Motorsport

Nico Hülkenbergs Liebe zum Land des Lächelns

Nico Hülkenberg pilotiert den R.S.17 am Wochenende in Japan über die Strecke.

Foto: Renault Sport Formula One Team

Nico Hülkenberg pilotiert den R.S.17 am Wochenende in Japan über die Strecke. Foto: Renault Sport Formula One Team

Emmerich.   Nico Hülkenberg freut sich beim Großen Preis von Japan auf enthusiastische Fans, leckeres Teppanyaki und eine aggressive Streckenführung.

Elfmal wurde auf dem Suzuka International Circuit die Weltmeisterschaft in der Formel 1 entschieden. Durch die Neugliederung des Kalenders in der Königsklasse des Motorsports hat der Große Preis von Japan seine Bedeutung als Krönungskurs der Champions verloren. Nichtsdestotrotz steht der im Alltag als Teststrecke von Honda benutzte Circuit bei den Fahrern hoch im Kurs. „Ich liebe es, nach Japan zu fliegen, weil Suzuka eine der besten Strecken des ganzen Jahrs ist“, meint dann auch Nico Hülkenberg. „Sie hat einen guten Rhythmus, ist ziemlich schnell, aber mit einem guten Gefühl. An manchen Stellen kann man sehr aggressiv fahren. Was man am Fernsehen gar nicht so sieht, ist, dass es ziemlich hoch und runter geht. Die 130R geht volle Pulle, das ist eine große Kurve, die richtig viel Spaß macht.“

Der Emmericher freut sich in diesem Jahr nochmal besonders auf Japan, weil die breiteren Autos der neuen Generation ihr Debüt auf der Strecke geben werden und eigentlich perfekt zum Kurs passen sollten. Neben der Streckencharakteristik hat der Japan GP aus mehreren Gründen für Hülkenberg das Potenzial zum Saisonhighlight. Zum einen genießt er das Essen in Fernost. Teppanyaki gehört zu seinen absoluten Favoriten. „Japan ist sehr speziell“, meint der 30-Jährige. „Die Fans sind einfach unglaublich. Sie gehören zu den enthusiastischsten Anhängern des ganzen Jahres. Egal welche Uhrzeit oder welches Wetter ist, sie unterstützen uns immer super. Von daher ist Japan ein Rennwochenende, auf das ich mich immer besonders freue.“

Abstand zu Top-Teams halbieren

Darüber hinaus fuhr der Emmericher in Japan in seiner Formel-1-Karriere immer – abgesehen vom Rookiejahr 2010 im Williams – in die Punkte. „Ich habe in Suzuka immer ganz gute Ergebnisse einfahren können“, sagt er selbst dazu. „Daher freue ich mich, rauszufahren, um diesen Lauf fortzusetzen.“

Punkte täten Hülkenberg und dem Renault-Team freilich gut, nach dem Nuller von Malaysia. „Das war ein schwieriges Wochenende und wir hatten an allen drei Tagen unsere Probleme“, blickt der Emmericher nochmal zurück. „Wir haben weder Balance noch Grip gefunden. Nur das Qualifying war gut. Dann war die erste Runde im Rennen schlecht. Dadurch sind wir ins Hintertreffen geraten, wovon wir uns nicht mehr erholen konnten. Alles in allem war es ein frustrierendes Wochenende. Aber wir werden das analysieren und es in Japan auf ein Neues versuchen.“

Auch wenn auf den ersten Blick der Wechsel von Force India zu Renault wie ein Rückschritt wirkt, hört Hülkenberg nicht auf zu betonen, dass der Schritt sich langfristig auszahlen wird. „Mit dem Sprung von einem Privatteam zu einem Hersteller wie Renault habe ich schon Erwartungen verknüpft: mehr Investitionen, eine Strategie und auch hohe Ansprüche des Teams an mich. Ein Hersteller ist früher oder später zum Erfolg verdammt. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber es geht gut voran. Für das nächste Jahr müssen wir versuchen, die Abstände zu den Top-Teams zu halbieren. Die Erfolge werden kommen“, sagt Hülkenberg in einem Interview mit der FAZ.

Während er an den Erfolg mit Renault glaubt, gibt es dennoch eine Sache, die ihm an der kommenden Saison nicht gefällt: die Einführung des Sicherheitsbügels Halo an den Boliden. „Die Welt will, dass alles sicherer wird. Dafür habe ich Verständnis. Aber ich meine, dass wir in der Formel 1 keinen zusätzlichen Kopfschutz für ein Unfallszenario brauchen, dessen Wahrscheinlichkeit bei eins zu einer Million steht. Unsere Autos sind extrem sicher und werden Jahr für Jahr durch verschärfte Crashtests noch sicherer. Mit dem Halo vor dem Cockpit erwecken wir den Eindruck, bei uns sei man vor allem sicher. Das ist ohnehin eine Illusion. Der Motorsport lebt auch davon, dass er gefährlich ist. Und er sollte es zu einem gewissen Maß auch sein, denn das ist Teil der Attraktion“, so der Emmericher.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik