Motorsport

Nico Hülkenberg empfiehlt Crash-Pilot Ballett-Stunden

Nico Hülkenberg in der Boxengasse.

Nico Hülkenberg in der Boxengasse.

Foto: Charles Coates

Emmerich.   Der Ärger nach dem Unfall mit Romain Grosjean legt sich beim Emmericher nur langsam. Haas-Pilot wird für den Vorfall von der Rennleitung bestraft.

Das Urteil der Rennkommissäre ist eindeutig. Romain Grosjean wird als Schuldiger der Startkollision beim Großen Preis von Spanien, bei der auch Nico Hülkenberg und Pierre Gasly ausschieden, bestraft. Beim kommenden Grand Prix von Monaco wird der Haas-Pilot in der Startaufstellung um drei Plätze nach hinten zurückgesetzt. Darüber hinaus wird er mit zwei Strafpunkten belegt.

„Wenn man sich die Fernsehbilder anschaut, wird deutlich, dass ich einen Zusammenstoß mit meinem Teamkollegen vermeiden wollte“, rechtfertigt sich Grosjean nach dem Crash. „Kevin hat ein bisschen gewackelt, daraufhin habe ich das Gaspedal gelupft und das Auto ist einfach ausgebrochen.“

Doch diese Beschreibung ist nur die halbe Wahrheit. Mit dem Beginn seiner Ausführungen hat der Franzose recht. Er versucht wirklich, einen Zusammenstoß mit Kevin Magnussen zu vermeiden. Durch die Luftverwirbelungen verliert er die Kontrolle über sein Heck. Wer sich allerdings nicht nur die Fernsehbilder anschaut, sondern dabei auch den Ton hört, merkt deutlich, dass die fatalen Folgen ganz allein Grosjean auf seine Kappe nehmen muss. Denn obwohl ihm das Heck ausbricht, bleibt er voll auf dem Gas. Dadurch dreht er sich und schießt wie eine Kanonkugel quer über die Straße.

Offizielle Urteilsbegründung

„Der Fahrer erklärte gegenüber den Stewards, dass ihn der Schwung des Drehers zurück auf die Strecke zwang. Er versuchte durch Gasgeben schnell auf die andere Seite zu kommen, um dem Verkehr aus dem Weg zu gehen. Doch bei diesem Manöver geriet er in die Fahrlinie der Autos mit den Nummern 27 und 10, die dadurch aus dem Rennen genommen wurden“, heißt es zum Vorfall in der offiziellen Urteilsbegründung der Rennleitung. „Die Stewards halten die Frage für spekulativ, wo das Auto gelandet wäre, wenn der Fahrer eine andere Option gewählt hätte. Aber bei der Untersuchung der TV-Bilder kamen sie zu dem Schluss, dass das Auto dem linken Streckenrand folgte und schon fast von der Piste runter war, als der Fahrer die Entscheidung traf, die Bahn zu kreuzen. Deshalb entschieden sich die Stewards für die Bestrafung.“

Für Nico Hülkenberg ist das alles indes nur ein schwacher Trost. Der zweite Ausfall hintereinander. Noch während das Rennen läuft, redet sich der Emmericher dann in der Mixed-Zone bei den Reportern den Frust von der Seele. „Ich weiß nicht, wie oft der sich an einem Wochenende dreht. Der Kollege muss mal ein bisschen Zielwasser trinken“, sagt Hülkenberg. Denn Grosjean mit dem sich der Emmericher schon zu gemeinsamen Zeiten in der Formel 3 beziehungsweise GP2 harte Duelle geliefert hatte, zeigt in jüngster Vergangenheit mehrere eklatante Schnitzer. Zuletzt in Baku verlor er seinen Boliden in einer Safety-Car-Phase. „Der Junge dreht sich achtmal an einem Wochenende. Der ist einfach unberechenbar. Er soll mal über das Wechseln der Sportart nachdenken, vielleicht über Ballett. Wenn er sich drehen will, soll er das nicht in der ersten Runde sondern irgendwo alleine machen“, legte Hülkenberg bei der Bild-Zeitung verbal nach.

Andererseits zeigt die Szene auch exemplarisch, mit welch harten Bandagen auch im Mittelfeld der Formel 1 gekämpft wird. Durch Platz sieben von Carlos Sainz konnte Renault in der Konstrukteurswertung an McLaren vorbeiziehen. „Wir haben jetzt erstmals Platz vier inne“, freute sich Cyril Abiteboul. „Der Kampf ist aber sehr eng, deshalb müssen wir weiterentwickeln und ständig Bestform abrufen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik