Fußball

4:5! Ein Last-Minute-Schock für die Lindendörfler

In einem turbulenten Spiel standen die Halderner am Ende mit leeren Händen da.

Foto: Klaus-Dieter Stade

In einem turbulenten Spiel standen die Halderner am Ende mit leeren Händen da. Foto: Klaus-Dieter Stade

Haldern.  Gastgeber führen bis zur 90. Minute mit 4:3. Durch einen Elfmeter sowie ein Traumtor entscheidet der Favorit die Partie allerdings noch für sich.

Es lief die 90. Minute und alles sah danach aus, als könnte der SV Haldern für die große Sensation sorgen und die SF Königshardt auf eigener Anlage besiegen. Doch dann wurde es ein Albtraum für die abstiegsbedrohten Lindendörfler.

In der 91. Minute foulte Dominik Schertes den Köngshardter Mittelfeldspieler Pascal Wickert knapp vor dem Strafraum. Schiedsrichter Martin Rauh zeigte allerdings zur Verwunderung aller Beteiligten sowie Zuschauer auf den Punkt. Nurtekin Bulut ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte zum 4:4-Ausgleichstreffer für die Gäste. „Das Foul war eindeutig außerhalb des Strafraums. Man konnte nach dem Spiel sogar noch die Abdrücke der Grätsche sehen. Wir haben einfach Pech mit den Schiedsrichterentscheidungen in der Rückrunde“, ärgerte sich Trainer Holger Pistel nach dem Bezirksliga-Spiel. Allerdings sollte es noch schlimmer kommen für den Vorletzten. Quasi mit dem Schlusspfiff fasste sich erneut Bulut ein Herz und schoss einfach mal aus 25 Metern drauf. Der Ball landete unhaltbar für Halderns Torwart Nico Hakvoort im rechten Winkel (94.).

Starker Beginn der Pistel-Elf

Dabei begannen die Hausherren stark und erspielten sich die erste Chance des Spiels, als Christopher Kipp nach Vorarbeit von Matthias Bauhaus alleine aufs Tor lief, doch den Ball nicht im Tor unterbringen konnte (6.). In der 13. Minute machte es Kipp dann besser. Nach erneuter Vorlage von Bauhaus ließ der Stürmer dem Torhüter der Gäste keine Chance und schob locker zum 1:0 ein. Nur eine Minute später durften die Lindendörfler wieder jubeln. Diesmal bediente Kipp Kapitän Bauhaus. Auch dieser ließ sich nicht zweimal bitten und netzte zum 2:0 ein.

In der 17. Minute konnten die Gäste dann verkürzen. Hakvoort ließ einen eher harmlosen Ball aus der Hand springen, so dass Dusan Trebaljevac nur noch den Kopf hinhalten musste und zum Anschlusstreffer einnicken konnte.

Wiederum nur vier Zeigerumdrehungen später konnte Haldern den alten Abstand wieder herstellen. Nach erneuter Vorarbeit von Bauhaus war es diesmal Julian Otten, der den Torwart überwinden konnte.

Danach plätscherte das Spiel vor sich hin. Die Gastgeber machten die Räume eng und der Favorit wusste mit dem Ball nichts anzufangen. Alles sah danach aus, als würde die Pistel-Elf mit einer 3:1-Führung in die Pause gehen, doch die Sportfreunde hatten noch einen Pfeil im Köcher. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld bekam Angreifer Trebaljevac zu viel Platz, nahm den Ball mit der Brust an und brachte das Leder aus der Drehung im unteren rechten Eck unter, so dass es mit einem 3:2 für den SV Haldern in die Pause ging. „Die ersten 20 Minuten haben wir klasse Fußball gespielt. Dann wurden wir etwas in die eigene Hälfte gedrängt. Aber man muss ja auch sehen, gegen wen wir hier gespielt haben“, zeigte sich Pistel mit der Leistung seiner Elf zufrieden.

Nach der Pause machten die Gäste mehr Druck und konnten sich früh zwei Chancen herausspielen, doch beide Male parierte Hakvoort gegen Philipp Klempel herausragend (55./58.). Doch in der 69. Minute war auch der Halderner Keeper machtlos. Klempel setzte sich gut auf rechts durch und brachte den Ball in die Mitte, wo Trebaljevac nur noch den Fuß hinhalten musste und mit seinem dritten Tor den 3:3-Ausgleichstreffer erzielen konnte.

Danach hatten allerdings die Halderner wieder die besseren Chancen. Nach einem Stellungsfehler in der Hintermannschaft lief Kipp erneut alleine aufs Tor zu, schob den Ball aber rechts am Gehäuse vorbei (75.). Nur vier Minuten später setzte sich Bauhaus im linken Mittelfeld gegen drei Gegenspieler durch und schloss mit dem rechten Fuß ab, doch der Königshardter Schlussmann konnte das Leder gerade noch über die Latte lenken.

Tenhagen verwandelt Strafstoß

In der 83. Minute gingen die Gastgeber dann wieder in Führung. Nach einer Ecke kam Franz Schöttler an den Ball und ließ seinen Gegenspieler mit einem Übersteiger stehen. Dieser wusste sich nicht anders zu helfen und brachte Schöttler im Sechzehnmeterraum zu Fall. Henrik Tenhagen schnappte sich die Kugel und verwandelte mit etwas Glück unten rechts. Doch zum Sieg sollte es für die Lindendörfler nicht reichen.

Bereits am Donnerstag bestreitet der SV Haldern sein nächstes Match. Dann geht es im Nachholspiel zum SV Hamminkeln. Ein Sieg ist dabei Pflicht, so beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz bereits sieben Punkte. „Das Spiel gegen Hamminkeln müssen wir gewinnen. Wir haben gegen den Tabellenzweiten ein Topspiel abgeliefert, stehen aber wieder mit leeren Händen da. Langsam müssen wir wieder dreifach punkten“, so Pistel.

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