Motorsport

Nico Hülkenberg stellt Negativ-Rekord ein

Nico Hülkenberg.

Foto: Renault Sport Formula One Team

Nico Hülkenberg. Foto: Renault Sport Formula One Team

Emmerich.   In Monza absolviert der Emmericher sein 128. Formel-1-Rennen, ohne jemals das Podium erreicht zu haben. Ein Landsmann hat die gleiche Bilanz.

Die Europasaison der Formel 1 ist beendet. Lewis Hamilton konnte gleich mehrfach in Monza jubeln. Er gewann nicht nur das Rennen und schnappte sich damit wieder die Führung in der Weltmeisterschaft. Der Brite ist nun auch alleiniger Rekordhalter bei den Pole Positions. 69-mal fuhr Hamilton in der Qualifikation die schnellste Zeit. Den bisherigen Rekord hielt Michael Schumacher mit 68 Poles.

Nicht ganz so in der öffentlichen Wahrnehmung stand Nico Hülkenberg in Italien. Dabei stellte auch der Emmericher einen Rekord ein. Allerdings im negativen Sinne. In Monza bestritt der 30-Jährige sein 128. Formel-1-Rennen, ohne jemals das Podium erreicht zu haben. Eine solch schlechte Bilanz weist ansonsten nur noch Adrian Sutil auf.

Die Chance, noch in diesem Jahr den Podium-Fluch zu beenden, ist nicht unbedingt besonders groß. Denn Monza zeigte schonungslos, woran es Renault mangelt. „Wie schon erwartet, war einfach die Pace nicht da. Es hat an Topspeed gefehlt. Von daher war es heute ziemlich aussichtslos“ meinte Hülkenberg im Interview mit dem Fernsehsender RTL.

Im Prinzip war allen im französischen Werksteam dann auch klar, dass der Höchstgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park dem R.S.17 nicht liegen würde. Das zeigte sich dann auch ganz deutlich, als der Emmericher im Rennen auf seinen „Intimfeind“ Kevin Magnussen im Haas auflief. Doch zu einem erneuten Zusammenstoß auf der Strecke kam es dieses Mal zwischen den Streithähnen nicht. „Da ging den Zuschauern wohl mehr durch den Kopf als mir. Ich hätte ihn gerne attackiert, aber bin mit unserem Topspeed nicht in der Lage gewesen, mich neben ihn zu setzen. Das Defizit war einfach zu groß“, so der Emmericher gegenüber Motorsport-Total.com.

Derweil wird im Paddock weiter fröhlich spekuliert, wer in der kommenden Saison den zweiten Renault neben Hülkenberg pilotieren wird. Britische Medien wollen herausgefunden haben, dass Jolyon Palmer angeblich eine Chance auf Weiterbeschäftigung bekommen soll, wenn er in den noch ausstehenden sieben Saisonrennen überzeugende Leistungen abrufen kann. Die Gerüchte um das Comeback von Robert Kubica sind ziemlich abgeflaut und Renault-Teamchef Cyril Abiteboul hatte ja bereits kategorisch ausgeschlossen, dass es eine Rückkehr von Fernando Alonso geben wird.

Darüber hinaus scheint Sergio Perez eine weitere Saison bei Force India dranhängen zu wollen. Somit gilt aktuell Carlos Sainz als heißester Kandidat auf das zweite Renault-Cockpit.

Zukunft bei Renault

„Mit den Gerüchten um Fahrerwechsel zur nächsten Saison beschäftige ich mich eigentlich gar nicht, weil es mich ja nicht direkt betrifft. Meine Zukunft ist langfristig bei Renault. Ich identifiziere mich voll und ganz mit dem Team und fühle mich sehr wohl. Es macht Spaß, am Fortschritt des Teams mitzuarbeiten“, hatte Hülkenberg zuletzt in seiner Sport1-Kolumne zu dem Thema geschrieben. Zudem will er sich jetzt auch auf das nächste Rennen in Singapur (17. September) fokussieren. Dort sei der Renault wieder konkurrenzfähiger als zuletzt in Monza, glaubt Hülkenberg, der aber schon auf ein mittleres Wunder hoffen muss, damit er den Negativ-Rekord ohne Podium nicht alleine hält. Immerhin hat er im Gegensatz zu Sutil in Zukunft noch die Chance, einmal Podiumluft in der Formel 1 zu schnuppern.

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