Frauenfußball

SGS Essen meldet in Zwangspause hoffnungsvollen Neuzugang

SGS-Trainer Markus Högner hat seinen Spielerinnen Hausaufgaben aufgegeben.

SGS-Trainer Markus Högner hat seinen Spielerinnen Hausaufgaben aufgegeben.

Foto: Michael Gohl

Essen.  Beim Essener Frauenfußball-Erstligisten geht die Arbeit trotz Coronavirus-Krise weiter. SGS verpflichtet vielversprechendes Talent aus Wolfsburg.

Vor knapp vier Wochen hatte sich die SGS Essen nach einer 0:1-Niederlage bei Turbine Potsdam in die Länderspielpause verabschiedet. Damals dachte der Frauenfußball-Bundesligist von der Ardelhütte bereits an Revanche. Am vergangenen Wochenende sollte es schließlich in Brandenburg ein Wiedersehen im Viertelfinale des DFB-Pokals geben, doch die Coronavirus-Krise hatte längst dazwischengefunkt. Bis zum 19. April setzt die Eliteliga bekanntlich aus. Dann entscheidet der DFB, ob und wie es in dieser Saison weitergeht.

„Klar hoffen wir, dass wir die Spielzeit zu Ende bringen können“, erklärt SGS-Manager Florian Zeutschler. Aber das sei im Moment nicht das wichtigste Thema. „Wir tun uns keinen Gefallen damit, zu spekulieren, wie es weitergehen könnte. Fußball ist gerade absolut nebensächlich.“ Entscheidend sei vielmehr die aktuelle Situation anzunehmen: „Wir müssen uns darauf besinnen, uns gegenseitig zu unterstützen und auf uns aufzupassen.“

Individuelle Trainingspläne für zu Hause

Die gute Nachricht: Erkrankungen gibt es im Kader und im Team drumherum bisher nicht. Auch die vier Nationalspielerinnen Marina Hegering, Lea Schüller, Turid Knaak und Lena Oberdorf sind wohl behalten vom Algarve Cup aus Portugal heimgekehrt. Allerdings hatte auch dieses Turnier schon im Schatten von Corona gestanden: Die DFB-Elf zog ins Finale ein, doch Endspielgegner Italien war angesichts der Krise im eigenen Land bereits abgereist.

Aktuell hat Trainer Markus Högner die Mannschaft mit individuellen Plänen ausgestattet, die die Spielerinnen daheim umsetzen sollen. „Wir hatten im Januar noch eine Leistungsdiagnostik, bei der alle Trainingsempfehlungen bekommen haben“, erklärt der Fußballlehrer, der so erreichen möchte, dass seine Spielerinnen im Rhythmus und körperlich fit bleiben. Bei der Kontrolle hält er sich allerdings zurück. „Wichtig ist, dass wir jetzt erst einmal in der neuen Situation ankommen und uns zu allererst um die Familie kümmern. Alles andere wäre blinder Aktionismus.“

Hinter den Kulissen wird aber weitergearbeitet. So gut es geht und von zu Hause aus. Denn natürlich muss der Kader für die kommende Saison geplant werden, weshalb Högner und Zeutschler auch in diesen Tagen in engem Kontakt stehen. Natürlich ist es dabei nicht unerheblich, wie es in der laufenden Spielzeit weitergehen wird, denn auch für die SGS ergäbe sich womöglich ein wirtschaftlicher Schaden, sollte die Saison abgebrochen werden.

DFB-Entscheidungen abwarten

Andere Vereine klagen längst über fehlende Einnahmen aus Heimspielen oder mögliche Rückforderungen von Sponsoren. „Darüber möchte ich in der jetzigen Situation gar nicht sprechen. Bisher haben wir von allen Seiten ein positives Feedback bekommen. Jetzt warten wir erst einmal die Entscheidung des DFB am 19. April ab und bewahren Ruhe“, sagt Manager Zeutschler.

Mehr vom eigenen Schreibtisch als von der Ardelhütte aus planen Trainer Högner und Manager Zeutschler den Kader für die kommende Saison und melden nun die erste Entscheidung: Antonia Baaß (19) wechselt von der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg nach Essen und unterschreibt dort einen Dreijahresvertrag.

Der nächste Neuzugang aus Wolfsburg

„Wir sind sehr froh, dass sich Antonia für die SGS entschieden hat“, erklärt ihr künftiger Trainer. „Sie passt perfekt in unser Anforderungsprofil: jung, dynamisch und entwicklungsfähig.“ Gut möglich, dass bei diesem Transfer Högners Kontakte nach Niedersachsen geholfen haben. Denn in der vergangenen Saison war er dort bekanntlich noch als Co-Trainer tätig und lotste schon vor dieser Spielzeit Cristina Lange zur SGS.

Baaß ist im offensiven Mittelfeld zu Hause und liegt aktuell mit der U23 der „Wölfinnen“ in der 2. Liga auf dem zweiten Tabellenplatz. Unlängst wurde sie erstmals in den Kader der U20-Nationalannschaft berufen, wo sie bereits ihre künftigen Teamkolleginnen Stina Johannes und Nicole Anyomi kennengelernt hat. „In der 1. Liga zu spielen, war immer ein großes Ziel von mir“, sagt die 19-Jährige zu ihrem Wechsel. „Das wird eine tolle Herausforderung für mich.“

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