Eishockey

Aaron McLeod fühlt sich wohl in seiner zweiten Heimat Essen

Aaron McLeod (rechts) übernimmt im Team der Wohnbau Moskitos immer mehr Führungsaufgaben.

Aaron McLeod (rechts) übernimmt im Team der Wohnbau Moskitos immer mehr Führungsaufgaben.

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Essen.  Der Eishockeyspieler der Wohnbau Moskitos übernimmt immer mehr Führungsaufgaben und denkt über die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft nach.

Interviews mit Aaron McLeod sind selten, Interviews mit Aaron McLeod auf Deutsch noch seltener. Doch auf den Vereinskanälen der Wohnbau Moskitos macht der kanadische Stürmer nun eine Ausnahme - und erklärt, warum er seinen Vertrag beim ESC um eine weitere Saison verlängerte (wir berichteten). „Essen ist für mich eine Art zweite Heimat geworden“, erzählt der 31-Jährige in fließendem Deutsch mit kanadischem Akzent. „Meine Frau und ich fühlen uns hier sehr wohl.“

Seit sieben Jahren in Deutschland

Seit sieben Jahren – 2013 kam er aus Nordamerika zu den Moskitos – lebt McLeod nun hier, wohnte auch während seines dreijährigen Intermezzos beim Herner EV in Essen, ehe er 2018 zurück an den Westbahnhof wechselte. Den neuen Chefcoach der Moskitos, Frank Petrozza, kennt McLeod bereits aus gemeinsamen Zeiten in Herne.

So sei die Verpflichtung seines Landsmanns natürlich auch ein Argument für seinen Verbleib beim ESC gewesen, sagt McLeod. „Wir kennen uns seit vielen Jahren. Mir gefällt seine Philosophie.“ Petrozza spielt den Ball gleich zurück. Er bezeichnet McLeod als Spieler, „der immer 100 Prozent gibt, sehr charakterstark ist und sich mit den Moskitos identifiziert.“ Der Angreifer war sogar bereit, den selbstauferlegten Sparkurs des ESC zu unterstützen und einen Vertrag zu verringerten Bezügen zu unterzeichnen.

Im neuen Team in einer Führungsposition

Wie es für einen Importspieler üblich ist, soll McLeod im neuen Team eine Führungsposition einnehmen. Mit 283 Toren und 344 Vorlagen in 298 Einsätzen gehörte er in den vergangenen Jahren zum Sterne-Personal der Oberliga. Doch die schwache Vorsaison der Moskitos war auch für ihn persönlich keine gute. Ein Fußbruch in der Vorbereitung setzte McLeod monatelang außer Gefecht.

Nach seiner Rückkehr wirkte er gehemmt, der Rolle als Unterschiedsspieler kam er zu selten nach. Für 32 Punkte in 29 Partien langte es dennoch. Mittlerweile fühlt sich McLeod „wieder gut“. Er betont: „Ich bin bereit für die kommende Saison.“ In der abgelaufenen Runde konnte der Essener immerhin Erfahrungen sammeln, die nach seiner aktiven Zeit noch wertvoll werden könnten.

Als Aushilfscoach gleich der erste Saisonsieg

Als sich der frühere Coach Frank Gentges verletzte, half der damals verletzte McLeod für kurze Zeit an der Bande aus. Er führte die Moskitos zum ersten Saisonsieg; dem aufgrund eines Formfehlers später aberkannten 8:4 gegen Hamburg. Anschließend feierten ihn die Fans mit Sprechhören – und auch er hat offenbar Blut geleckt. „Das war eine gute Erfahrung“, sagt McLeod, der später einmal die Trainerlizenz erwerben möchte. „Aber an ein Karriereende denke ich noch nicht.“

Gedanken macht er sich derweil über eine mögliche Einbürgerung. Mit einem deutschen Pass würde der Stürmer nicht mehr unter die Import-Regelung fallen. „Vielleicht“, sagt McLeod, „das ist keine einfache Entscheidung, die ich gemeinsam mit meiner Familie treffen muss.“ Denn: Seinen kanadischen Ausweis müsste er dafür bis auf weiteres abgeben.

Die Familie McLeod erwartet bald Nachwuchs

Allzu sehr scheint sich McLeod allerdings nicht nach seinem Geburtsland – er stammt aus der Hauptstadt Ottawa – zu sehnen. „Wir haben kein Heimweh. Aber natürlich genießen wir die Zeit mit unseren Familien, wenn wir jeden Sommer für ein paar Wochen hinfliegen.“ Doch in diesem Jahr könnte die Corona-Pandemie die Reisepläne platzen lassen.

Grund zum Feiern wird sich der Familie McLeod trotzdem bieten. Er und seine Frau – sie arbeitet als Jahrgangsstufenleiterin an einer internationalen Schule in Neuss – erwarten bald Nachwuchs.

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