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Nico Hülkenberg wehrt Fernando Alonsos Angriffe ab

Vollgasduell auf der Start- und Zielgeraden (von links):

Foto: Lars Baron

Vollgasduell auf der Start- und Zielgeraden (von links): Foto: Lars Baron

Emmerich.   Formel 1. Beim Wüstenrennen in Bahrain erreicht der Emmericher den sechsten Platz. Prestige-Erfolg von Renault gegen das Kundenteam McLaren.

Das Wüstenrennen von Bahrain beendete Nico Hülkenberg gestern Abend auf dem sechsten Platz. Der Emmericher holte somit weitere acht Punkte in der WM-Wertung, wo er nun ebenfalls die Position sechs einnimmt. Als Elfter verpasste Carlos Sainz das zweite Doppel-Punkte-Rennen für den Renault-Rennstall.

Das respektable Ergebnis von Hülkenberg war gleich mehreren Faktoren geschuldet. Denn mit Kimi Räikkönen (Ferrari), Max Verstappen sowie Daniel Ricciardo (beide Red Bull) fielen gleich drei Schwergewichte aus, die unter normalen Umständen vor dem Emmericher landen würden.

Dass die Formel 1 eine absolute Wundertüte sein kann, erlebte Renault schon im Qualifying. „Unsere Qualifikation war eigentlich sehr gut bis zum Q3, irgendwie konnten wir dann die erwartete Pace aber nicht auf den Asphalt bringen. Das müssen wir noch klären, warum es so gelaufen ist“, erläuterte Sportdirektor Alan Permane.

Diesen Eindruck untermauerte auch Hülkenberg. „Meine Runde im Q2 war super, die passte wie A auf Eimer, besser ging’s nicht. Aber in Q3 konnte ich die Rundenzeit nicht erneut fahren. Wäre es mir gelungen, hätte ich Position fünf erreicht.“ So gelang dem Emmericher aber nur die achtschnellste Zeit. In der Startaufstellung nahm er allerdings Position sieben ein, da Weltmeister Lewis Hamilton wegen eines Getriebewechsels zurückgestuft wurde.

Bis auf Rang vier vorgefahren

Mit dem Start in der Dunkelheit der Wüste knallte es gleich richtig los. Dabei kam es zum Duell von Hülkenberg mit seinem „besonderen Kollegen“ Kevin Magnussen, mit dem es ja schon in Ungarn 2017 ein hartes Duell gab mit anschließendem verbalen Schlagabtausch. Auch dieses Mal berührten sich die beiden Boliden. Nur eine Kurve später war das nächste Rad-an-Rad-Duell der beiden Streithähne angesagt, wobei der Emmericher den Haas-Piloten ziehen lassen musste. Hülkenberg funkte im Übrigen sofort an die Box, dass er das Gefühl habe, der Frontflügel sei beschädigt. Von den Renault-Verantwortlichen gab es aber Entwarnung und es wurde kein ungeplanter Boxenstopp durchgeführt.

Der erste Reifenwechsel stand dann in Runde 16 an. Am R.S.18 wurde von supersoften auf softe Reifen gewechselt. Da die Teams höchst unterschiedliche Strategien fuhren, kam der Emmericher im weiteren Rennverlauf nach vorne. Vor seinem zweiten Reifenwechsel in Runde 40 lag der 30-Jährige sogar auf Rang vier. Neben Hülkenberg steuerte auch Fernando Alonso die Box an und blieb bei der Ausfahrt knapp hinter dem Renault. Dann kam es zu einem wichtigen Duell. Dabei ging es nicht nur um schnöde WM-Punkte, sondern auch ums Prestige. Schließlich werden seit Saisonbeginn auch die McLaren mit Renault-Aggregaten angetrieben.

Der spanische Ex-Weltmeister machte mächtig Druck. Drei Runden vor dem Ende kam Alonso bis auf unter eine Sekunde an Hülkenberg heran. Dies bedeutete, dass er im so genannten DRS-Fenster war. Beim McLaren konnte somit der Heckflügel auf der Geraden heruntergeklappt werden. Doch dieser Geschwindigkeitsüberschuss nutzte nichts. Hülkenberg im Werks-Renault wehrte die Angriffe des Kundenteams ab. Kurz vor dem Ende gab Alonso die Versuche auf und ließ sich sogar noch von Sebastian Vettel und Valtteri Bottas überholen, so dass Hülkenberg der letzte Fahrer war, der noch in der gleichen Runde wie der Sieger ins Ziel kam.

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