Fußball Landesliga

Spvgg. Steele fühlt sich als „kleiner Gewinner“

Können nicht klagen: Durch den Saisonabbruch bleibt das Trainerteam Möllensiep/Tytlik und die Spvg Steele der Landesliga erhalten.

Können nicht klagen: Durch den Saisonabbruch bleibt das Trainerteam Möllensiep/Tytlik und die Spvg Steele der Landesliga erhalten.

Foto: Thorsten Tillmann / FFS

Essen.  Durch den Saison-Abbruch bleibt der abstiegsgefährdete Aufsteiger der Landesliga erhalten. SV Burgaltendorf sorgt sich um seinen Geno-Cup.

Mit großer Mehrheit haben sich die Vereine für einen Abbruch der Landesliga-Saison entschieden. Auch die vier Essener Clubs tragen die Entscheidung mit und hoffen, dass die kommende Spielzeit wie gehabt beginnen kann.

„Wir nehmen das natürlich gern mit“, freut sich Dirk Möllensiep, Trainer bei der Spvgg. Steele 03/09. Der Tabellensechzehnte sieht sich als „kleiner Gewinner“ der Regelung, ohne Absteiger in die kommende Saison zu gehen. „Wir hätten das natürlich lieber sportlich gelöst, aber eine andere Entscheidung wäre ja nicht realistisch gewesen.“ Denn schließlich stünden nicht nur bei der ersten Mannschaft, sondern auch bei den Reserveteams und der Jugend unzählige Nachholtermine an. „Besser jetzt einen Cut machen und sich vernünftig auf einen möglichen Start im August vorbereiten.“

Beim VfB Frohnhausen geht es erst am 8. Juli los

Der gleichen Meinung ist auch sein Kollege Sascha Behnke vom ESC Rellinghausen. Er ist froh, dass der Verband „überhaupt mal was entschieden“ hat. Training wird es beim ESC erst einmal nicht geben. „Wir werden uns noch einmal treffen, um einen vernünftigen Saisonabschluss zu machen und die alten Spieler zu verabschieden“, plant Behnke. Statt der sonst sechswöchigen Vorbereitung rechnet er in diesem Jahr acht Wochen ein. „Ich denke, dass wir die Jungs dann wieder alle auf einem Fitness-Stand haben“, schmunzelt er.

Recht entspannt sieht Issam Said, Trainer beim VfB Frohnhausen, die Situation. Auch er ist froh, dass er jetzt Planungssicherheit hat. „Wir sind eh im Niemandsland, daher können wir mit der Entscheidung gut leben“, meint er. Seine Schützlinge halten sich weiter individuell fit, da der Platz noch nicht frei ist. „Wir konnten einige Hygienevorschriften nicht einhalten, daher haben wir unseren Trainingsstart auf den 8. Juli terminiert.“ Wie alles weiterhin finanziert werden soll, ist für den Coach das größere Problem, denn das Sponsoring ist fast komplett zusammengebrochen. „Die Jungs haben aber sofort auf ihre Aufwandsentschädigungen verzichtet, jetzt geht es nicht mehr um Geld, sondern um Solidarität zum Verein“, freut er sich über einen kleinen positiven Effekt der Krise.

Schon viel früher hatte Jörg Oswald, sportlicher Leiter beim SV Burgaltendorf, mit dem Saisonabbruch gerechnet, der auch für ihn die einzig nachvollziehbare Entscheidung war. Die Frage ist nun, wie es weitergeht. Denn die Trainings-Regelungen hält er für nicht praktikabel. „Es bringt uns nichts, wenn sich ein paar Spieler den Ball hin und her schieben. Wir werden es anbieten, aber immer hinterfragen, ob überhaupt Interesse besteht“, meint er.

Viel mehr beschäftigt ihn, ob es eine Chance gibt, den Geno-Cup zu spielen. „Wir sind auf die Einnahmen angewiesen, die den Großteil unseres Etats ausmachen. Natürlich kann man das Turnier auch verschieben, sollte die Saison später beginnen, nur ist die Ausrichtung für uns sehr wichtig. Schließlich kann ich mich nicht mit Spielern zusammensetzen und planen, wenn ich gar nicht weiß, ob wir die kommende Saison finanzieren können“, sieht er skeptisch in die Zukunft.

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