Frauenfußball Bundesliga

SGS Essen will Leverkusens Aufwärtstrend stoppen

Beim letzten Kräftemessen im Halbfinale des DFB-Pokals war die SGS, hier mit Jana Feldkampf (Mitte), noch obenauf.

Beim letzten Kräftemessen im Halbfinale des DFB-Pokals war die SGS, hier mit Jana Feldkampf (Mitte), noch obenauf.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Essen.  Nach den Siegen gegen Bremen und Meppen sind die Essenerinnen aus den gröbsten Sorgen erst einmal heraus. Anyomi nächste Nationalspielerin.

Das erste Viertel der Saison in der Frauenfußball-Bundesliga ist absolviert und die SGS Essen die gröbsten Sorgen erst einmal los. Dass der personelle Umbruch eine Herkulesaufgabe werden würde, gab Trainer Markus Högner noch während der Vorbereitung offen zu. Zwölf neue, größtenteils unerfahrene Spielerinnen mussten integriert werden, dafür haben die Essenerinnen ihr Grundgerüst verloren. Doch nach sechs Spieltagen lässt sich festhalten: Die SGS ist mit aktuell sechs Punkten auf einem guten Weg.

Zwar ist der Abstand zu Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel gewachsen, was die Niederlagen gegen Wolfsburg (0:3), Frankfurt (1:3), Bayern (0:2) und Hoffenheim (0:3) zeigen, doch Abstiegsängste verspürt an der Ardelhütte derzeit wohl niemand. Dafür haben die Essenerinnen mit den Pflichtsiegen über Werder Bremen und den SV Meppen (jeweils 3:1) selbst gesorgt. So deutet derzeit vieles auf einen Dreikampf im Tabellenkeller hin, in dem neben den beiden Aufsteigern vermutlich auch der MSV Duisburg mitmischen wird.

Auf Zuschauer muss die SGS verzichten

Bayer Leverkusen, das in der zurückliegenden Spielzeit bis zuletzt zitterte und letztlich nur wegen des im Vergleich zum 1. FC Köln besseren Torverhältnisses den Klassenerhalt schaffte, hat sich derweil abgesetzt. zehn Punkte aus sechs Partien sind eine starke Ausbeute, doch diesen gewaltigen Aufwärtstrend wollen die Essenerinnen nun am Sonntag (14 Uhr, Hafenstr.) im direkten Duell stoppen. Auf Zuschauer müssen sie aufgrund der gestiegenen Infektionszahlen jedoch verzichten.

„Leverkusen ist ein schwerer Gegner, der viel nationale und internationale Erfahrung in seinem Kader hat“, erklärt Högner den Gegenentwurf zur Essener Philosophie. Fast fünf Jahre älter sind die Leverkusenerinnen im Durchschnitt. Vor allem die Offensive ist mit Ivana Rudelic und Milena Nikolic hochkarätig besetzt. „Im Vergleich zur Vorsaison ist das Team insgesamt auch noch mal etwas stärker geworden“, findet Essens Trainer, der an das letzte Aufeinandertreffen aber noch gerne zurückdenkt.

Schöne Erinnerungen an Leverkusen im DFB-Pokal

Das nämlich steht mittlerweile eingerahmt im SGS-Museum. Unnötig lange mussten die Essenerinnen zittern, ehe Lea Schüller in der Nachspielzeit das erlösende 3:1 erzielte und die SGS zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte das Finalticket im DFB-Pokal löste. Das aber nahm für Schönebeck im Elfmeterschießen gegen den VfL Wolfsburg bekanntlich ein tragisches Ende. Mit Marina Hegering, Lea Schüller, Lena Oberdorf und Turid Knaak konnte der Klub von der Ardelhütte dem Serienmeister Paroli bieten, doch er konnte die Nationalspielerinnen nicht über das Saisonende hinaus halten.

Dafür hat die SGS mittlerweile eine neue: Nicole Anyomi wurde von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg unter der Woche erstmals in den DFB-Kader für das Länderspiel am 27. Oktober gegen England berufen. Die EM 2022 wäre für die 20-Jährige sicher ein Traum, wobei der Zeitpunkt der Nominierung etwas überrascht. Denn Anyomi hatte keinen leichten Start in die Saison und bisher nur gegen Eintracht Frankfurt getroffen. Allerdings zeigte sie zuletzt in Meppen einen deutlichen Formanstieg und war an zwei Treffern beteiligt.

Systemumstellung im Sturm

Womöglich auch dank einer Systemumstellung von Högner, der Anyomi zunächst im Sturmzentrum aufbot. Mittlerweile kommt die Angreiferin aber wieder über den linken Flügel, wo sie sich bereits in der Vorsaison wohlfühlte und ihre Schnelligkeit besser ausspielen kann. In der Mitte vertraut Högner mehr und mehr auf die körperlich robustere Eleni Markou.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben