Frauenfußball Bundesliga

SGS Essen hat eine Demütigung gutzumachen

Im Hinspiel war er beim 0:7 bedient von seiner Mannschaft, nun hofft er gegen Hoffenheim auf Wiedergutmachung: SGS-Trainer Markus Högner.

Im Hinspiel war er beim 0:7 bedient von seiner Mannschaft, nun hofft er gegen Hoffenheim auf Wiedergutmachung: SGS-Trainer Markus Högner.

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Essen.  Das 0:7 bei der TSG Hoffenheim war der Tiefpunkt in der Hinrunde für die Essenerinnen, inzwischen haben sie sich auf Rang vier vorgearbeitet.

Seine zweite Amtszeit als Trainer an der Ardelhütte hatte gerade erst begonnen. Und natürlich wollte Markus Högner an die erfolgreiche Vorarbeit von seinem Trainerkollegen Daniel Kraus, der die SGS Essen ganz nah an die Top drei der Frauenfußball-Bundesliga geführt hatte, anknüpfen. Doch die Saison startete trotz eines souveränen Auftaktsieges gegen Bayer Leverkusen (3:1) nicht optimal.

Im Kraichgau hatte sich die SGS ihrem Schicksal ergeben

Es folgte mit einer 0:3-Niederlage beim SC Sand ein erster Warnschuss, ehe der MSV Duisburg (2:1) in letzter Minute glücklich bezwungen wurde. Gegen die TSG Hoffenheim aber kam es zum Debakel. Mit 0:7 gingen die Essenerinnen unter. Schon nach kaum mehr als 20 Minuten hatte es 0:4 gestanden. Högner wirkte von der Art und Weise tief getroffen. Ängstlich hatte sich seine Mannschaft ihrem Schicksal im Kraichgau ergeben. „Dass man in Hoffenheim verlieren kann, ist keine Schande. Das Ergebnis aber macht mich sauer.“ Schon nach vier Partien schrillten die Alarmglocken. Näher an die Liga-Spitze heranrücken? „Davon will ich nichts mehr hören“, sagte Högner. Die Angst vor einem Abstiegskampf schien aufzukeimen.

Doch dazu kam es nicht. Die SGS hatte offenbar die richtigen Schlüsse aus dem holprigen Saisonstart gezogen und sich in der Tabelle Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Rang vier verdient sich die Högner-Elf vor allem dank ihrer Heimstärke: An der Hafenstraße fuhren die Essenerinnen in bisher sechs Spielen die Maximalausbeute von 18 Punkten ein. Und am Samstag (13 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim würden sie diese Serie nur allzu gerne ausbauen, um sich für die Demütigung im Herbst zu revanchieren. „Die Fehler aus dem Hinspiel werden wir sicher nicht wieder machen“, verspricht Högner.

TSG ist der härteste Konkurrent der Wolfsburger

Allerdings ist es auch nicht so, dass die Leistung der TSG gegen die SGS eine Ausnahme gewesen wäre. Etwas überraschend haben sich die Kraichgauerinnen in dieser Saison zum härtesten Konkurrenten des VfL Wolfsburg um die Meisterschaft aufgeschwungen. Dieser Kampf allerdings scheint für die Gäste nach dem 2:5 zum Jahresauftakt im direkten Duell bei nunmehr sechs Punkten Rückstand verloren. Auf einen Spannungsabfall sollte sich die SGS aber nicht einstellen. Denn auch die Vize-Meisterschaft wäre ein großer Erfolg, zumal sie die erstmalige Qualifikation zur Champions League bedeuten würde. Da der FC Bayern punktgleich auf Rang drei in Lauerstellung liegt, wäre ein Punktverlust in Essen teuer.

Allerdings möchte auch die SGS ihren Tabellenplatz mit allen Mitteln behaupten, auch wenn es als Vierter lediglich ums Prestige geht. „Dafür werden wir wie immer zu 100 Prozent an unsere Leistungsgrenze gehen“, bekräftigt Högner. Selbst bei einer Niederlage aber würden die Essenerinnen den vierten Platz wohl halten. Dass Rivale Potsdam beim VfL Wolfsburg gewinnt, erscheint äußerst unwahrscheinlich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben