Eishockey

Zwei Mädchen des EV Duisburg holen die Silbermedaille

Nina Kuriata (links) und Mara Pieterek vom EV Duisburg holten mit Germany Selects die Silbermedaille in Schweden.

Nina Kuriata (links) und Mara Pieterek vom EV Duisburg holten mit Germany Selects die Silbermedaille in Schweden.

Foto: Roland Pieterek

Duisburg.  Die 17-jährigen Nina Kuriata und Mara Pieterek spielen im Nachwuchs des EVD. In Schweden liefen sie bei einem internationalen U-18-Turnier auf.

Der Ehrgeiz ist beiden anzumerken. Pure Freude über den zweiten Platz bei einem internationalen Turnier? „Wir hatten uns schon erhofft, dass wir den Turniersieg holen“, sagte Mara Pieterek. Und Stürmerin Nina Kuriata ergänzt: „Wir waren im Turnierverlauf die beste Mannschaft.“ Am Ende musste sich die Mannschaft Germany Selects, für die beiden Eishockey-Spielerinnen des EV Duisburg aufliefen, im Finale des World-Selects-Invitational für weibliche U-18-Mannschaften der nordamerikanischen Mannschaft Pro Hockey White mit 0:1 geschlagen geben.

Seit Dezember 2015 gibt es nun schon den Verein Girlseishockey.de, der dem Deutschen Eishockey-Bund angehört und das Team Germany Selects für die WSI-Turniere aufstellt, die wiederum eine nordamerikanische Agentur ausrichtet. Immerhin sind die Turniere schon so anerkannt, dass mit Ungarn auch eine offizielle Nationalmannschaft an den Start ging.

Für Mara Pieterek gab es neben der Silbermedaille für die Mannschaft noch eine weitere Auszeichnung: Sie wurde als beste Torhüterin des Turniers, das in Nacka im Großraum Stockholm stattfand, geehrt. „Darauf hatte ich gehofft, aber rechnen kann man damit natürlich nicht. Aber die Statistiken im Saisonverlauf hatten darauf hingedeutet.“

Alte Hasen im Selects-Trikot

Beide EVD-Spielerinnen sind schon alte Hasen im Selects-Trikot. „Ich bin von Anfang an bei Girlseishockey.de dabei“, berichtet die 17-jährige Torhüterin. Und auch die Duisburgerin Nina Kuriata, die über die Stationen Ratingen, Gelsenkirchen und Essen nun zu den Jungfüchsen zurückgekehrt ist, war schon im internationalen Einsatz. Der in Bayern ansässige Mädchenverein hat es sich zum Ziel gesetzt, den Spielerinnen über die WSI-Veranstaltungen mehr Gelegenheiten zu geben, in reinen Mädchenmannschaften zu spielen – denn im Ligabetrieb ist das nicht möglich.

Vor zwei Jahren war der EVD der erste deutsche Verein überhaupt, der im U-11-Bereich eine rein weibliche Nachwuchsmannschaft aufgestellt hat. 2020 soll es mit einem U-13-Team weitergehen. Der Normalfall ist also, dass Mädchen in Jungenmannschaften spielen. „Es ist halt angenehmer, auch mal nur mit Mädchen zu spielen. Das stärkt den Teamgeist“, sagt Pieterek, die mit Skaterhockey bei den Langenfeld Devils begann und erst vor vier Jahren zum Eishockey kam. Sie spielte dann im Nachwuchs für Neuss, bei den Frauen für Köln.

Mit dem EVD auf Titelkurs

Nina Kuriata hat ähnliche Erfahrungen gemacht. „Ich habe auch weiterhin ein Zweitspielrecht für die erste und zweite Frauen-Mannschaft des EC Bergkamen“, schildert die 17-Jährige. „Dort habe ich mein Selbstvertrauen gewonnen. Da ist niemand, der meckert, weil mal ein Pass nicht ankommt.“ Und nur mit Selbstvertrauen steigt auch die spielerische Qualität.

Und die Qualität der Selects-Turniere? „Ich würde sagen, das ist mit der 2. Frauen-Liga hier in Deutschland zu vergleichen“, sagt Pieterek, während Kuriata betont: „Im deutschen Team sind viele Spielerinnen dabei, die auch schon in U-Nationalmannschaften für Deutschland gespielt haben.“ Deswegen konnte sich das Selects-Team von Rang fünf, über drei auf nun zwei in den vergangenen Jahren steigern.

Mara Pieterek ist beim EVD als Torhüterin in der U-20- und U-17-Mannschaft vorgesehen. „Letzte Saison habe ich als Aushilfe angefangen, will mir nun aber Einsatzzeiten erarbeiten“, sagt sie. Und dafür macht sie viel. Aktuell nimmt sie an einem Torhütercamp in Pfronten teil. „Ich weiß, dass ich besser sein muss als andere, um meine Chance zu bekommen.“ Ihr Ziel mit dem EVD: „U-20-Meister in der DNL3 werden.“

Umbruch in der U-17-Mannschaft

Nina Kuriata wird in der U-17-Mannschaft des EVD auflaufen, die einen Umbruch vor sich hat. Sie betont: „Die letzten drei Plätze gehen gar nicht!“ Sicher in der Liga mitspielen – das soll es schon sein. Der Grund für ihre Rückkehr nach Duisburg: „Hier hat sich das gut entwickelt. Vor allem komme ich, weil hier Dirk Schmitz das Sagen hat. Er gibt Mädchen eine Chance, sodass sie sich weiter entwickeln können“, sagt Kuriata.

Dieses Vertrauen will sie mit Leistung zurückzahlen. Von allen reinen U-17-Spielerin ist sie die älteste. Nina Kuriata erklärt: „Daher will ich die Mannschaft mitziehen, auch wenn es mal nicht gut läuft. Im Eishockey geht es darum, immer weiter zu kämpfen.“

Die Ergebnisse der deutschen Mannschaft im Turnier: Vorrunde: Pro Hockey Blue (Nordamerika) 3:1, Pro Hockey White (Nordamerika) 3:2 n.P., Ungarn 4:0, Italien Selects 0:1 n.P.., Schweden Selects 3:1, Finnland Selects 8:1; Finale: Pro Hockey White 0:1.

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