Schalke

„Ein Highlight“: Legat und die Geschichte mit der Hose

Die Hose fast bis zur Brust: Thorsten Legat auf dem Schalker Mannschaftsfoto im Sommer 2000. Rechts daneben Olaf Thon.

Die Hose fast bis zur Brust: Thorsten Legat auf dem Schalker Mannschaftsfoto im Sommer 2000. Rechts daneben Olaf Thon.

Foto: SCHILD, Thomas

Gelsenkirchen.   Thorsten Legat ist 50 Jahre alt geworden. An seine Zeit auf Schalke erinnert den Ex-Profi vor allem die kuriose Geschichte mit der Hose.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Thorsten Legat muss lachen. Die Hose, natürlich geht es irgendwann um die Hose. Die war meistens voll bei den Gegenspielern des 243-fachen Bundesligaspielers, der nur vier dieser Partien im Schalker Trikot absolvierte, sein Herz aber trotzdem am Berger Feld verlor. Weil es noch fast untertrieben war, die Spielweise des gebürtigen Bochumers als rustikal zu bezeichnen. Nur einmal, da hatte Legat auch selbst die Hose voll. Allerdings nicht in einem Fußballspiel. Natürlich nicht. Sondern in der Sommervorbereitung im Jahr 2000. Und die Hose hatte Legat auch nicht voll, weil er vor irgendetwas Angst hatte. Sondern weil sein halber Oberkörper drinsteckte.

Nur vier Einsätze für Schalke

Ein halbes Jahr zuvor, im Januar 2000: Thorsten Legat war von der Ersatzbank des VfB Stuttgart nach Gelsenkirchen gekommen, hatte besagte vier Einsätze absolviert und wollte in der Saison, die Schalke am Ende mit der so tragischen Vier-Minuten-Meisterschaft abschließen sollte, durchstarten. Doch dazu kam es nicht. Denn wie vor jeder Bundesligasaison üblich, mussten kurz vor dem Start noch Fotos geknipst werden. Den sogenannten Media Day, bei dem die Schalker Bundesliga-Profis heutzutage neben den Fotos auch noch zig Challenges für diverse Social-Media-Auftritte ihres Vereins und der DFL absolvieren müssen, gab es damals in der Form noch nicht. Mannschaftsfotos und Spielerportraits reichten damals noch. Aber auch das wurde den Spielern irgendwann zu viel – und führte letztendlich zu Legats besagter voller Hose.

Das Schalker Mannschaftsfoto stand an. Die Auslöser der Fotoapparate waren schon heiß gelaufen, als sich Legat in die zweite Reihe neben Olaf Thon stellte, um die letzten Bilder in den Kasten zu bringen. „Das war relativ am Schluss, wir hatten davor schon unendlich viele Bilder geschossen“, erinnert sich der gebürtige Bochumer zurück. Und so kam es dann zu der Szene, die letztendlich die mit Abstand bekannteste von Legat im Schalker Trikot werden sollte. Olaf Thon und Andreas Möller beugten sich zu dem Mittelfeldspieler herüber und boten ihm eine Wette an. „Ich sollte die Hose hochziehen, dann würde ich 1000 D-Mark kriegen“, erzählt Legat. Er ließ sich darauf ein, zog die weiße Sporthose über seinen Bauchnabel und grinste den Kameras entgegen. Mit Legats Hose knapp unter der Brust fiel es dem deutlich kleineren Thon natürlich alles andere als schwer, ebenfalls die Mundwinkel nach oben zu ziehen.

Wette gewonnen - und doch viel verloren

Das Geld bekam Legat von seinen beiden Mitspielern. „Aber aus den 1000 Mark sind nachher 25.000 geworden“, sagt er und lacht. Die musste er nämlich nach einer Unterredung mit einem sehr mürrischen Rudi Assauer als Strafe zahlen. Die Geschichte hat Legat trotzdem noch in positiver Erinnerung, erzählt sie gerne. „Das ist einfach lustig, ein Highlight“, sagt er. „Die erste Frage, wenn ich nach Schalke komme, ist immer: ‘Und, hast du deine Hose wieder hochgezogen?’“

In dieser Woche ist Thorsten Legat 50 Jahre alt geworden, am Mittwoch, dem Tag nach dem Schalker Champions-League-Spiel gegen Galatasaray. Der Jubilar ist bei den Königsblauen auf dem Laufenden. Die Kritik am Spielstil, den einige Experten und auch Fans als unansehnlich, zu passiv und defensiv deklarierten und den zweiten Platz in der Bundesliga im Vorjahr als glücklich bezeichneten, kann Legat nicht verstehen. „Egal wie die Jungs Fußball gespielt haben: Wenn du hier Zweiter wirst und in die Champions League einziehst, dann hast du alles richtig gemacht.“

Legat ist ein „Tedesco-Fan“

Der 50-Jährige gesteht ein, „ein großer Tedesco-Fan“ zu sein, „der hat so viel beigetragen zum Erfolg dieser Königsblauen.“ Ganz wichtig sei gewesen, in der verfahrenen Situation nach den fünf Niederlagen zum Saisonstart „die Ruhe bewahrt“ zu haben. Nun hofft Thorsten Legat, dass der Weg der Königsblauen wieder steil nach oben führt. Die nächste Partie steht am Sonntag bei Eintracht Frankfurt an – auch ein Verein, für den Legat in seiner Karriere gespielt hat.

Aber mit Schalke soll es aufwärts gehen. Damit die Nummer mit der Hose nicht der einzige Grund ist, warum die Leute auf Schalke ein Grinsen im Gesicht haben, wenn sie Thorsten Legat sehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben