Fußball

VfB Homberg glaubt an Klassenerhalt – hat aber keinen Druck

Nicht nur zum Abklatschen da: Metin Kücükarslan (Mitte) und seine Teamkollegen vom VfB Homberg wollen die Klasse in der Regionalliga halten – verspüren aber keinen Druck.

Nicht nur zum Abklatschen da: Metin Kücükarslan (Mitte) und seine Teamkollegen vom VfB Homberg wollen die Klasse in der Regionalliga halten – verspüren aber keinen Druck.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der VfB Homberg ist in der Regionalliga auf Augenhöhe mit den Profiklubs – doch es fehlen Punkte im Abstiegskampf. Eine Analyse der Situation.

Bodenständigkeit war das Motto beim VfB Homberg in der souveränen Aufstiegssaison in der Fußball-Oberliga, und Bodenständigkeit bleibt auch das Motto der Gelb-Schwarzen im Abstiegskampf der Regionalliga. Mit drei Niederlagen in Folge konnte der Aufsteiger im Tabellenkeller in diesem Jahr indes noch keinen Boden gut machen. Die Konkurrenz aus Lippstadt (0:2 gegen Gladbach II) und Haltern (0:4 beim BVB II) patzte am Wochenende zwar ebenfalls, das Spiel des Wuppertaler SV beim 1. FC Köln II fiel Orkantief Sabine zum Opfer.

Der Abstand zum sicher rettenden Ufer beträgt somit jedoch noch immer fünf Punkte – und „die Spiele werden nicht mehr“, wie es Metin Kücükarslan ausdrückt. Druck verspürten die Kicker des VfB Homberg deswegen aber nicht, sagt der Sechser: „Als Fußballer sollte man keinen Druck haben. Es ist unser Hobby, und das sollte Spaß machen.“

Der Spaß ist dem VfB Homberg bislang nicht vergangen

Und der Spaß an der vierten Liga – in der Fußball für die wenigsten Kicker der anderen Vereine tatsächlich nur ein Hobby ist – ist den Hombergern nicht vergangen. „Wir wissen alle um unsere schlechte Platzierung in der Tabelle. Wir wissen alle, dass wir mit 15 Punkten die Klasse nicht halten werden und mit 30 Punkten wahrscheinlich auch nicht“, stellt Stefan Janßen klar, dass selbst die doppelte der aktuellen Ausbeute kritisch für den Liga-Verbleib werden könnte.

„Aber es ist eine ganz wichtige Erkenntnis bei uns, dass wir nach Niederlagen ebenso wenig liegen bleiben wie wir uns nach Siegen auf dem Zaun feiern lassen“, erinnert der Coach neben der schnellen Rückkehr zur Realität nach den Sensationssiegen gegen Verl und in Essen auch an die Bodenständigkeit des Teams in der zurückliegenden Meistersaison.

Freilich wurmt es den Trainer ebenso wie seine Kicker, dass sie einige mögliche Punkte liegen ließen, was zur aktuellen Platzierung im Tabellenkeller beigetragen hat. Ein Großteil dieser vergebenen Punkte ist aber vor allem der Unerfahrenheit des Aufsteigers zuzuschreiben, der sich häufig auf Augenhöhe mit den Profiklubs der Liga zeigte und vom Einsatz her nahezu immer überzeugte.

„Es ist nichts passiert, was uns nicht vorher schon bewusst gewesen wäre“, erinnert Janßen an die „Ansprüche“, mit denen der Amateurklub vom Rheindeich in Duisburg die Regionalliga angegangen ist. „Dass es heftig werden würde, war zu erwarten. Aber wir sind in keinem der bisherigen Spiele abgeschlachtet worden“, nennt der Trainer auch die letzte 0:2-Niederlage gegen den ehemaligen Bundesligisten Alemannia Aachen als Beispiel. „Wir haben das Spiel gegen ein starkes Profi-Team bis zum Schluss offen gehalten.“

VfB Homberg in der Regionalliga: Ein Highlight nach dem anderen

Dass dies nicht mit weiteren Punkten belohnt wurde, findet auch Janßen ärgerlich. „Aber es gab Leute, die vor der Saison prognostiziert haben, dass wir überhaupt keine Punkte holen“, erinnert der Coach – und macht deutlich, mit welcher Einstellung der Aufsteiger den restlichen Kampf um den Klassenerhalt angehen wird.

„Wir sind in diese Liga aufgestiegen, weil wir uns das mit einer überragenden Oberliga-Saison absolut verdient hatten. Wir haben uns danach gesagt, wir wollen diese Liga spielen mit allem, was dazu gehört. Jetzt spielen wir diese Liga – und es ist nichts schlecht. Die Jungs erleben ein Highlight nach dem anderen, die U-23-Teams der Bundesligisten Dortmund und Schalke kommen noch zu uns“, zählt Janßen auf. „Und darauf freuen wir uns einfach wie Bolle.“

Erfolgsdruck gibt es in Homberg keinen. Daran ändert auch das anstehende Kellerduell beim TuS Haltern nichts. Wenngleich die Homberger freilich nichts gegen ein erfolgreiches Abschneiden im Sechs-Punkte-Spiel beim direkten Konkurrenten einzuwenden hätten. Denn Spaß an der vierten Liga wollen sie schließlich auch gern in der nächsten Saison noch haben. Ob mit oder ohne Druck . . .

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