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Robin Gosens: „Nach Abpfiff habe ich Fußball kurz gehasst“

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Au Mann: Nach dem 0:1 in der vierten Minute der Nachspielzeit im Estadio Santiago Bernabeu von Real Madride fasst sich Robin Gosens frustriert an die Stirn.

Au Mann: Nach dem 0:1 in der vierten Minute der Nachspielzeit im Estadio Santiago Bernabeu von Real Madride fasst sich Robin Gosens frustriert an die Stirn.

Foto: Manu Fernandez / dpa

Emmerich/Madrid.  Beim Emmericher Fußballprofi Robin Gosens saß der Frust nach dem späten 0:1 mit Union Berlin bei Real Madrid in der Champions League tief.

Genau 102 Tage nach dem mit Inter Mailand gegen Manchester City knapp mit 0:1 verlorenem Champions-League-Finale ist bei Robin Gosens der Frust zurück. Da nagende Gefühl der Enttäuschung war am Mittwochabend im Estadio Santiago Bernabeu aber ein anderes. Der Emmericher Profi, der mit Außenseiter 1. FC Union Berlin bei Real Madrid in der vierten Minute der Nachspielzeit mit 0:1 (0:0) verloren hatte, fasste seine mentale Welt so zusammen: „Nach dem Abpfiff habe ich den Fußball kurz gehasst. Es ist unfassbar brutal, wenn man so kurz vor Schluss ein Tor bekommt und dann verliert. Am Ende ist es scheiße – sagen wir es so, wie es ist.“

Robin Gosens mit der Chance auf die Führung

Dass Gosens nach der Königsklassen-Premiere seines neuen Klubs aus Köpenick gleich hinterherschob, den Fußball trotzdem „über alles zu lieben“, versteht sich fast von selbst. Der stets positiv denkende enthusiastische 29-jährige Linksverteidiger hatte in der zweiten Halbzeit mit einem Schuss aus spitzem Winkel ans Außennetz die einzig erkennbare gute Möglichkeit für die Berliner. Im ersten Durchgang gab es dazu allenfalls punktuelle Kontergelegenheiten.

„Nur verteidigen wird vermutlich nicht ausreichen“, hatte Union-Trainer Urs Fischer vor der Partie noch gemahnt. Und doch brachten es seine Mannen kaum fertig, sich aus der Dauerdefensive im 5-4-1-System gegen Modric, Bellingham und Kollegen zu lösen. 31:4 Torschüsse, 16:1 Ecken, zwei Pfostentreffer und 72 Prozent Ballbesitz aus Sicht von Real Madrid waren erdrückende Zahlen, die auch die Gäste kaum wegzudiskutieren vermochten.

Ex-Dortmunder Jude Bellingham trifft für Real Madrid

Trösten konnte das Robin Gosens allerdings kaum: „Es ist brutal, wenn wir so kämpfen und als Außenseiter so eine Leistung auf den Platz zaubern und dann wenige Sekunden vor dem Ende doch verlieren.“ Zumal der Treffer durch Jude Bellingham auch noch überaus glücklich zustande gekommen war. Eine Hereingabe des eingewechselten Federico Valverde von der linken Seite in den Berliner Strafraum drosch Paul Jäckel an den Rücken von Union-Kollege Alex Kral. Den Abpraller drückte der Ex-Dortmunder Bellingham unter dem Jubel der gut 65.000 Fans in die Maschen.

Der englische Nationalspieler hatte später für Gosens und Kollegen ein Sonderlob übrig: „Union war brillant. Ihre Organisation war großartig. Ich habe drei Jahre lang mit Borussia Dortmund gegen Union gespielt, und es war immer sehr schwer. Das haben sie gegen uns nun fortgeführt.“

Schon mit Atalanta Bergamo bei Real Madrid verloren

Für Robin Gosens war die Mittwochspartie schon der zweite Champions-League-Auftritt im Santiago Bernabeu. Vor zweieinhalb Jahren verlor er an gleicher Stätte 1:3 mit Atalanta Bergamo. Der Fokus richtet sich nun auf das erste Berliner Heimspiel in der Königsklasse. Am 3. Oktober (18.45 Uhr) kommt mit Sporting Braga der letztjährige Tabellendritte der portugiesischen Liga. Eine schwere, aber machbarere Aufgabe als Real.

Übrigens: Am Sonntag (17.30 Uhr) geht es für Robin Gosens und Kollegen in der Fußball-Bundesliga gegen die zuletzt dreimal siegreiche TSG Hoffenheim weiter.

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