Handball

Coronavirus: Sven Esser fordert klare Empfehlung vom DHB

Sven Esser glaubt nicht an eine Fortsetzung der Saison.

Sven Esser glaubt nicht an eine Fortsetzung der Saison.

Foto: Jens Uwe Wachterstorm / Funke Foto Services GmbH

Am Niederrhein.  Für den Trainer der HSG Haldern/Mehrhoog/Isselburg gibt es im Falle eines wahrscheinlichen Saisonabbruchs eigentlich nur zwei Möglichkeiten.

Als Vater von Zwillingen, die demnächst ihren dritten Geburtstag feiern, aber seit Montag nicht mehr in die Kita dürfen, hat auch Sven Esser gerade andere Sorgen als die durch den Coronavirus hervorgerufene Spielpause im Handball. „Machen wir uns nichts vor. Kinder in diesem Alter wollen draußen mit anderen Kindern spielen und nicht nur in der Bude hocken. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was da noch auf uns zukommt, wenn das Wetter wieder schlecht werden sollte. Aber da müssen wir jetzt alle irgendwie durch“, sagt der Trainer der Bezirksliga-Herren von der HSG Haldern/Mehrhoog/Isselburg. So ganz lässt der Handball den langjährigen Übungsleiter der HSG Wesel aber trotz aller anderen Probleme auch nicht los.

Sven Esser, vor dem Spielstopp in der Bezirksliga hatte ihr Team drei der letzten vier Partien verloren und war auf Platz drei abgerutscht. Ist ihnen die Pause da vielleicht sogar gelegen gekommen?

Wir sind Sportler und hätten deshalb auch am liebsten weitergespielt, auch wenn die Ergebnisse zuletzt nicht gut waren. Vielleicht müssen wir uns einfach auch eingestehen, dass wir aktuell einfach noch nicht so weit sind.

Woran lag es denn, dass es zuletzt nicht lief?

Das ist schwer zu sagen. Das Spitzenspiel in Xanten hatten wir absolut verdient verloren. Viel ist dann auch Kopfsache. Die Niederlage gegen Hiesfeld/Aldenrade war ziemlich dumm, danach haben wir uns beim klaren Sieg im Derby gegen Bocholt wieder gefangen. Der Auftritt bei der Niederlage in Moers war dann eine richtige Vollkatastrophe.

Glauben Sie denn daran, dass die Saison noch fortgesetzt wird?

Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass es noch einmal weitergeht. Dagegen spricht für mich auch die Tatsache, dass wir in den nächsten Wochen ja auch gar nicht mehr trainieren können. Dazu halte ich es nicht für sinnvoll, die Spielzeit noch weit nach hinten heraus zu verlängern. Wir haben ja bei uns im Kreis auch ein Beispiel, wie das in die Hose gehen kann. Regionalligist MTV Dinslaken musste letzte Jahr bis in den Juni hinein noch Aufstiegsspiele bestreiten. Dass sie jetzt ganz unten stehen, ist sicher nicht nur Pech. Man braucht einfach auch die Regeneration.

Dann bliebe die Frage, wie die Spielzeit gewertet wird. Welche Vorgehensweise befürworten Sie?

Für mich gibt es da eigentlich nur zwei Alternativen, die in Frage kommen. Entweder man annulliert die komplette Saison und fängt im Herbst wieder genau in dieser Konstellation an oder wertet einfach an einem bestimmten Zeitpunkt der Saison. Egal wozu man sich entscheidet, wird man es aber sicher nicht allen recht machen können. Am Ende des Tages geht es da sicher auch um rechtliche Fragen.

Was wäre Ihnen lieber?

Es geht natürlich nicht, einen Zeitpunkt für die Wertung zu nehmen, an dem nicht alle die gleiche Anzahl Spiele absolviert haben. Wir haben ja auch einige Gruppen mit einer ungraden Anzahl an Teams, in denen immer eine Mannschaft spielfrei hat. Rein von der Logik her könnte man eigentlich nur die Hinrunde werten. Dann wären wir sogar aufgestiegen. Sportlich gesehen fände ich das aber auch wieder sehr schwierig. Stand jetzt sind wir schließlich nur Dritter.

Der Handballverband in Hessen hat die Saison bereits für beendet erklärt und wertet anhand der Tabelle vom 13. März.

Ja, ich habe gerade auch noch die Nachricht bekommen, dass es der Kreis Köln/Rheinberg im HV Mittelrhein genauso macht. Meiner Meinung nach sind die da sehr unnötig vorgeprescht. Es gibt keinen Zwang, das jetzt sofort zu entscheiden. Meiner Meinung nach geht es vor allem um Kommunikation. Eigentlich müssten sich jetzt beim DHB ein paar klüge Köpfe damit auseinandersetzen, eine Lösung erarbeiten und dann eine klare Empfehlung abgeben. Wenn alle ihr eigenes Ding machen, schadet das am Ende nur unserem Sport.

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