), was der englische Unparteiische letztlich aber in eine rote Karte korrigierte.

„Wesley hatte eine Zweiminutenstrafe kassiert, regte sich darüber auf, ging zum Schiri und weil er mit Mundschutz sprach und aufgeregt war, hat der Unparteiische wohl Feuchtigkeit abbekommen und das so ausgelegt, dass Wesley ihn angespuckt habe“, schildert Schmitz die Szene. „Wenn er selbst betroffen ist, muss er natürlich selbst da wegbleiben und darf nicht mit dem Schiri diskutieren“, mahnte Schmitz für das gesamte Team in Zukunft mehr Disziplin an. „Wesley“ Schneider war bis dahin nicht nur stark in der Defensive, sondern auch der beste deutsche Scorer im Turnier. „Sein Ausfall hat uns natürlich schwer getroffen“, sagt der Bundestrainer. „Danach sind wir untergegangen.“

Hilfe für die Ukraine

Ins Turnier startete die ISHD-Auswahl mit einem 21:1-Sieg gegen die Ukraine. „Deren Team ist sehr eishockeygeprägt. Da dort nun Saison ist, fehlten wohl einige“, so Schmitz. Da Skaterhockey in der Ukraine noch im Entwicklungszustand ist, sammelten die deutschen Vereine gebrauchte Ausrüstung, sodass die ISHD im Rahmen des Turniers vier Torhüterausrüstungen, etliche Schläger und weitere Ausrüstung an übergeben konnte. „Das war eine tolle Aktion. Die Ukrainer haben sich sehr gefreut“, so Schmitz.

Erstaunlich ist, dass Dänemark – 2010 noch Europameister – nach gutem Start immer schlechter wurde. Dagegen wurde Großbritannien immer besser und belegte letztlich den dritten Platz. „Die Briten hatten offenbar einige Inlinehockey-Spieler dabei. Als die sich an den Ball gewöhnt hatten, lief es bei ihnen.“

Gut lief es auch für Paul Fiedler von den Duisburg Ducks, der mit Jiri Svejda ein Angriffsduo bildete.Der Entenspieler erzielte drei Tore und fünf Vorlagen. „Auch Lars Neuhausen hat seine Aufgaben sehr gut erledigt“, so Schmitz über den zweiten Ducks-Spieler im Team. Wie erwartet bärenstark agierte Dustin Diem – ein Duisburger, der für den Crefelder SC spielt. „Ich habe den Jungen in Über- und Unterzahl gebracht. Das hat er hervorragend gemacht“, so Schmitz.

Die Statistik zum EM-Turnier in Rossemaison

Vorrunde:

Deutschland – Ukraine 21:1 (5:1, 6:0, 10:0)

Tore: Dotterweich (4), Riepe (3), Svejda, Diem, Zillen, Neuhausen, Dietrich (je 2), Meyer, Fiedler, Schneider, Arzt.

Deutschland – Dänemark 5:3 (3:0, 0:3, 2:0) Tore: Luft, Lenz, Schneider, Esser, Fiedler.

Deutschland – Österreich 13:2 (4:1, 3:1, 6:0) Tore: Riepe, Schneider, Luft (je 2), Diem, Meyer, Zillen, Fiedler, Dietrich, Wuschech, Lenz.

Deutschland – Großbritannien 8:5 (3:0, 3:2, 2:3) Tore: Lenz, Dietrich (je 2), Schneider, Riepe, Dotterweich, Diem.

Deutschland – Schweiz 2:4 (1:2, 0:1, 1:1) Tore: Arzt, Dietrich.

Halbfinale:

Deutschland – Österreich 8:1 (2:0, 2:0, 3:1) Tore: Dietrich, Esser, Svejda (je 2), Arzt, Zillen.

Finale:

Deutschland – Schweiz 4:10 (0:0, 2:3, 2:7) Tore: Zillen, Lenz, Esser, Luft.

Abschlussplatzierung:

1. Schweiz, 2. Deutschland, 3. Großbritannien, 4. Österreich, 5. Dänemark, 6. Ukraine.

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