Schalke

Barca-Star Rakitic riet Miranda zum Wechsel nach Schalke

In der Arena fühlt er sich schon wohl: Am Freitag gegen Mainz 05 möchte Juan Miranda am liebsten schon für Schalke 04 auf dem Rasen stehen.

In der Arena fühlt er sich schon wohl: Am Freitag gegen Mainz 05 möchte Juan Miranda am liebsten schon für Schalke 04 auf dem Rasen stehen.

Foto: RHR-FOTO / Rabasvia www.imago-images.de / imago images / RHR-Foto

Gelsenkirchen.  Juan Miranda hat sich die Königsblauen bewusst für seine Karriere ausgesucht. Er traut S04 schon die Rückkehr in die Champions League zu

Juan Miranda sitzt im Blauen Salon der Arena, hinter ihm in seinem Rücken erkennt man den satt grünen Rasen, der schon bereit liegt für das Schalker Bundesligaspiel am Freitag (20.30 Uhr) gegen Mainz 05. Mit einem Sieg könnte Schalke dann für eine Nacht sogar die Tabellenspitze der Bundesliga erklimmen: Ein Szenario, an dem der spanische Neuzugang gerne mitwirken würde. „Klaro“, antwortet Juan Miranda am Dienstag blitzschnell auf die Frage, ob er am Freitagabend gegen Mainz sein Debüt im Trikot von Schalke 04 feiern möchte.

Juan Miranda, den Schalke für zwei Jahre vom FC Barcelona ausgeliehen hat, dreht gerade seine Eingewöhnungsrunde auf Schalke. Am Dienstag hatte er seine erste Deutschstunde, die der sprachgewandte Ur-Schalker Bodo Menze abgehalten hat – „Guten Tag“, ist der erste Begriff, den er gelernt hat. Am Montagabend schaute Juan Miranda noch im Hotel bei den alten Kollegen des FC Barcelona vorbei, die sich auf ihr Champions-League-Spiel in Dortmund vorbereiteten – auf den Besuch der Partie am späten Dienstag verzichtete er: Der 19-Jährige will ja ausgeschlafen an diesem Mittwochmorgen auf dem Schalker Trainingsplatz stehen. Sein Eindruck von den ersten Tagen in der neuen Heimat ist durchweg positiv: „In der Stadt fühle ich mich wohl.“

Die Familie begleitet das Talent nach Gelsenkirchen

Was sicher auch daran liegt, dass Juan Miranda nicht allein auf Schalke ist: Er hat seine Eltern und seine beiden Schwestern mit nach Gelsenkirchen gebracht, die komplette Familie wird ein Haus beziehen und den Filius unterstützen, damit der auf Schalke eine große Karriere einschlagen kann: Miranda gilt als außergewöhnliches Talent, das beim FC Barcelona nur deswegen noch nicht so recht zum Zuge gekommen ist, weil es auf seiner Position des linken Außenverteidigers einen Mann wie Jordi Alba gibt – der ist spanischer Nationalspieler. Juan Miranda will das eines Tages auch werden: Mit seinen 19 Jahren hat er es immerhin schon bis in die spanische U21-Nationalmannschaft geschafft.

Miranda ist ein Verteidiger mit Offensivdrang

Seine Zeit auf Schalke will Juan Miranda vor allem nutzen, um viel zu lernen und sich weiterzuentwickeln – und davon soll schließlich dann auch Schalke profitieren. Was er mitbringt, ist allemal vielversprechend: Die Ausbildung in der Talentschmiede des FC Barcelona erfolgt auf höchstem Niveau, und davon hat er einiges mitgenommen. „Für einen Abwehrspieler ist die Defensive wichtig“, sagt er: „Aber ich bin ein offensiver Typ – mir gefällt es, die Linie rauf und runter zu laufen.“ Und dann schiebt er einen Satz nach, der auf schönen Fußball schließen lässt: „In Barcelona spielen die Außenverteidiger offensiv.“ Das hat er sich angeschaut und übernommen.

Dass er sich zur Fortbildung Schalke ausgesucht hat, ist kein Zufall. Direkt in der Umgebung von Gelsenkirchen leben Verwandte von ihm, die „nur Gutes“ über Schalke berichtet hätten. Gleiches hat er von Ivan Rakitic erfahren, dem kroatischen Vize-Weltmeister in Diensten des FC Barcelona, der als junger Spieler von 2007 bis 2011 ebenfalls auf Schalke gelernt hat und der nun zuletzt in Spanien sein Teamkollege war: „Ivan hat sehr gut über Schalke gesprochen.“ Und nicht zuletzt imponiert Juan Miranda auch der Fußball, den Schalkes Trainer David Wagner bevorzugt. „Er lässt sehr viel mit dem Ball spielen, das gefällt mir auch gut“, sagt Miranda, der übrigens von Haus aus Linksfuß ist, aber mittlerweile auch ganz patent mit rechts schießen kann. „Bei der U19-Europameisterschaft habe ich eines meiner beiden Tore mit dem rechten Fuß von außerhalb des Strafraums erzielt“, erzählt er – die gute Barca-Schule lässt grüßen.

Ein Einsatz in der Champions League

Und wer beim FC Barcelona gelernt hat, der hegt auch von Natur aus große Ambitionen: „Ich möchte viel spielen und vielleicht auch Titel mit Schalke gewinnen“, sagt der 19-Jährige, der Schalke sogar schon in dieser Saison die Rückkehr in die Champions League zutraut. „Wir haben eine gute Mannschaft, das haben wir schon gezeigt. Ich glaube, dass wir das schaffen können.“ Einmal hat Miranda selbst sogar schon in der Champions League gespielt: Im vergangenen Dezember mit Barca gegen Tottenham, da durfte er über die vollen 90 Minuten sein Talent zeigen. Wie weit er von diesem höchsten Niveau noch entfernt ist, kann er schlecht einschätzen. Aber er weiß genau, was er vor hat: „Ich bin 19 Jahre alt, muss noch viel lernen, bin aber hier und habe das Ziel, in der nächsten Saison vielleicht gegen den FC Barcelona spielen zu können.” Das wäre dann in der Champions League...

Die Beinschüsse von Messi im Training

Zukunftsmusik, genau wie die Frage nach der Vertragsklausel, die es dem FC Barcelona angeblich ermöglichen soll, das Talent bereits nach einem Jahr vorzeitig zurückzuholen, sofern bei seinem Stammverein Bedarf ist. Das interessiert ihn derzeit nicht: „Man muss sehen, was passiert. Jetzt bin ich hier, um jeden Tag zu genießen.“

Am Mittwoch wird auf Schalke trainiert, einer wie Lionel Messi ist dann zum Glück nicht dabei. Der hat Juan Miranda beim Barca-Training nämlich schon den einen oder anderen Beinschuss verpasst…

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben