Fußball

Wenige Höhepunkte, aber Rot-Weiss ist zufrieden

Nico Lucas und Daniel Heber bereinigen gegen Jano Baxmann die Situation.Foto: Michael Gohl

Nico Lucas und Daniel Heber bereinigen gegen Jano Baxmann die Situation.Foto: Michael Gohl

Essen.   Tabellennachbarn trennen sich 0:0. Arg dezimierte Essener standen defensiv kompakt. Erwig-Drüppel vergibt in der Nachspielzeit den Sieg.

So zielstrebig waren sie an diesem Tag selten an der Hafenstraße. Dortmunds Trainer Alen Terzic machte richtig Druck und stand schon wenige Minuten nach Schlusspfiff parat für das offizielle Statement, denn die Gäste wollten flugs zurück in die Heimat, um die eigenen Profis beim Erstliga-Titelkampf gegen Mainz zu beobachten.

Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund II trennten sich schiedlich, friedlich mit 0:0. Und Terzin war zufrieden. „Ich finde, dass wir uns den einen Punkt sehr verdient haben. Wir haben über 90 Minuten ein sehr gutes Spiel gemacht und waren mutig.“ Der Auftritt seiner Jungs sei top gewesen, nur der letzte oder vorletzte Pass habe unter Strich gefehlt.

Wie jetzt? So viel Lob, so zufrieden? In der Tat präsentierten sich die Schwarz-Gelben als technisch versiert und spielstark, hatten auch mehr Ballbesitz. Eine gute Mannschaft mit guten Kickern, keine Frage. Das Spiel an sich war allerdings kein „Feuerwerk“, wie RWE-Trainer Karsten Neitzel einräumte. Es hatte kaum Höhepunkte, dafür aber etliche Längen. Für die Taktiktüftler mag es interessant und unterhaltsam gewesen sein, die Zuschauer dagegen fanden es eher langweilig, weil die Chancen, die Tore und damit die richtige Würze fehlten.

Die beiden vorherigen Begegnungen in dieser Saison gingen klar an Dortmund

„Wir hatten in den letzten beiden Begegnungen nicht viel zu lachen“, spielte Karsten Neitzel auf die zwei vorangegangenen Treffen in dieser Spielzeit an. Im Hinspiel hatte RWE eine 0:5-Klatsche kassiert, in der Wintervorbereitung siegte der BVB mit 4:0. Der Essener Coach hatte deshalb seinem Team mehr Kompaktheit verordnet. „Deswegen kam gefühlt ein solches Spiel zwischen den Strafräumen zustande.“ Gleichwohl ist das Remis eine Verbesserung, zumal RWE wieder einmal das fast schon letzte Aufgebot auf dem Rasen geschickt hatte. Auf der Verletztenliste stehen sieben Spieler, durchweg Kandidaten für die Startelf.

Mit etwas Matchglück wäre Heimsieg möglich gewesen

RWE ist bekanntlich in dieser Saison bescheiden geworden. Ein 0:0 gegen einen guten Gegner? Damit könne man unter den gegebenen Umständen leben. Und mit etwas mehr Matchglück hätte der Gastgeber sogar drei Punkte holen können. In der Nachspielzeit nahm der eingewechselte Jonas Erwig-Drüppel Maß, seinen Schuss entschärfte BVB-Keeper Eric Oelschläger und den Nachschuss setzte Robin Urban über das Tor. „Ich muss den besser schießen“, meinte Erwig-Drüppel. „Wenn du so eine Chance hast, musst du die machen.“

Zum Ende der ersten Halbzeit sorgte Rot-Weiss ebenfalls kurz für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Einen Freistoß von Lukas Scepanik, wehrte der Torwart zur Ecke ab (38.). Und dann folgte eine klasse Szene, die wiederum Sinnbild war für die Probleme der Essener in der Offensive. Torjäger Marcel Platzek spielte aus der eigenen Hälfte (!) heraus einen tiefen Pass auf Enzo Wirtz, der stürmte die Seitenlinie entlang und servierte den Ball maßgerecht in die Mitte, wo Benni Baier im Strafraum aber nicht richtig zum Abschluss kam, weil ihn Konaté noch unsanft störte (42.).

Am Ostersonntag geht es zum Spitzenreiter Viktoria Köln

„Insgesamt muss man der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie gegen den Ball gespielt hat“, resümierte Neitzel. Dafür vergebe er die Note gut. „Im Ballbesitz, wissen wir, dass bei uns viel Aufwand nötig ist. Es fehlen die Spieler, die in Umschaltaktionen mal dem Gegner weglaufen. Wir hoffen, dass in der nächsten Woche Kevin Grund zurückkommt, weil er das Spiel auch nochmal beleben kann.“ Das wird auch notwendig sein, denn am Ostersonntag geht’s zum Spitzenreiter Viktoria Köln.

Rot-Weiss Essen -
Bor. Dortmund U23 0:0

RWE: Heller - Heber, Becker, Korczowski - Urban, Brauer, Baier, N. Lucas (72. Erwig-Drüppel), Scepanik - Wirtz, Platzek.
Schiedsrichter: Engelmann.
Zuschauer: 5500.

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