Frauenfußball

Verletzungen erschweren beim MSV Duisburg die Vorbereitung

Der Trainer macht’s vor: Ex-Profi Thomas Gerstner zeigt im Training der MSV-Frauen sein Können.

Der Trainer macht’s vor: Ex-Profi Thomas Gerstner zeigt im Training der MSV-Frauen sein Können.

Foto: imago / MaBoSport

Duisburg.  Der Bundesligist muss derzeit unter anderem auf Torhüterin Meike Kämper verzichten. Auch Meikayla Moore wird den Zebras noch länger fehlen.

Wochenlang war der Frauenfußball durch die Weltmeisterschaft in Frankreich in aller Munde – nun geht es mit der Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison zurück aufs Normalmaß. Thomas Gerstner, Trainer des MSV Duisburg, stattete den Titelkämpfen auch einen kurzen Besuch ab und bedauerte naturgemäß das frühe Scheitern der DFB-Auswahl: „Natürlich wäre es für die Außendarstellung des Frauenfußballs besser gewesen, wenn die Nationalelf weitergekommen wäre. Aber auf die Arbeit, wie wir sie hier machen, hätte das keinen Einfluss gehabt.“

Die Zebras, die seit zwei Wochen wieder im Training sind, müssen weiter in den Nischen arbeiten. Dreimal hintereinander gelang nun mehr oder weniger knapp der Klassenerhalt in der Bundesliga – und um viel mehr kann es zumindest auf dem Papier auch in der neuen Spielzeit nicht gehen. Allerdings verströmt Ex-Profi Gerstner, was die Voraussetzungen angeht, durchaus Optimismus: „Wir haben uns eindeutig mehr Qualität dazugeholt als im vergangenen Jahr und mit Dörthe Hoppius auch nur eine Spielerin verloren, die wir halten wollten.“

Die grundsätzliche personelle Besetzung scheint also vielversprechend – nur manche Rahmenbedingungen sind aktuell schwierig und auch kaum modifizierbar. Beispielsweise hält Gerstner große Stücke auf die defensiv vielseitig einsetzbare Rückkehrerin Isabel Hochstein, doch die Ausbildung bei der Polizei, die sie gerade absolviert, schränkt die Möglichkeiten im Training ein. „Wenn man so eine Spielerin bekommt, muss man akzeptieren, dass irgendwo ein Haken ist“, so der Coach. Auch andere Kickerinnen müssen aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen Abstriche machen.

Nachwuchskeeperinnen im Blickpunkt

Das andere Problem: die Verletzungssorgen. Die größte Baustelle könnte zwischen den Pfosten drohen, denn Kapitänin Meike Kämper hat aus der Vorsaison eine Knieverletzung mitgebracht und muss bis auf weiteres aussetzen. Nach jetzigem Stand wird der Saisonstart am 18. August beim Aufsteiger 1. FC Köln für sie zu früh kommen. Carolin-Sophie Härling, momentan ihre erste Vertreterin, laboriert an einem Schulterblattbruch, weshalb sich aktuell die Nachwuchskeeperinnen Carolin Harti (U 21) und Ena Mahmutovic (U 17) in den Vordergrund spielen können.

Mit Meikayla Moore nimmt eine weitere Stammkraft derzeit gezwungenermaßen nicht am Training teil. Die Neuseeländerin erholt sich in ihrer Heimat von dem Achillessehnenriss, der sie die Teilnahme an der WM kostete. Auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk Twitter zeigte sie gestern Fotos von sich mit Krücken und einem Moonboot am verletzten Fuß. „Babysteps“ könne sie derzeit nur machen – also ganz kleine Schritte. Vor September wird sie nicht wieder in Duisburg erwartet.

Auch Lisa Makas ist noch nicht wieder fit

Angreiferin Lisa Makas, die sich im letzten Saisonspiel einen doppelten Bänderriss zugezogen hatte, bereitet vor dem Hintergrund ihrer deutlich schwereren Verletzungen in der Vergangenheit derzeit vergleichsweise wenig Sorgen. Nach konservativer Behandlung ist sie auf gutem Weg zurück in den Kader. Pia Rybacki erholt sich ebenfalls von einem doppelten Bänderriss. Erst einmal pausieren muss auch Lucia Harsanyova: Die Slowakin hat bei einem Lehrgang ihres Nationalteams eine Innenbanddehnung im Knie erlitten.

Heute ist sie daher naturgemäß nicht dabei, wenn das erste Testspiel ansteht. Beim Bezirksligisten Niersia Neersen wird es ab 12.30 Uhr eher einen leichten Aufgalopp geben.

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