Fußball

Trainer begrüßen den Schritt des Fußball-Verbandes

Die Coronavirus-Pandemie und Fußball auf Amateurebene, das passt derzeit nicht zusammen. Auch im Dezember wird pausiert.

Die Coronavirus-Pandemie und Fußball auf Amateurebene, das passt derzeit nicht zusammen. Auch im Dezember wird pausiert.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Am Niederrhein.  Verband setzt Pflichtspiele wie erwartet auch für den Monat Dezember ab. Kaum einer geht noch von einer Saison mit einer Hin- und Rückrunde aus.

Seit Donnerstagabend ist klar: Die Fußball-Saison der Amateure wird am Niederrhein frühestens am Wochenende 23./24. Januar fortgesetzt. Der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) verlängerte – wie berichtet – die seit Anfang November bestehende Saisonunterbrechung. Grund sind die unverändert hohen Corona-Fallzahlen.

Für Sent soll das Jahr schnell vorbeigehen

„Das war keine Überraschung mehr“, war aufgrund der aktuellen Entwicklung auch für Rolf Sent, Trainer von Bezirksliga-Aufsteiger Fortuna Millingen, bereits klar, dass im Dezember kein Match mehr stattfinden wird. „Das Jahr soll jetzt einfach nur schnell vorbeigehen“, hofft der Coach der Rot-Weißen, dass 2021 deutlich besser wird.

Ob der Ball dann im Januar tatsächlich schon wieder rollen kann, vermag Sent nicht zu sagen. „Normalerweise plane ich nach so einer langen Pause mit einer fünfwöchigen Vorbereitungszeit, die Jungs müssen sich jetzt so gut es geht selbst fit halten“.

Für die Fortuna wird es zum angestrebten Klassenerhalt noch ein weiter Weg. Einige Tage nachdem das Schlusslicht endlich den ersten Sieg einfahren konnte, kam die Unterbrechung.

Sebastian Kaul hatte seinen Fußballern in den vergangenen Wochen noch Trainingspläne geschrieben. „Es gibt eben doch einige Spieler, die die Motivation des Trainers brauchen“, sagt der Coach des Landesligisten SGE Bedburg-Hau. Es sei auch angedacht, zeitnah gemeinsam per Videokonferenz zu trainieren. „Da geht es auch um den sozialen Austausch und darum, dass die Jungs sich einfach mal wiedersehen“, sagt Kaul.

Er geht aktuell nicht mehr davon aus, dass die Landesliga-Saison wie geplant bis Juni durchgezogen wird. „Im Vorfeld war schon einmal die Rede davon, dass nur bis zur Halbserie gewertet wird. Das erscheint mir jetzt immer wahrscheinlicher“, sagt Kaul. Dann hätte die SGE nur noch fünf Partien auf dem Programm stehen. Als Tabellenachter ist das Team auf gutem Wege zum Klassenerhalt.

Schwierige Aufholjagd für RSV Praest

Deutlich ungünstiger wäre die Regelung für den Tabellenletzten RSV Praest. „Wir haben den Saisonstart verschlafen. Wenn tatsächlich nur die Hinrunde gewertet würde, hätten wir bei fünf Spielen kaum mehr eine Chance, den Rückstand aufzuholen“, sagt Trainer Roland Kock. Dabei sei er durchaus zuversichtlich, dass sein Team noch zur Aufholjagd in der Landesliga blasen könne. Dennoch hält Kock den FVN-Beschluss, die Saisonpause zu verlängern, für folgerichtig: „Jetzt wissen die Vereine zumindest, woran sie sind.“ Er halte seine Spieler dazu an, sich in den kommenden Wochen individuell fit zu halten.

Nach der Entscheidung des FVN erinnert sich Trainer Björn Assfelder an die letzte Übungseinheit des Landesliga-Kontrahenten PSV Wesel-Lackhausen. „Damals habe ich den Spielern spaßeshalber schon schöne Weihnachten und einen guten Rutsch gewünscht“, erzählt der 37-Jährige. Er weiß noch nicht, was er seinen Akteuren jetzt trainingstechnisch mit auf den Weg gibt oder ob sie nun die Winterpause genießen können.

Mit den vom Verband geplanten Nachholpartien ab dem 23./24. Januar 2021 kann Assfelder sich nicht so recht anfreunden. „Damit tue ich mich schwer. Denn nach mehr als zwei Monaten Pause nur rund 14 Tage Vorlaufzeit im Training, das reicht eigentlich nicht.“

Auch der Übungsleiter des PSV rechnet nicht damit, dass noch eine komplette Runde absolviert werden kann. „Zeitlich wäre dies kein Problem, aufgrund der aktuellen Coronalage ist das für mich aber nicht machbar“, so Assfelder. Es müsse irgendwie versucht werden, diese 50 Prozent an Spielen durchzubringen. „Mehr wären dann ein schönes Zubrot“, meint der Weseler Übungsleiter

Tyrann will Entwicklung abwarten

Auch Michael Tyrann hat mit dem Aussetzen des Spielbetriebs im Dezember „klar gerechnet“. Der Trainer des Bezirksligisten Hamminkelner SV weiß allerdings noch nicht, ob „ich jetzt einen Cut mache und erst im Januar mit dem Training wieder beginne“. Er werde die weitere, auch politische Entwicklung abwarten. „Wir werden auf jeden Fall auf alles vorbereitet sein.“ Tyrann geht davon aus, dass die Spielzeit nur zu 50 Prozent absolviert wird. Schließlich stehe „der Amateursport in diesen Zeiten hinten an“.

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