Fußball

Rot-Weiss benötigt beim 4:1-Sieg über Lotte etwas Anlaufzeit

Torschütze Marcel Platzek jubelt mit Flankengeber Kevin Grund über das 2:1.

Torschütze Marcel Platzek jubelt mit Flankengeber Kevin Grund über das 2:1.

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Der Essener Regionalligist muss zwar früh einen Rückstand akzeptieren, doch dann steigert er sich. Gäste hätten sogar höher verlieren können.

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Die Rot-Weissen waren zufrieden und durften sich endlich auch mal wieder im eigenen Stadion ausgiebig feiern lassen. Nach zwei knappen Auswärtssiegen fiel der Erfolg gegen die Sportfreunde aus Lotte mit dem 4:1 (1:1) recht deutlich aus. Allerdings mussten die Essener ordentlich ackern, bis die Ernte eingefahren war. Die Tore drei und vier erzielten sie in Überzahl, weil Lottes Kapitän Alexander Langlitz, neben Timo Brauer der dritte Spieler bei den Gästen mit RWE-Vergangenheit, nach einer rüden Attacke an Alexander Hahn Gelb-Rot gesehen hatte.

Die Gäste erwiesen sich als hartnäckiger Widersacher und hielten tapfer dagegen. Gemessen an der Leistung der Gäste iel das Ergebnis vielleicht etwas zu hoch aus, aber RWE hatte wiederum in Hälfte zwei genug Möglichkeiten, für noch klarere Verhältnisse zu sorgen.

Richtige Herrenmannschaft, die kompakt steht und nickelig spielt

„Es war eine richtige Herrenmannschaft, die kompakt steht und nickelig spielt“, analysierte RWE-Trainer Christian Titz. Und Marco Kehl-Gomez meinte gar, dass der Gegner nicht viel zum Spiel beigetragen habe. Das kann man so pauschal nicht sagen, denn Lotte sorgte immerhin für Spannung und wurde der Titzschen Typisierung absolut gerecht: „Es ist eine Umschalt-Mannschaft“, hatte der RWE-Coach beschrieben, und die Zuschauer bekamen eindrucksvoll vorgeführt, was gemeint war: RWE verlor den Ball in der eigenen Hälfte, der Pass in die Tiefe kam prompt und erreichte Kevin Freiberger, der allein vor dem Tor aus spitzem Winkel zur 1:0-Führung vollendete. Eine Szene, die Rot-Weiss in ähnlicher Form schon häufiger in dieser Saison passiert ist. Da mangelt es in der Defensive noch immer an der nötigen Abstimmung.

Ausgerechnet Freiberger, den die Essener im Sommer ziehen ließen, weil er nicht so recht zur Spielidee passen wollte. In Lotte indes ist er goldrichtig aufgehoben. Dort hat der pfeilschnelle Stürmer das Spiel oft vor sich und Platz, um sein Tempo auf den Rasen zu bringen. Auch im Zweikampf zeigte Freiberger Geschick und Durchsetzungsvermögen. Nach einem langen Ball in den Strafraum behauptete er sich gegen Daniel Heber, setzte zum Fallrückzieher an, traf aber nur den Außenpfosten (19.). Starke Aktion.

Eine halbe Stunde lang kaum gefährlich

Die Gastgeber versuchten zu antworten. „Wir haben uns kurz geschüttelt, es dann gut gemacht und den Ball laufen lassen“, fand Titz. Doch eine halbe Stunden lang strahlte RWE kaum Gefahr aus, wurden aber immer besser und hatte kurz vor der Pause auch Glück.

Der fleißige Kehl-Gomez schlug den Ball in den Strafraum, wo Marcel Platzek lauerte. Dicht bei ihm Innenverteidiger Matthias Rahn, der gar nicht anders konnte, als den Ball ins eigene Tore zu lenken zum 1:1 (44.). „Auch das ist für mich eine herausgespielte Chance“, meinte Titz. Er habe sich danach gewünscht, dass die erste Hälfte nicht so schnell enden möge. „Der Halbzeitpfiff hat Lotte gerettet.“

Ein intensives Spiel, ein guter Schlagabtausch

Kurz nach Wiederanpfiff war es dann aber soweit. Lotte war noch mit den Gedanken in der Kabine und ließ großzügig eine kurze Ecke zu, Kevin Grund konnte in Ruhe flanken auf Platzek, der zum 2:1 (48.) einköpfte. Spiel gedreht. Lotte wirkte angeschlagen. Zehn Minuten lang schien es, als könnte RWE die Entscheidung erzwingen, dann hatten sich die Sportfreunde erholt und mischten wieder munter mit. „Es war ein intensives Spiel, ein guter Schlagabtausch“, fand Lottes Trainer Ismail Atalan, dessen Team nach einer Ecke (eine zweifelhaft Entscheidung) Pech hatte, als der Ball nur das Lattenkreuz tuschierte.

Lotte wollte den Ausgleich und öffnete den Riegel ein wenig. Die Gastgeber hatten dadurch in der Schlussphase die Entscheidung mehrmals auf dem Schuh. Zweimal vergab der eingewechselte Hamdi Dahmani (83./85.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste nur noch zu zehnt, weil Langlitz bei seinem Tackling wenig clever anstellt und zurecht Gelb-Rot gesehen hatte. Seine Mitspieler hatten ohnehin schon schwere Beine und gerieten immer mehr unter Druck. Endres sorgte schließlich mit dem 3:1 (90.) für Entspannung, und Dahmani tat noch etwas fürs Selbstvertrauen (90.+2).

So haben sie gespielt

Rot-Weiss Essen - SF Lotte 4:1 (1:1). RWE: Golz - Sauerland, Heber, Hahn, Grund - Grote (70. Dahmani) - Krasniqi (62. Endres), Condé (76. Neuwirt), Kehl-Gomez - Platzek (86. Bichler), Kefkir.

Schiedsrichter: Hüwe. Zuschauer: 8285. Tore: 0:1 Freiberger (10.), 1:1 Rahn (44.), 2:1 Platzek (48.), 3:1 Endres (90.), 4:1 Dahmani (90.+4). Bes. Vorkommnis: Gelb-Rot gegen Langlitz (81. Foulspiel).

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