Fußball-Regionalliga

„Über sich hinaus gewachsen": VfB Homberg feiert Sensation

Der VfB Homberg hat in der Fußball-Regionalliga überraschend den SC Verl geschlagen.

Der VfB Homberg hat in der Fußball-Regionalliga überraschend den SC Verl geschlagen.

Foto: Stefan Rittershaus / FUNKE Foto Services

Duisburg  Der VfB Homberg hat in der Regionalliga eine Überraschung geschafft. Gegen den bisherigen Spitzenreiter SC Verl gewinnt der Aufsteiger mit 1:0.

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Was auch immer in den Sonntagsspielen des 17. Spieltags der Regionalliga-West am Sonntag noch passieren mag – für die Überraschung schlechthin sorgten die Kicker des VfB Homberg bereits am Samstag mit dem 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen DFB-Pokalschreck SC Verl. Der Aufsteiger stürzt den Tabellenführer – da gab es am Rheindeich kein Halten mehr.

Coach Stefan Janßen änderte seine Startelf, im Vergleich zu der, die vor Wochenfrist mit 0:4 bei der U 23 von Schalke 04 noch die bislang höchste Saisonniederlage hatte einstecken müssen, auf zwei Positionen. Für Durim Berisha und Marvin Lorch rückten erstmals in dieser Saison die lange verletzten Ferdi Acar und Patrick Dertwinkel in die Anfangsformation.

Acar gesellte sich in die Angriffsreihe zu Cagatay Kader, Dertwinkel, dem man seine lange Auszeit nicht anmerkte, rückte auf seine angestammte Position in der Mittelfeldzentrale, aus der Robin Urban in die Innenverteidigung zurückrutschte.

Spitzenreiter aus Verl gibt erstmal den Ton an

Der Aufsteiger traf bis auf eine Änderung, die SC-Coach Guerino Capretti in der Innenverteidigung mit Yannik Langesberg für Julian Stöckner vornahm, auf die Elf, die vor zwei Wochen Zeitligist Holstein Kiel aus dem DFB-Pokal geworfen hatte. Und der Spitzenreiter gab erwartungsgemäß den Ton an, traf aber auf eine kompakte VfB-Defensive, die bereits in der Offensivabteilung begann.

So kamen die Gäste trotz deutlich mehr Ballbesitz kaum zu zwingenden Chancen. Eine Direktabnahme von Nico Hecker, die für VfB-Keeper Philipp Gutkowski kein Problem darstellte (17.) war die erste Möglichkeit für den Ligaprimus. In der 43. Minute setzte Aygün Yildirim mit einem Fallrückzieher den Ball an den Pfosten.

Ansonsten aber ließ der Underdog aus Homberg nichts zu und beschäftigte den SC auch in dessen Defensive, ohne diese aber entscheidend durchbrechen zu können. Das 0:0 zur Pause war für den Aufsteiger gegen den Pokal-Achtelfinalisten dennoch schon ein kleiner und verdienter Achtungserfolg.

VfB Homberg lässt sich nicht vom Weg abbringen

Doch bei diesem allein wollte es der Außenseiter nicht belassen und setzte in der zweiten Halbzeit selbst die Akzente. Justin Walker zielte aus der Distanz knapp über den Kasten (47.), 13 Minuten später jubelten die VfB-Fans unter den rund 700 Zuschauern dann schon.

Nach einem Querpass von Koray Kacinoglu scheiterte Ferdi Acra aus kurzer Distanz noch an SC-Keeper Robin Brüseke, Cagatay Kader drückte den Ball im Nachschuss dann über die Linie – doch Schiedsrichter Alexander Schuh entschied auf Abseits. Dadurch ließen sich die Gastgeber aber nicht von ihrem Weg nach vorne abbringen und hatten durch einen 50-Meter-Schuss von Acar über den weit vor dem Kasten stehenden Brüseke hinweg die nächste Chance – doch die Kugel verfehlte das Gehäuse haarscharf (74.).

Dennis Wibbe spitzelt den Ball auf den Torschützen

Auf der anderen Seite ließ die starke VfB-Defensive nur noch einen Seitfallzieher von Zlatko Janjic zu, der knapp am linken Pfosten vorbei strich (84.) – und vier Minuten später brachen dann am Rheindeich alle Dämme. Einen Pass von Kacinoglu spitzelte VfB-Kapitän Dennis Wibbe im 16er noch auf Justin Walker – und der ließ sich die Chance zum 1:0 mit einem statten Flachschuss nicht entgehen. Die Überraschung gegen den Pokalschreck, der durch die Niederlage die Tabellenführung an den SV Rödinghausen abgeben musste war perfekt.

„Ein 0:0 gegen diesen starken Gegner wäre schon ein Erfolg für uns gewesen“, sagt Stefan Janßen nach dem Spiel, „Dass die Jungs das Ding noch gewinnen, freut mich einfach riesig für sie. Jeder einzelne ist heute über sich hinaus gewachsen.“

Statistik zum Spiel

VfB Homberg – SC Verl 1:0 (0:0)

VfB: Gutkowski – Kacinoglu, Urban, Koenders, Wolf – Wibbe (90. Berisha), Dertwinkel (89. Nowitzki), Kogel, Walker – Acar (74. Lorch), Kader (83. Rankl).

SCV: Brüseke – Choroba (88. Stöckner), Lach, Langenberg, Ritzka – Schallenberg (70. Haeder), Kurt (81. Brosowski), Schöppner – Hecker (81. Andzouana), Janjic, Yildirim.

Tor: 1:0 Walker (88.).

Gelbe Karten: Walker, Koenders, Kacinoglu – Kurt.

Schiedsrichter: Alexander Schuh (Kaarst)

Zuschauer: 700.

So geht’s weiter für den VfB Homberg: Samstag, 16. November, 14 Uhr: Borussia Mönchengladbach II – VfB (Grenzlandstadion).

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