Eishockey

Kulisse beim Oberliga-Derby in Herne sorgt für Gänsehaut

Tolle Kulisse am Gysenberg: Ausverkauftes Haus sorgt für Gänsehaut-Atmosphäre.

Tolle Kulisse am Gysenberg: Ausverkauftes Haus sorgt für Gänsehaut-Atmosphäre.

Foto: Carsten Klein

Essen.  Moskitos Essen verlieren beim Spitzenreiter Herne mit 1:4, halten Spiel aber bis in die Schlussphase offen. Strafzeiten rauben die Energie.

Es war ein großer Eishockey-Abend beim Oberliga-Derby zwischen dem Herner EV und den Moskitos. Genießen konnten ihn allerdings nur die Gastgeber. Sie besiegten ihren Essener Erzrivalen mit 4:1, verteidigten so die Tabellenspitze, und das alles vor der bestmöglichen Kulisse. Erstmalig seit zehn Jahren meldete der Verein die Halle am Gysenberg als ausverkauft. 3714 Zuschauer sorgten für Gänsehaut-Atmosphäre beim ersten Aufeinandertreffen der Saison.

Während der Großteil der Fans nach Spielende ausgelassen den zehnten Sieg im elften Saisonspiel feierten, mussten sich die rund 400 mitgereisten Anhänger der Gäste trotz aller Rivalität eingestehen, dass Mannschaften vom Format des HEV derzeit nicht die Gegner sind, gegen die der ESC drei Punkte einplanen kann. „Ich denke, Herne ist momentan die stärkste Mannschaft der Liga“, musste ESC-Interimscoach Larry Suarez anerkennen. „Wir müssen uns weiter auf uns konzentrieren, damit das nächste Derby besser für uns ausgeht.“

Essener hielten trotz dezimierten Aufgebots das Spiel lange offen

Applaus gab es dennoch für die Mücken. Mit fast einem Dutzend gesundheitlich angeschlagener Spieler gingen sie ins Revierduell. Dennoch hielten die Gäste die Partie gegen einen vor Selbstbewusstsein fast platzenden Gegner bis in die Schlussphase offen - was angesichts des Spielverlaufs etwas schmeichelhaft erschien. Doch der ESC kompensierte spielerische Defizite mit Kampf. Dazu zeigte Goalie Kevin Beech seine bisher beste Leistung für Essen.

Als entscheidend erwiesen sich unter dem Strich überdurchschnittlich viele Strafzeiten gegen die Moskitos. 16 Minuten kassierten die Essener - genauso viele wie in den vergangenen drei Spielen zusammen. Und das ausgerechnet gegen Herne, das effektivste Überzahl-Team der Liga. Viermal ging es gut, die fünfte Essener Unterzahl nutzte dann der frühere ESC-Kapitän Dennis Thielsch mit dem 1:0 (29.) für Herne.

Strafzeiten gegen die Moskitos haben viel Energie gekostet

„Die Strafzeiten haben uns enorm viel Energie gekostet. So konnten wir unsere eigene Spielidee gar nicht auf das Eis bringen“, sagte Suarez, dessen Mannschaft allein im ersten Abschnitt acht kräftezehrende Minuten zu viert verbrachte. Und weil die Moskitos überwiegend mit Verteidigen beschäftigt waren, litt das eigene Offensivspiel.

Das bekamen sie erst im Schlussdrittel aufs Eis, dann jedoch litt die Defensive. Zwölf Minuten vor Ende hatte Thomas Richter, diesmal nutzte Essen die eigene Überzahl, ausgeglichen. Plötzlich witterte der ESC seine Chance auf den Überraschungscoup. Allerdings nur für vier Zeigerumdrehungen, dann gingen die Gastgeber wieder in Führung. Allerspätestens nach Thielschs zweitem Treffer (58.) sowie einem Empty-Net-Tor durch Marcus Marsall (59.) in den beiden letzten Minuten war allen klar, dass Herne für den Moskitos derzeit eine Nummer zu groß ist.

Herner EV- Moskitos Essen 4:1.

Drittel: 0:0, 1:0, 3:1. Tore: 1:0 Thielsch (29.), 1:1 Richter (48.), 2:1 Piskor (52.), 3:1 Thielsch (58.), 4:1 Marsall (59.). Strafen: Herne 6 Minuten, Essen 16 Minuten. Zuschauer: 3714

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