RWE-Kolumne

RWE kann bald befreiter planen – aber nicht wie erhofft

Die Fans an der Hafenstraße können ihre Hoffnungen auf die Dritte Liga in der kommenden Saison wohl begraben.

Die Fans an der Hafenstraße können ihre Hoffnungen auf die Dritte Liga in der kommenden Saison wohl begraben.

Foto: Michael Ketzer/

Essen.  RWE-Kolumnist Uwe Strootmann hat die Hoffnung auf Liga Drei in der kommenden Saison so gut wie aufgegeben und kritisiert die Taktik des WDFV.

Manchmal ist es gut zu wissen, dass man eben nicht weiß, wie sich die Dinge letztendlich sportlich weiter entwickelt hätten. Haben mir doch eingereichter und genommener Urlaub nebst Blick auf den sportlichen Kalender in den letzten Tagen immer wieder gezeigt, was alles noch hätte anstehen können.

Während wir also in der Realität nach den vielen unsicheren Wochen nur noch ein fußballerisches Rinnsal geworden sind, in welchem wir uns (mittlerweile emotional müde geworden) fließend auf eine Entscheidung hin bewegen, hätte uns spätestens der vergangene Sonntag in Extreme irgendwo zwischen Himmel und Hölle gestürzt. Sofern man denn die Relegation überhaupt erreicht hätte!

Die Hoffnung wird im Tümpel der Regionalliga enden

Wie dem auch sei: Es wären vom letzten regulären Saisonspiel an ziemlich emotionale Tage an der Hafenstraße geworden, in welchen wir einmal mehr alles verteufelt hätten, oder noch immer vor freudiger Trunkenheit in Salz liegen würden. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle blieb uns also erspart. Machste nix mehr dran.

Auch wird dieser kleine Rinnsal (Hoffnung) wohl endgültig nicht im Fluss der dritten Bundesliga münden, sondern weiterhin im Tümpel der Regionalliga enden. Dazu bedarf es keiner hellseherischen Fähigkeiten mehr, sondern reicht ein Blick auf das Handeln des Westdeutschen Fußballverbandes. Während anderswo immer mehr Verbände Tatsachen schaffen, gesteht sich der WDFV die nächste Bedenkzeit bis zum 20. Juni zu.

In Verl wird man eine angemessene Spielstätte präsentieren

Der Vorschlag einer sportlichen Lösung wurde ja schon Mitte Mai durch den Präsidenten des SC Verl abgewunken, da für ihn eben keine sportliche Lösung darstellend (nicht alle Vereine involviert). In Verl vergisst man gerne auch oft, dass man nur aufgrund der Causa Wattenscheid vor RWE liegt. Wohl wissend, dass eine solch Erinnerungslücke im umgekehrten Falle wohl auch die Hafenstraße erreicht hätte. Jeglicher Essener Aktionismus ist trotzdem nicht ansatzweise ein Versuch, sich sportlich als Corona-Günstling zu profitieren.

Es ist stets auch der Verweis darauf, dass sich die Tabellensituation hinter dem sportlichen Meister aus Rödinghausen zu eng gestaltet, um einfach einen Teilnehmer zu bestimmen. Auch vor dem Hintergrund der etwas dubios anmutenden Spielverlegungen und dem noch offenen Showdown im zweiten Saisonvergleich. Dass der SC Verl im direkten Vergleich die Nase vorn hat, wird ebenso anerkannt wie der etwas bessere Koeffizient in Sachen Punktestand. Also: Es wird wohl so kommen, dass man in Verl bald eine angemessene Spielstätte präsentieren wird. Darauf erfolgt im nächsten Schritt die Lizenz für die dritte Liga und dann endlich, endlich die Entscheidung von Seiten des WDFV.

Die Anforderungen des DFB sind viel zu hoch

In einem Punkt übrigens wird deutlich, dass die Anforderungen viel zu hoch sind, die der DFB den Vereinen für die Drittklassigkeit auferlegt! Der SC Verl verfügt über ein wirklich feines, leider aber auch kleines Stadion. Welches aber bei dem dortigen Zuschauerschnitt mehr als ausreicht. Sogar für den DFB-Pokal. Warum muss man nun nach Paderborn ausweichen, um dort quasi Geisterspiele durchzuführen? So zerstört der DFB schon mal Vereine.

Grundsätzlich wirkt die Dritte Liga aktuell alles andere als das gelobte sportliche Land, so uneinig, wie sich Verband und Vereine dort bekämpfen. Wo kaum TV-Gelder fließen, zählt halt nur das nackte Überleben oder die eigenen Interessen. Rot-Weiss Essen kann bald befreiter planen, wenn auch anders als erhofft. Es gilt nun, sich an der Hafenstraße kräftig zu schütteln, um dann gemeinsam mit den Fans in einer „Jetzt erst Recht“ Stimmung die kommende Saison anzugehen.

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